S, Sch, St

"sp" und "st" werden immer als "schp" und "scht" gesprochen!

Saal, N. m; 1. Saal, 2. Vorratsraum, -geschoss [Id. 1/249; Gr 15]

Saaltiri, f; Saaltüre

Sächszääntil, N. m; Sechszehntel

Sächzääntuschtil, N. m; Sechszehntel

Sack, N. m.; 1. Sack, Beutel, Nutzung: Gäältsack, Geldbeutel, Portmonai: Tüe d Öügu üff old du Gäältsack. Öffne die Augen oder den Geldsack (sei vorsichtig oder du hast Schaden; SV, Sprichwort, 73), Mällsack, Mehlsack, Häärpfilsack, Kartoffelsack, Füetersack, Futtersack, Habersack, Futtersack für Pferde oder Maultiere, Löüpsack, Laubsack, Bissagga, Strohsack, Matratze; Material:Papiersack, Stoffsack, Häärpfilsack, Jutesack [Id. 7/604]; 2. Sack, Seckel,  Säckel, Beutel, Hodensack [Id. 7/667] Koposita: Sacküür, Taschenuhr; Sacküürschlussil, Uhrenkette

Sackmesser, N. n; Taschenmesser

Saaga, N. f.; Säge; 1. Schneidewerkzeug [Id. 7/423]; 2. Sägerei [Id. 7/436]; 3. Mau, Kuhgebiss [Id. 7/420]

säge, V.; sagen [Id. 7/380] vgl. absäge, versäge, üsssäge, züesäge

Saagugatter, N. n.; Sägengatter; beweglicher Teil einer Sägerei, verleiht dem Sägelblatt die Auf- und Abbewegung [Id. 2/497]

Saggoscht, N. m.; Rucksack [IA I/1976, 38]

Sälti, N. m; kleiner Saal, Vorratsraum

Saalz, N. n.; Salz [Id. 7/879]

Saalzgäba, N. f.; Flurname: Salzspendeplatz; Stelle, wo man dem weidenden Vieh Salz gibt; davon stammt auch der Name Salzgeber ab: Saalzgäba.          

[(645/132) Id 889f.; Zinsli, NG S. 580)

Samleta, N. f. ; das Gesammelte, ein Bund Ähren, vgl. Goofa [IA I/1976, 36]

Sander, N. m; Wasserhüter

Sand, N. m; Sand; Flurname: Sander = Sand; sandiges Land, sandhaltiges Erdreich, Moränenlandschaft: Sander, Sandhubol, Sandeja. [Id. 7/1110; Zi 42, 107)]

Sänner, N. m.; Sänneri, N. f.; Senner, Sennerin im allgemeinen und Käser, Käserin im speziellen Sinne [Id. 7/1006]

Santigläis, N. m.; St. Nikolaus [Id. 3/687]

Sänntum, N. n; Senntum; Flurname: Sänntum = Senntum; Melchviehalpe, Gemeinschaftsalpe: obers-, unners-, üssers-, inners- Sänntum [(638/130); Id. 7/1007]

Sänntumalpa, N. f; Senntum, Genossenschaftsalpe

sap, Adj. viel, dicht, reichlich: welle sappo Chrüt; welch dichtes Gras

saarillu, V. tr. vorsichtiges Berieseln/Bestreuen mit Salz oder Zucker [F.I.]; dazu meint die Redaktion des Idiotikons: diese Verkleinerungsform des Verbs fehlt im Idiotikon, zum Grundwort aber s. sar(r)eⁿ (Band VII 1259), Bedeutung «Morast, Geröll mit sich bringen und damit das Gelände überdecken, von Wildbächen»

Saarmänt, N. n.; (abgeschnittene) Rebschosse, Reisig,  aus dem ital. sarmento [Id. 7/1326; IA, II/1976, 37]

Sässil, N. m; Sessel

Sattil, N. m.; Sattel; Flurname: Sattol, Satolti = Sattel; Bergrücken, flacher Geländeeinschnitt: Sattil, Sattol, Sattolti, Sattilgrabo, Sattolegga [(626/124) Id. 7/1434f.; Zi 108)

Satz, N. m; Satz, Schwund

Sauniggil, N. m.: unsaubere, meist männliche Person [Id 4/705]

Sch

Schabi, N. n.; das Zusammengeschabte; Plur. Schabini, Schabete; vam Paläntuchoch han i am liebschtu d Schabini, vom Polentagericht habe ich am liebsten das Zusammengeschabte (die leicht angebrannte Kruste am Boden der Pfanne [Id. vgl. Schabeten I, 8/19]

Schaaf, N. n; Schaf

Schaafchromo, N. m; Schaafkoben, Verschlag

Schaafalpa, N. f; Schafalpe

Schaafchees, N. m; Schafkäse

Schaafgaarba, N. f.; Schafgarbe

Schaafgaarbutee, N. f.; Schafgarbentee [Id, 12/28]

Schaafhirt, N. m.; Schafhirte [Id, 2/1648]

Schaafscheidi, N. f.; Schafscheide, die Tiere kommen gemeinsam von der Alp und werden dann nach Besitzer separiert von scheidu = trennen [Id. 8/225]

Schaafstall, N. m; Schafstall

Schaaftriichja, N. f; Schafglocke, Schaftreichel

Schaafzeichnig, N. f; Schafzeichnung, persönliche Kenntzeichnung der Schafe

Schallbett, N. n.; Flurname: Steilhangbett; steiler Grashang, meist zwischen Felsen,schräg ansteigende Grasfläche, grünes Steilhangbett; Schalb bedeutet «schief»: Schallbett, Schallbäärg (646/123) Id. 8/750)     

Schääru, N. m; im Trockenen, Regenschutz

Scharungji, N. n.; Nichtsnutz, leicht krimineller Kerl, Luftibus; von frz. charogne = Tierleiche

Schaber, N. m; Schaber

Schabete, N. f; Teigreste, Abgeschabtes

Schabi, N. n; Teigreste, Abgeschabtes

Schachtdeckil, N. m; Schachtdeckel

Schädil, N. m.; 1. Schädel, Totenschädel; 2. Kopf [Id. 8/186]

schaffig, Adj.; arbeitsam, fleissig [Id. 8/343]

Schaft, N. m; Schrank [Id. 8/403] vgl. Chuchischaft, Gwantschaft

Schaftbett, N. n; Schrankbett, Ausziehbett

Schafttiri, N. f; Schranktüre

Schalla, N. f.; 1. Treichel; 2. Blase [Id. 8/536]

Schälla, N. f; Kuhglocke, Treichel [Id. 8/536]

Schalluhiischi, N. n; Gefängnis, Zuchthaus, Kerker

Schalluwäärch, N. n; Gefängnis, Kerker

Schalusii, N. f; Fensterladen, Jalousie

schärmizieru, V. intr.; schimpfen, lärmen, (von Scharmützel?) [IA, I/1977, 41]

Schääro, N. m.; 1. Schutz gegen Wind und Wetter, Schirm, im Regenschutz, 2. baulicher Schutz gegen Wind und Wetter, z.B. Vordach [Id. 8/1275]

Schäärmer, N. m.; als selbständiges, mehr oder weniger primitives oder provisorisches Gebäude, Verschlag, [Id. 8/1275]

schäru, V. tr.; scheren

Scharunji, N. n.; Lump, Betrüger, nichtswertiger Mensch, von frz. charogne = Tierleiche, Kadaver

scharwächterru, V. intr. werken, arbeiten ohne grossen Wirkungsgrad [wird im Idiotikon als "überwachen erklärt, Id. 15/412]

Schatzchammra, N. f; Schatzkammer

schee, Adj.; schön, viel, fesch; an scheene Maa, Büeb, ein fescher, schöner Mann, Bube; an scheene Säich, sehr dumme Situation; an scheene Hüffo, ein grosser Haufen [Id. 8/841; IA I/1977,40]

scheefis, Adj. vom Schaf, scheefis Fleisch = Schaffleisch

schellig, Adj.; reif, trocken, leicht schälbar bei Arvennüssen, vgl. tschellig [Id. 8/553]

Schenkeli, Schenkel, N. n.; Fasnachtsgebäck [Id. 8/969 2c]

Scheidi, N. f.: bei der Rückkehr von den Alpen vorgenommene Verteilung der von einer oder mehrern Gemeinden gemeinsam gesömmerten Schafe auf die einzelnen Besitzer, oft 2-3 Tage dauernder, in BG. auf den ersten Donnerstag im September, in WLö. auf die ersten Tage nach dem Feste des hl. Mauritius (22. Sept.) fallender, mit einem Schafmarkt oder allgemeinen Viehmarkt und mit Schmaus, Tanz und andern Lustbarkeiten verbundener festlicher Anlass, 2. Trennung; 3. der Scheideweg [Id. 8/261]

scheidu, V. intr. scheiden; tr. trennen, separare, d Schaaf scheidu, die Schafe aus der gemeinsamen Herde auf die einzelnen Besitzer verteilen [Id. 8/227]

Scheidul, N. m.;  Ziger vgl. (swdt. Schreibweise) Zieger, Schotten- Quark- oder Molkenkäse,  [Id. 8/227]

Schertina, N. f. Schulterpartie, oberer Rücken; Redaktion des Idiotikons: s. Scherteⁿ, Scherti (Band VIII, Spalte 1310), Bedeutung «Schulter(blatt) beim Menschen, Schulter bis zur Lende, oberster Teil der Achsel»

Scheub, N. m.; Scheuba, N. f.; Bündel, Heu-, Stohbündel

Scheuba, N. f.; Schürze vgl. Vorrschooss im Wsdt. zu Vorscher verkürzt; je nach Gebrauch der Schürze unterscheiden wir Chuchivorscher, Küchenschürze, Hirtervorscher, Futterschürze, vgl. Füeterschooss ; mit der Scheuba geit är in d Schiir ga Heww, mit der (Futter)schürze holt er in der Scheune das Heu [Id.8/75ff.]

Schgädri, N. f; ein Spritzen, eine kleine Menge [IA, I/1976, 39]

schgädru, V. intr.; spritzen [IA, I/1976, 39]

Schgaaja, N. f.; Stein, Steinplatte von ital. scaja

Schgapoliier, N. n.; Ordens-, Bruderschaftszeichen vgl. Skapulier; mit diesem Zeichen haben sich auch die Laiensbruderschaften (z. B. 3. Order) mit einer Schärpe, einem Schild oder einer Schnur gekenntzeichnet [IA, II/1976, 36]

Schgapoliiersunntag, N. m.; 3. Sonntag im Juli (Jakobusfest); der hl. Jakobus ist Patron vieler Alpen [IA, II/1976, 36]

Schgutzla, N. f.; Moor- oder Rauschbeere, vgl. Pudertscha

schgüüsu, V. tr.; schnell stuhlen, flüssig scheissen, Durchfall [Gr. 170]

Schgüzza, N. f.; liederliche, unseriöse Frau, vgl.: Fara, Gschwäder, Schlättra, Sola, Trooja

Schiebepoort, N. f; Schiebetüre

Schiebetiri, N. f; Schiebetüre

Schepfi, N. f; Wasserfassung

Schiff, N n; Schiff, Wasserschiff

Schiiba, N. f; Scheibe, Fensterscheibe

Schiibbei, N. n; Stadelbein [IA, II/1976, 36]

Schiibbeiplatta, N. f; Mäuseplatte [VS, 170 ]

Schiibplatta,  N. f; Mäuseplatte [VS, 170]

Schiibu,  N. f; 1. Scheibe; 2. Zielscheibe; 3. Mäuseplatte (im Zusammenhang mit Stadel/Speicher) [VS, 153]

Schiibupfeischter, N. n; Glasscheibenfenster

schiffu, V. tr.; 1. mit einem Schiff fahren; 2. derb für urinieren, pissen; 3. stark regnen [Id. 8/373]

Schina, N. f.; Holzstück, Holzdorn; an Schina fassu, sich mit einem kleinen Holzstück (das meistens noch stecken bleibt) verletzen [Id. 8/833]

schintu, V. tr.; 1. schälen, z.B. die Rinde entfernen; 2. häuten, ds Schaaf schintu; 3. sich plagen; 4. geizen; 4. Jass: eine Stichkarte nicht spielen, z.B. bei Doppelspielen du Ass schintu aus Furcht, dass er vom zweiten gestochen wird;   [Id. Bd. 8/901]

schintigs, Adj, geizig [vgl. Id. Bd. 8/907]

Schipfa, N. f.; Felshöhle, Flurname: Felshöhle, Felsunterstand; überhängender Fels, Felshöhle, vgl. auch Balma: Maartischipfa (634/135) Id. 8/1091f, Zi 109)

Schiir, N. f; Scheune,Heuraum

Schiirloch, N. n; Scheuerloch beim Holzofen

Schiirpoort, N. f; Scheunentüre, Heuraumtüre

Schiirschopf, N. m; Laube, Treppenvorbau

Schiirstäga, N. f; Scheunenstiege, -treppe

Schiirtiri, N. f; Heuraumtüre, Scheunentüre

Schiisshüss, N. n; Toilette, Scheisshaus

Schiissa, N. f; WC, Toilette; vgl. Abort, Abtritt, Gabine,  Schiishüss, Twalett [Id. 8/1325,2]

schiissu, V. tr.; den Kot ausscheiden, koten, scheissen von Tieren, derb auch von Menschen, für den Menschen sagte man meistens ggaggu, [Id. 8/1326]; scheissen, koten; Deer wa derva nit will wissu, deer het sus gschissu. Wer davon nichts wissen will, hat es geschissen. (Wer sich am meisten wehrt, den trifft es am ehesten); ... heecher wellu schiisu, wa mu ds Loch het; höher scheissen wollen, als das Loch ist, hochmütig sein. (SV, Sprichwort, 80, XIV)  [Id. 8/1326]

schiissigs, Adj. den Duchfall haben, von „scheissen“ [Id. 8/1350]

Schiissudeckil, N. m; Toillettendeckel

Schiissloch, N. n; Sitzloch auf dem Abort

Schiissugrüeba, N. f; Kotgrube,Mistgrube

Schiissulti, N. n. Dimin.; WC, Toilette; vgl. Abort, Abtritt, Gabine, Schiissa, Schiishüss, Twalett [Id. vgl. 8/1225]

Schindla, f; Schindel, Dachschindel

schiini, Pron.; seine, etwas als sein Eigentum ansprechen [Id. 7/1017]

Schiini, N. f.; Seine, etwas despektirlich für die Ehefrau, är geit mit Schiinerra, er geht mit seiner Frau

Schinti, N. f.; von schinden, schälen, Haut der Wurst, Schalen von Äpfeln; vgl. Hiltscha [Id. 8/917] Ausruf des Erstaunens, der Überraschung: trääg der Schinti 

schintu, V. tr.; schinden, schälen, Haut abziehen [Id. 8/901]

Schissil, N. m; Brotschieber, Brotschaufel zum Einschiessen der Brote [Id. 8/1473; IA, II/1976, 37]

Schissja, N. f; Schüssel [Id. 8/1476]

Schitti, N.  f; Schüttstein [Id. 8/1575]

Schittistei, N. m; Schüttstein [Id. 11/887]

Schittilgstell, N. n; Schüttelgestell bei der Mühle

Schitzuhiischi, N. n; Schützenhaus

Schitzuhüss, N. n; Schützenhaus

schiwwju, V. tr.; Obst oder Trauben stehlen oder nach der Ernte suchen [Gr. 171]

Schlabo, N. m.; unförmiger, zerbeulter Hut, vgl. schlabrig

schlabrig, Adj. unförmig, schlaff [Id. 9/5]

Schlaf, N. m.; Schlaf [Id. 9/91]

Schlaafböüm, N. m; Bindebalken, Spannbaum beim Blockbau

Schlaafchammra, N. f; Schlafkammer

schlaafgschturus, Adj.; schlaftrunken [IA, I/1976, 39]

Schlaafgschturni, N. f.; Schlaftrunkenheit [IA, I/1976, 39]

Schlaafstuba, N. f; Schlafstube, -kammer

schlaafu, V. intr.; 1. schlafen; 2. reziprok: beischlafen, är het mit ira gschlaafu, er hat mit ihr geschlafen [Id. 9/97] vgl. auch: liggu, liwwe, hörnlinu, neitu, tosu, inicku

schlächt; Adj. schlecht, schlächter am schlächtoschtu; [Id. 9/60 c]

Schlanggo, N. m.; beweglich Herabhangendes [Id. 9/588]

Schlänggi, N. f.; eine Ohrfeige aus dem Handgelenk, mit geschlenkerter Arm

schlänggu, V. tr.; schlenkern [Id. 9/594]

Schläppsack, N. n.; liederliche Weibsperson, Hure [Id. 7/639]

Schlättra, N. f.; unsaubere, schmutzige Frau, vgl. Schwiitrooja, Ggoscha, Trooja, Moora, Chorberi, Suww, [Id. 9/764]

Schlegil, N. m; Schlägel, Vorschlaghammer, Schlegel [Id. 9/253]

schlegildick, Adj.; sehr dick, von Brühen und Suppen [Id. 12/1553]

Schleif, N. m; 1. Runse, Holzschleifrunse; 2. einfache Flurstrasse; Flurname: Schleipf = Schleif; Holzbahn, Rinne, Gleitbahn für das Hinunterschleifen von Holz an den Abhängen: Schleif, Schleipf [Id. 9/132/f.; Zinsli, NG S. 581)

Schlichti, N. f.; Nachgeburt [Id. 9/75]

Schliffi, N. n.; Blindschleiche

Schlimblaatra, N. f.; Schleimblase, Fruchtblase [Rübel, S. 31]

Schlitto, N. m; 1. Schlitten, Transportschlitten, winterliches Transportgefährt [Id. 9/767]; 2. Schlitten, Teil von Maschinen, wo bewegliche Teile aufeinanderlaufen [Id. 9/769 2e]

schlipfu, V. intr.; gleiten, ausgleiten, ausrutschen [Id. 9/622] vgl. abschlipfu = abgleiten; antschlipfu = entgleiten, aus der Hand rutschen

Schlitzpfeischter, N. n; schmales Fenster, Mauerspalte, -ritze

Schlopf, N. m; Schuppen [Id. 9/629]

Schlopfji, N. n.; Unterschlupf [Id. 9/629]

Schlosstiri, N. f; Schlosstüre, verschliessbare Türe

Schlüecht, N. f.; 1. Schlucht; 2. Knochenzapfen an dem das Horn der Kuh sitzt [Id. 9/79]; Flurname: Schlüecht = Schlucht; langgezogene Bergmulde, grasige

Rinne am Hang, meist ohne Wasser; interessante sprachliehe Unterscheidung: Schluecht bezeichnet dunkle Mulde oder dunklen Graben auch Weiler oder Dorfteil: Schlüchtgrabo, Fiischteri Schlüecht; mit Schlucht wird auch im Walliserdeutschen die hochsprachliche Schlucht bezeichnet Saltina-, Massaschlucht [(631/130), Id. 9/79f.]

Schlucketa, N. f.; Käsebruch [Id. 9/541]

Schluck, N. m.; 1. Schluck, Schlund, Speiseröhre; 2. eine gewisse Menge Flüssigkeit, är het an güete Schluck, er trinkt viel; in du lätzu Schluck cho, sich verschlucken  [Id. 9/530]

Schlufi, N. n.; unordentlicher Mann [Id. 9/179]

schmallbaartu, V. intr.; vgl. kcharissieru, freien, werben, ein Jünglin (mit schmalem Bart) der sich das erste Mal (heute würde man sagen: flirten) auf Freiersfüsse begibt (Ried-Brig)

Schmallvee, N. n; Kleinvieh (Ziegen, Schafe) [Id. 1/651]

Schmallveestall, N. m; Kleinviehstall

Schmärr, N. n.; Schmer, Fett [Id. 9/976]

Schmärrbüüch, N. m.; Schmerbauch, Fettwanst, Wampe [Id. 4/995]

schmeitzu, V. intr. schmeissen, schneidender Wind bei Regen [Id. 9/1015]

schmelzu, V. tr.; schmelzen [Id. 9/957] vgl. abschmelzu, zerschmelzu

schmiifu, V. intr.; frösteln, kalt haben (z.B. bei Durchzug) [S.F.]

schmiru, V. tr. vgl. ischmiru, salben, einsalben [Id. 9/971] vgl. abschmiru = verprügeln

Schmiisi, N. f. eine sehr kleine Menge, eine Winzigkeit [F. I]

Schmitt, N. m.; 1. Schmied, Dorfschmied, Handwerker 2. Familienname, wird im Oberwallis  in zwei Formen Schmid, Schmidt geschrieben, aber immer Schmitt gesprochen [Id. 9/855]

Schmitta, N. f.; Schmiede, Schmiedewerkstatt [Id. 9/1029] vgl. auch: Messer-, Hammer-, Nagil-, Chupfer-, Doorf-, Fääld-, Iisuschmitta, etc.

Schmuzzli, N. m.; Gehilfe von St. Nikolaus, Geschenke und Rutenträger

Schnablera, f; Eckverzähnung beim Blockbau

Schnabulböüm, N. m; Bindebalken als Pfette beim Blockbau

schnädru, V. intr.; 1. zittern, beben vor Kälte; 2. schnattern, Geschnatter (wie bei den Gänsen)  [Id. 9/1076] vgl. auch schnäderru und schnädellu

schnädollu, V. intr.; zittern, Zähne klappern [Id. 9/1074]

Schnäggo, m; 1. Schnecke; 2. Schaf mit engem Hörner-Bogen

schnaaggu, V. intr.; auf den Knien kriechen [Id. 9/1174;IA, I/1976, 39]

Schnaara, N. f.; Schnaari, N. n.; Bezeichnung für jüngere Schnaari oder älter Schnaara Mädchen, bis zur Entlassung aus der obligatorischen Schulpflicht (15 Jahre) [Id. 9/1271; IA, II/1976, 36]

Schnapsbomboona, N. f; Schnapsflasche (gross); tropfenförmige Glasflasche von 10 - 20 Litern

schnätzu, V. tr. schneiden, schnipseln, schnitzen; frei mit einem Messer an einem Stück Holz herumschnipseln [Id. 9/1994]

schnitzu, V. tr. schnitzen, geziehlt ein Stück Holz zu einer gewollten Form bringen [Id. 9/1419]

Schneeböüm, N. m; Bindebalken oder Schneesicherung

Schneelatta, N. f; Schneelatte, Schneerutschsicherung

schniidu, V. tr.; schneiden [Id. 9/1080] abschniidu, verschniidu, wäggschniidu, zerschniidu

Schnirrfilla, N. f.; Mund, Lippen, Lefze bei Kühen [Rübel, 17]

Schnotz, N. m.; Strick, kurzes Seil [Id. 9/1429] siehe auch aschnotzu, V. tr. anbinden

schnootzu, V. tr.; verkürzen, vorne abschneiden [Id. 9/1428]

schrecku, V. tr.; ziehen, zerren [Id. 9/1601]

schnüüfu, V. intr.; schnaufen, atmen [Id. 9/1158]; erschnüüfu, ausruhen

Schnura, N. f; Mund, Schnautze, Tiermundperchuschte an parr uff d Schnura, ich hau dir aufs Maul [Id. 9/1287]

Schnurrli, N. f. dimin.; Schnautze, Tiermun; als Schwiischnurrli (gekochte Schweineschnautze) eine Delikatesse [Id. 9/1282]

Schnuri, N. m.; Prahlhans, Plagöri, einer der viel redet; dass ischt doch nummu an blööde Schnuri, das ist doch nur ein blöder Prahler [Id. 9/1289]

schnuru, V. intr.; reden, prahlen, plaudern, tratschen [Id. 9/1282ff.]

Schoggolabritt, N. n.; Schokoladetafel [Id. vgl. britt 5/890]

Schoggolarigil, N. m; Schokoladeriegel

Schopf, N. m; Schuppen

Schora, N. f; Laube, Plattform [Id. 8/1194]

Schorrböüm, N. m; Schorrbaum, Viehlägerendbalken im Kuhstall

Schorrgrabo, N. m; Kotgraben im Kuhstrall

schorru, V. tr.; kratzen, schaben, den Mist wegschaben

Schöüp, N. m.; Strohbündel [Id. 8/26]

Späälta, N. f.; 1. durch Spalten gewonnenes Holzstück;  2. Keule von Schlachttieren, so von Kälbern, Rindern, Schafen, auch von Wild; 3. von den durch eine Mittelfurche getrennten Hälften eines Ackers, kleiner Grenzgraben zwischen Wiesen [Id. 10/224]

Schpeuz, N. m.; 1. Spuke; 2. Energie, Einsatz [Id. 10/660; IA, I/1976, 39]

schränzu, V. intr.; schränzen, abreissen (z.B. einen Ton) [Id. 9/1641] vgl. abschränzu, zerschränzu

Schrapf, N. m.; kleine Wasserrinne, kleiner Bewässerungsgraben zur Feinverteilung des Wasser auf den Wiesen [Id. 9/1652]

schrapfu, V. intr.; mit dem Wässerbeil eine Wasserrinne graben [Id. 9/1652]

Schratt, N. f.; Flurname: Riss, Spalte, Kluft; Berg voll Risse und Spälten, durchfurchtes Gebiet; Schratt [(639/127), Id. 9/1627]

schrecku, V. tr.; ziehen, zerren, schreissen [Id. 9/1601]

schreeju, V. 1. intr.; rauschend von einer Höhe herabströmen', z.B. von Wasser, das über Felsen herunter strömt; 2.  tr., Flüssigkeit ausströmen, sprühen lassen [Id. 9/1441]

Schriibpult, N. m; Schribpult

Schriibstuba, N. f; Schreibstube

Schriibtisch, N. m; Schreibtisch

Schroota, N. f; Abteil, Stadelabteil [Id. schroten b) 9/1688]

schrootu, V, tr.; 1. schneiden, abschneiden; 2. mit dem Meissel Heu aus dem Heustock schneiden ; 2. trennen, spalten beim Schmieden [Id. 9/1689]

Schüe, N. m.; Schuh [Id. 8/442]

schüeju, V. intr. 1. Schuhe machen; 2. stramm gehen, zürgig wandern [Id. 8/488]

Schüebännil, N. m.; Schnürsenkel, Schuhbändel, äss cha schoo der Schüebännil sälber heftu, es (das Kind) kann die Schnürsenkel schon selber binden [Id. 4/1337]

Schüelhüsstiri, N. f; Schulhaustüre

Schüelstuba, N. f; Schulstube

Schüüfla, N. f; 1. allg. Schaufel, 2. Brotschieber vgl. Backofen, 3. Radschaufel z.B. beim Mühlrad; 4. Schneidezahn, Schüüfilzänt sind die  zweiten Zähne z.B. beim Rind, so dass es den Status als Kalb z.B. bei der Alpsömmerung verliert [Id. 8/382]

Schüüfilrad, N. n; Schaufelrad (Mühle)

Schüemacherli, N. n. Pl.; Berg Enzian [S.F.!

schuppo, Adj.; viel, z.B. an schuppo maal = oft [Id. Bd. 8/1031, vgl. Schueposs; IA, I/1976, 39] A schuppo Hint sind ds Hasusch Toot. Viele Hunde sind des Hasens Tod.

Schuppo, N. m.; eine Menge, viele [Id. vgl. Tschupp 14/1777]

schuppomaal, Adv.; sehr oft

Schupperli, N. n. eine Menge, eine Gruppe  vgl. Schuppo

Schurpf, N. m.; Schürfung, Streifwunde [Id. 8/1247] Di greegschtu Ringchie träägunt am meischtu Schurpfa. Die besten Ringkühe (Kampfkühe, Stechkühe) tragen am meisten Schürfungen. Wer Streit sucht, muss am meisten dafür büssen.

Schuss, N. m; Tempo, Geschwindigkeit; lüeg a maal i welum Schuss deer da um d Egga chunt, schau mal in welchem Tempe der da um die Ecke kommt [Id. vgl. 8/1695ff.]

Schutz, N. m.; 1. Schuss, der eerscht Schutz hets dernäbu gschossu, der erste Schuss hat das Ziel verfehlt; 2. Schutz, Obhut, Betreuung, der Leerer het nu jetz unner schiinu Schutz gnu, der Lehrer hat ihn jetzt unter seinen Schutz genommen; 3. Weile, Moment, är het an Schutz miessu waartu, er hat eine ganze Weile warten müssen [Id. 8/1698; IA, II/1976, 37]

Schutzji, N. n.; Dim. von Schutz aber selten in der Bedeutung 1 (Schuss); as Schutzji beitu, eine Weile warten.

Schutzmüüra, N, f.; Schutzmauer gegen Steinschlag oder Lawinen, z.B. Äbihooch

Schwadjeta, N. f.;1. Schöpfkelle; 2.  eine gewisse Menge Flüssigkeit, Schwall vgl. Gutz, Schwetti

Schwamm, N. m.; 1. Schwamm; 2. Inneres des Euters [Id. 9/1870 ff.]

Schwämpa, N. f.; Wasserlache, Pfütze, vgl. auch Gilla [Id. vgl. Schwämmi III,1 9/1862]

Schwanz, N. m.; 1. Schwanz, Tierschwanz, Chüeschwanz, Kuhschwanz, Rossschwanz (auch als Frisur), Schwiischwanz (vor allem als Menu), Schwanzlutscher (Schimpfwort, Schwuler) [Id. 9/2014] ; 2. Anhängsel, z.B. hat der Komet einen Schwanz; 3. Schwanz: Geschlecht des Mannes, Pennis [Id. 9/2021]

Schwanzasatz, N. m.; Schwanzwurzel, auch: Schwanzbei, Schwanzriepa, Schwanzstuck, Schwanzfädera, Schwanzchamma

Schwanzbei, N. m.; Schwanzswurzel; auch: Schwanzasatz, Schwanzriepa, Schwanzstuck, Schwanzfädera, Schwanzchamma [Id. vgl. 9/2014]

Schwanzchamma, N. m.; Schwanzswurzel; auch: Schwanzasatz, Schwanzbei, Schwanzfädra, Schwanzriepa, Schwanzstuck [Id. vgl. 9/2014]

Schwanzfädra, N. m.; Schwanzswurzel; auch: Schwanzasatz, Schwanzbei, Schwanzriepa, Schwanzstuck, Schwanzchamma [Id. vgl. 9/2014]

Schwanzriepa, N. m.; Schwanzswurzel; auch: Schwanzasatz, Schwanzbei, Schwanzstuck, Schwanzfädera, Schwanzchamma [Id. vgl. 9/2014]

Schwanzpuschil, N. m.; Haarbüschel am Ende des Kuhschwanzes [Rübel, 20]

Schwanzstuck, N. m.; Schwanzswurzel; auch: Schwanzasatz, Schwanz bei, Schwanzriepa, Schwanzfädera, Schwanzchamma [Id. vgl. 9/2014]

Schwärba, N. f; Wasserstandsregler bei Bewässerungsleitungen

schwärbu, V. tr; den Wasserstand einer Suon regeln

Schwaarber, N. m; der letzte Streich beim Howwu [IA, I/1976, 39], im Schwaarber ischt ds Chooru; im letzten Streich liegt der Fruchtsegen, verlangte sorgfältiges Arbeiten

Schwaarta, N. f; Schwarte, Abschnitt von Rundholz

schwaarz, Adj.; schwarz; Flurname: schwarz, dunkel, finster;bezeichnet einen Ort zusätzlich als dunkel, düster, auch mit dunklem Baumbestand: Schwaarz Grabo. [(639/124) Id. 9/2171]

Schwalbuschwanz, N. m; 1. Laube,T reppenvorbau; 2. Handsäge

Schwaarznasa, N. f; Schwarznasenschaf, Walliser Schafrasse

Schwaarznasuschaaf, N. n; Schwarznasenschaf, Walliser Schafrasse

schweissu, V. tr.; 1. schwitzen vgl. Schweisshund, Jagdhund; 2. schweissen [Id. 9/2221]

schwellu, V. tr.; schwellen, aufquellen; z gschwellu tüe, durch Einlegen in Wasser aufquellen lassen, besonders bei leck gewordenen Holzgefässen [Id. 9/1821; IA 1/1976, 38]

Schweibja, N. f.; 1. etwas Schwebendes (z.B. an Schweibja an Rock), 2. Schindel [Id. 9/1731]

schweichu, V. intr.; schwingen, schwanken, schwenken [Id. 9/2005]

Schwetti, N. f.: ein gewisse Menge Flüssigkeit, grosser Schwall [Id. 9/2242]

Schwii, N. n; Schwein

Schwiiblaatra, N. f; Schweineblase

Schwiichromo, N. m; Schweinekoben, Verschlag

Schwiichrüt, N. n; Schweinekraut

Schwider, N. m.; Berberitze, Sauerdorn [Id. 9/1756]

Schwiderbeer, N. n.; Berberitze [Id. 4/1472]

Schwiderdooro, N. m.; Berberitze [Id. vgl. Schwider, 9/1756]

Schwiigade, N. m; Schweinegaden, -stall

Schwiiglaff, N. n; Schweinefutter

Schwiigschirr, N. n; Schweinekessel

Schwiigwäsch, N. n; Schweinefutter

Schwiihäärpfil, N. m; Schweinekartoffel, kleine und minderwertige Kartoffeln wurden an die Schweine verfüttert.

Schwiimüelta, N. f.; Schweinemulde, Schlachtmulde, vgl. Fäärlimüelta [Id. 4/216]

schwiinu, V. intr.; 1. schweinen, etwas beschmutzen; 2. Schleimabsonderung bei trächtigen Kühen, die die Gefahr einer Fehlgeburt anzeigen [Id. 9/1909]

Schwiinund, N. m. Schwindsucht [Id. 9/1918]

Schwiischnurrli, N. n; Schweineschnautze (Gericht)

Schwiischwanz, N. m; Schweineschwanz (Gericht)

Schwiistall, N. m; Schweinestall

Schwiistija, N. f; Schweinestall

Schwiisuww, N. n.: schweinischer Mensch, die Verdoppelung schwii wird hier als Verstärkung gebrauch: du bist eine schweinische Sau!

Schwiitiri, N. f; Schweinetüre

Schwiitrogg, N. m; Futtertrog für Schweine

Schwiitrooja, N. f.; schmutziges, schmuddeliges, liederliches Weibsbild [Id. 14/718]

schwitzu, V. tr.; schwitzen, transpirieren [Id. 9/2275]; ins Schwitzu cho, ins Schwizen kommen, sich aufregen, ängstigen

Schwunt, N. m; Schwund; beim Blockbau

secklu, V. intr.; rennen, laufen [vgl. Id. 7/675], dazu gehören: absecklu, weglaufen; umenandresecklu, herumlaufen, versecklu, betrügen, hintergehen [Id. 7/674]

See, N. m.; See; Flurname: zeichnet meistens tatsächlich einen See: Boortelseewji, kann aber auch für Gebiete stehen, in denen es weit und breit keine Seen gibt (vermutlich existieren hier im Frühjahr Schmelzwasserteiche, die dann während des Sbmmers austrocknen)  Seewji, Seewjistaafol [(651/126 und 649/128) Id. 7/1479

seer, Adj.; 1. sehr, 2. wund, wundgerieben; ds Mämmi het an seere Arsch, das Kind hat einen wunden Arsch [Id. 7/1263]

Seiffa, f; Seife, Blockseife

Seikla, f; Sprosse, Leitertritt

Seick, N. m.; 1. Urin, Harn; 2. Unsinn, vgl. auch Säich, tüe nit settige Säich verzellu, erzähl nicht solchen Unsinn [Id. 7/138]

seicku, V. intr.; 1. urinieren, Vulgärsprache bei Menschen; 2. säugen des Kalbs [Id. 7/141]

seifru, V. intr. 1. Speichel aus dem Mund fliessen lassen, geifern; 2. leicht regnen [Id. 7/343]

seiju, V. intr.; 1. trödeln, herumtrödeln, äss seijut der ganz Tagg nur a soo umanand,er/es trödelt den ganzen Tag nur so herum; 2. sieben, von nhd. siehen, Flüssigkeit (Milch) durch einen Filter sickern lassen [Id. Bd. 7/586; Id. 8/601 vgl. sejen, Waren durch wägen genau kontrollieren, etwas genau nehmen]

seeju, V. tr.; säen, Korn säen, [Id. 7/37]

Seitüech, N. n.; Seihtuch, Filtertuch [Id. 12/318]

Sekretäär, m; Sekretär, Schreibschrank

Seel, N. f.; 1. Seele; 2. der/die Tote, Aarmi Seel = unerlöster Toter; 3. Loch im Bortlaib = Bäckerseel [Id. 7/699]

seli, Partikel (Gradual); so, solch, verstärkend zum Adjektiv, seli sträng, so streng [IA II/1976, 36]

Sell, N. f;  Grundbalken eines Hauses, Türschwelle vgl. Tirrsell [Id. 7/711]

Sella, N. f; Schwelle [Id. 7/711] vgl. Tirrsell, Hüsssell

seer, Adj.; wund, offen, von Hautstellen, bes. infolge Schürfung, Reibung, Ätzung [Id. 7/1263]

Sellner, N. m; Schwelle [Id. 7/711] vgl. Tirrsell, Hüsssell

setzu, V. int.; setzen, senken

Sichja, N. f.; Sichel [Id. 7/186]

Sichtstei, m; Sichtstein; Stein in der sichtbaren Mauerfront

Sidella, f; Holzeimer, Bottich

siee, Pa; manchmal, vgl. auch asie [Id. 7/15]

sienta, Pa; manchmal [Gr. 189]

Sigroscht, N. m.; Sigrist, Messmer [Id. 7/508]

Silbermantil, N. m.; Silbermantel, Heilkraut [Id. 4/343 vgl. Silberchrut 3/907]

Silli, N. n.; Sohn [Id. 7/1086] vgl. Zuchtji = Tochter

Sims, N. n; Sims

Simsmüüra, N. f; Mauer bis zum Fenstersims

Sirmil, N. m.; zerstreuter, unsorgfältiger Kerl [S.F.]

Sirmunda, Sirvolta, N. f; Käsemilch [Id. 7/1327]

Sirta, N. f.; Käsemilch [Id. 7/1327]

Siita, N. f.; 1. Seite; 2. Lende; mier tüet d Siita wee, mir schmerz die Seite; 3. Buchseite [Id. 7/1448]

Siitulado, m; Seitenbrett, Kastenbrett

sitzu, V. intr.; sitzen [Id. 7/1734]

Siwwjig, N. m.; Schmutzfink von. Sau  [Id. 7/1516]

SkapuliierSchgapoliier, N. n.; Ordens-, Bruderschaftszeichen vgl. Skapulier; mit diesem Zeichen haben sich auch die Laiensbruderschaften (z. B. 3. Order) mit einer Schärpe, einem Schild oder einer Schnur gekenntzeichnet [IA, II/1976, 36]

Sockil, N. m; Sockel

Sola, N. f.; 1. Sohle; 2. undordentliche Frau, die es nicht so mit der Sauberkeit hält [Id. 7/776]

Soldatustuba,  N. f; Soldatenstube

Soletsch; N. m.; unordentlicher Mensch, unsorgfältiger Aarbeiter [F.I.]

solu, V. tr. schleppen, naasolu, nachziehen, nachschleppen [Id. 7/767]

Soorge, N, Pl.; Sorgen [Id. 7/1299]

Sozi, N. n.; abwertend, kurz für Sozialdemokrat [Id. 7/1786]

sp > wird immer als "schp" gesprochen

Spää, N. n.; dünne Querlatte einer Bergola (Weinbau) [IA II/1979, 42]

Späckteella, N. f; Bergkiefer,-föhre

spääch, Adj. klein, schmächtig, bei Männer, as späächs Mannji, ein kleines, schmächtiges Männlein [Id. 10/75, 3); IA II/1979, 42]

spächtju, V. tr.; 1. spähen, ausspähen; 2. entrinden [Id. 10/45]

spaggu, V. tr. spähen, aufpassen, gespannt sein [Id. 10/84]

Spaala, N. f.; Spält , Schlegel, Tierschulter [Id. 12/112]

Spaalttotz, N. m.; Holzspaltklotz, aufrecht stehender Holzblock auf dem Holz gespalten werden kann [Id. vgl. Schitertotz, 13/2272]

spaaltu, V. tr.; 1. mit einem scharfen Werkzeug trennen, spalten, Holz spalten; 2. trennen beim Schmieden [Id. 10/210]

Spannbalko, N. m; Spannbalken,Spannbaum

Spannböüm, N. m; Spannbaum

Spannig, N. f; 1. Spannung; 2. Bauterminologie: Gespann, Spannbaum

Sparo, N. m; Dachsparren

Spedlig, N. m; Sperrleiste, Verstrebung

Sperr, N. n; Sperrleiste,Verstrebung

Spettji, N. n; weibliches Schaf im Alter von 1-2 Jahren

Spiicher, N. m; Speicher

Spiichänil, N. m; Speikanal, Mühlkanal

Spiichertiri, N. f; Speichertüre

Spiess, N. m.; 1. Spiess; 2. Name für eine Kuh, deren Hörner auswärts streben [Id. 10/548]

Spilla, N. f; Spille, Stützbalken [Id. 10/329]

spillu, V. tr.; an ein altes, bauchig werden des Gebäude aus Holz eine senkrechte Holzleiste zur Stabilisierung anbringen [Id. vgl. 10/329]

spinntisierru, V. intr.; spintisieren, grübeln [Id. 10/385]

spinnu, V, tr.; 1. Garn spinnen, ein Netz spinnen; 2. irrsinnig sein; 3. intensiv, langanhaltend nachdenkenn, dem Theema spinnts jetz schon an parr Tägg naa; über dieses Thema denkt er jetzt schon ein paar Tage nach, 4. eine abwegige Meinung haben, du spinnscht doch, spinnst du? [Id. 10/311]

Spiis, N. f; Lebensmittel, Nahrung

Spiistricka, N. f; Speiseschublade

Spitz, N. m.; Spitze; Flurname: Fels-, Bergspitze, auch zugespitzte Geländeform; Spitzwaaldi [(662/127); Id. 10/677]

spitzu, V. tr.; spitzen, zuspitzen z.B. von Spitzeisen [Id. 10/706]

Spitziisu, N. n; Spitzeisen

Sporr, N. n; Vordach, Traufe, vgl. Dachtraufe [Id. 10/454]

Sporrplatta, N. f; Dachplatte

Sporrchänil, N . m; Regen-, Traurinne

spränggu, V. tr.; 1. sprengen; 2. verschrecken, fortschrecken [Id. 10/858] vgl. abspränggu, verspränggu, wäggspränggu

Spränzil, N. m; 1. Holzleiste; 2. Sperrleiste, Verstrebung; 3. hagerer Mensch, äss ischt nummu soo an Spränzil, er ist nur so ein aufgeschossener, hagerer Kerl [Id. X/917 ff.; IA, II/1979, 42]

Sprätzla, N. f.; Wunderkerze, Sprühkerzchen am Christbaum [Id. 10/973]

sprätzlu, V, intr.; 1. knistern, z.B. heisses Fett; 2. funken, sprühen,  z.B. bei Wunderkerzen  [Id. 10/974]

Spriessi, N. n; Schaf mit graden Hörnern

springu, V. intr.; springen, laufen [Id. 10/885] vgl. abspringu, fortspringu, wäggspringu

Spritza, N. f; Sperrleiste, Verstrebung

Spreeli, N. n.; schmächtige, mager Person, meist auf einen Mann bezogen, vgl. auch Spränzil [IA, II/1979, 42]

springu, V. intr.; 1. springen; 2. Stier der auf der Kuh aufsitzt, Begattung [Id. 10/885]

Sprossa, N. f; Sprosse

Spüela, N. f.; Spuhle [Id. 10/194; IA I/1978, 40]

Spüelo, N. m.; Spuhle am Spinnrad [Id. 10/195; IA I/1978, 40]

spurtu, V. intr.; spurten, schnell gehen, laufen

St wird immer als "scht" gesprochen​

 

staa(n), V. intr.; stehen; Der Gscheidre gi naa und der Eschil bliipt staa. Er Gescheitere gibt nach und der Esel bleibt stehen. Tr. ... jmd. laa staa, jmd. stehen lassen, warten lassen oder abhängen [Id. 11/493]

 

Stäcko, N. m; Stock

Stadolplaana, N. f; Mäuseplatte [VS, 187]

Stadolbei, N. n; Stadelbein [VS, 187]

Stadoltschaaggo, N. m; Stadelbein

Stadol/Stadil; N. m. Stadel

Stadolpfiiler, N. m; Pfeiler, Stadelbein

Stadolplaana, N. f; Stütze und Platte beim Stadel

Stadoltiri, N. f; Stadeltüre

Stadoltschebil, N. m; Fuss, Stadelbein [VS, 187]

Staafil, N. m; Stafol, Alpe; Flurname: Staafel = Stäfel; Alpe mit individueller Nutzung; es stehen mehrere Mehrzweck Alpgebäude zu einem kleinen Dörfchen oft auch mit Kapelle und gemeinsamem Brunnen (Tränke) zu sammen. Diese Ortsbezeichnung hat auch in Gebieten überdauert

in denen die Alpe aufgegegeben oder einer anderen Nutzung zugeführt wurde. Sehr oft finden wir die Ortsbezeichnung in Zusammensetzungen, die Auskunft über Beschaffenheit oder Eigner Auskunft geben: Mattustaafol,

Waaldstaafol. [(640/126) Id. 10/1004,o; SDS, VII/244] 

Staafilalpa, N. f; Stafelalpe, Alpe

Staffil, N. m; Sprosse, Leitertritt

Staffiltritt  N.  m; Sprosse, Tritt (Verdoppelung)

Stäga, N. f; Stiege, Steintreppe

Stäguhüss, N. n; Stiegenhaus

Stäguplatta, N. f; Laube, Treppenvorbau

Staaldu, N. m; steiler Abhang, Flurname: Stalden, Stalu = St.alden; ansteigende Stelle im Gelände,ansteigender Weg, Stutz: Stalu, Staldu, Unnerstalu, Oberstalu, Staldhom, Stalduried, Staldbach. [(632/120) Id. 11/335ff.; Zinsli, NG S. 584, Zi 112]      

Stall, N. m; Stall

Stallbett, N. n; Viehlager

Stallbrigi, N. f; Viehlager

Stallpfeischter, N. n; Stallfenster

Stallgang; N. m; Gang, Stallgang

Stallmüüra, N. f; Stallmauer

Stalltiri, N. f; Stalltüre

Stand, N. m.; 1. das Stille stehen; 2. Stand; Flurname: Ständ = Stand; flacher, teilweise exponierter Hügel, rundliche Erhebung; kleine Ebene auf einer Anhöhe, Aussichtspunkt: Stand, vgl. Biel. [(631/122) Id. 11/956.; vgl. Biel, Zi 101]

Standball, N. n; vgl. Eckball, baseballähnliches Spiel mit Tennisball

Standböüm, N. m; Viehlägerendbalken, Grabenbalken

Stazio(n): N. f.; 1. Bahnhof, Haltestelle; 2. Kreuzwegstation [Id. 11/1845]

Stei, N. m; Stei; mu müess mit dene Steinu hüüsu, wa mu het; man muss mit den Steinen bauen, die man hat (man muss sich mit dem bescheiden, was man hat; Volmar Schmid: Sprichwort, S. 83) [Id. 11/754]

Steiborer, N. m; Steinbohrer; längliches Spitzeisen, mit dem mit dem Vorschlaghammer z.B. zum Sprengen Löcher in den Felsen geschlagen werden

Steinu, N. Pl., Dat., Steina, Stei = Steinu; Flurname: Steinen; besonders steinige Gegend z.B. im Baltschiedertal ze Steinu oder am Simplon, Steifärricht, Steischiir, Steinumatte, Steinuchäller, Steinuschlüecht und Steinutaal.  [(649f/127f) Id. 11/754; vgl. Zi. 78]  

Steimüüra, N. f.; Steinmauer [Id. 4/383]

Steiplatta, N. f; 1. Steinplatte, 2. Mäuseplatte  [Id. 5/200]

Steihüss, N. n; Steinhaus (Material); Ortsname und Herkunftsort der vielen Schmid von Ausserberg

Steimüüra, N. f; Steinmauer

Steipilz, N. m.; Steinpilz

Steischlegil, N. m; Vorschlaghammer zur Steinbearbeitung, Schlegel 

Stellböüm, N. m; Viehlägerendbalken, Grabenbalken 50

Stelza, N. f; Stadelbein

steerru, V. tr.; 1. stören; 2. rühren, umrühren: di Palänta steerru, die Polenta umrühren [Id. 11/1259]

stiibis, Adj. vollständig, kommt immer in der Redensart: riibis und stiibis vor; är het die Palänta riibis und stiibis ggässu, er hat die Polenta vollständig gegessen [Gr. 162]

Stier, N. m.; Stier;  Stieri, gib naa, i gibu nit naa. Stier, gib nach, ich gebe nicht nach (zum Bezeichnen von besonders ausgeprägterr Starrköpfigkeit; Schmid Volmar, Sprichwort, S. 118) [Id. 11/1215], vgl. Stieri, Stieggi, Stierli;

Stieggi, N. m.; Stier [Id. 10/1513]

Stiija, N. f; Stall, Schweinestall

stillu, V. tr.; 1. stillen, ruhiger werden, zur Ruhe gelangen, aufhören; bi züenämundum Elter, hets de tiitlich gstillot,bei zunehmendem Alter, wurde er deutschlich stiller; zu Ende gehen, 2. stillen, säugen, sieh auch: ds Putti gä, di Bruscht gä [Id. 11/262ff.]

stierig, Adj.; brünstig [Id. 11/1239]

stiglu, V. intr.; stottern [Id. 10/1542]

Stirna, N. f.; Stirn; jdm di Stirna bietu, jemandem die Stirne bieten, widerstehen [Id. 11/1540]

Stitzmüüra, N. f; Stützmauer

stitzu, V. intr.; stürzen, abstürzen; tr.; aufstellen, z.B. d Ooru stitzu, die Ohren aufstellen [Id. 11/1909,4]

Stockmili, N. m; Stockmühle

Stockrad, N. n; Stockrad (Mühle)

Stoorto, N. m; 1. Strunkt, Pflanzenstrunk, Pflanzenstängel, abgeschnittener Pflanzenstiel, z.B. Chabosstoorto 2. kleinwüchsiger Mensch [Id. 11/1548]

storu, V. Intr.; rühren, stören, umrühren; di Palänta steeru, die Polenta umrühren [Id. 11/1259]

Stoosspfeischter, N. n; Stoss-, Schiebefenster [Id. 1/873]

Stotzmüüra, N. f; Stützmauer

Stöüplumpo, N. m; Staublumpen

Straffil, N. m.; Heuschrecke, vgl. auch Hewwstraffil [Id. 11/2122] Eigenwort der Walsersprache

Strälla, N. f.; Striegel, vgl. Strigil [Id. 11/2232]

strällu, V. tr.; 1. mit dem Striegel das Vieh putzen; ds Vee strällu, das Vieh striegeln; 2. zappen, das Bettgewand herum-, abwerfen, in Unordnung bringen; jetz hescht schoo wider ds Bett versträllot, jetzt hast du schon wieder das Bett in Unordnung gebracht  [Id. 11/2232]

stramplu, V. intr.; strampeln, zappeln [Id. 11/2261]

sträng, Adj.; streng [Id. 11/2292; IA II/1976, 36]

straapju, V. intr. klettern [vgl. Id. 11/2311]

Straass, N. f.; 1. Strasse; 2. Verbindung z.B. Ameissustrass, Ameisenstrasse [Id. 11/2325]

Straassugrabo, N. m; Strassengraben

Strätsch, N. m.; 1. von Sachen: Stück, Zeug, Lappen, 'Lumpen', 'Hader', Fetzen; Nastuch; (scherzhaften) Übertragungen meist pl., von alten, schlechten, abgetragenen Kleidern; 2. von Menschen: in ungünstigem, tadelndem Sinn: Lump, 'lumpiger Kerl, Mensch', fremdes Gesindel; in wohlwollend (herablassend) mitleidigem Sinn von Kindern, bes. von im Wachstum zurückgebliebenen; armer, elender, bedauernswerter, auch schlecht gekleideter, kränklicher Mensch [Id. 11/2416]

streckku, V. tr.; 1. straffen, gerade, steif machen, spannen; 2. strecken, durch gleichmässiges Schmieden verlängern [Id. 11/2155]

Streel, N. m.; Kamm [Id. 11/2215]

Strewwi, N. f; Steu aus Stroh oder Chriss = Baumnadeln [Id. 11/2441; IA II/1976, 36]

strewwinu, V. intr.; einstreuen, verstreuen [Id. 11/2452]

strewwu, V. intr.; streuen, Saalz strewwu, Salz streuen [Id. 11/2452]

strewwinu, V. intr.; einstreuen, dem Vieh einstreuen [Id. 11/2452]

Strickgwätt, N. n; Eckverzähnung

Strigil, N. m.; Striegel, Metallkamm zum putzen von Vieh; vgl. Strälla [Id. 11/2145]

stripfu, V. tr.; eine Ziege melken [Gr. 184]

ströüpfu, V. tr.; an den Haaren ziehen (zu Strafe) [Id. 11/2124]

Stroww, N. n.; Stroh [Id. 11/2419]

Strubil, N. m.; struppiges, ungekämmtes Haar; Haarbüschel, Haarwirbel, zerwühlte Frisur [Id. 11/1949]

Stöüp, N. m.; Staub [Id. 10/1066; IA II/1976, 36]

stöübu, V. intr.; stauben [Id. 10/1073] vgl. auch: steipu, 1. stauben; 2. verscheuchen

straapju, V. intr.; klettern, hochsteigen auf allen Vieren [Id. 11/2311]

strecku, V. tr.; 1. strecken, verlängern; der Wii mit Wasser strecku, den Wein mit Wasser strecken; 2. refl. sich strecken, ich strecku mi bis an di Dechi, ich strecke mich bis an die Decke [Id. 11/2156] vgl. auch: üssstrecku, ausstrecken; d Fiili üssstrecku, sich aus dem Schlaf strecken und recken.

Strich, N. m.; 1. Strich, Linie; 2. Strich von streichen; 3. Kuhzitze [Id. 11/2025]

streellu, V. tr.; kämmen [Id. 11/2221]

Strewwi, N. f.; Stoffname, Streu, Einstreu [11/2441]

strewwinu, V. tr.; 1. einstreuen; 2. streuen, verlieren [Id. 11/2452]

ströüpfu, V. tr.; 1. an (Haaren, Gras) zerren, (aus)reissen; 2. züchtigen, an den Haaren ziehen

strüüb, Adj.; strub, struppig, rauh [Id. 9/1561]

Stuba,  N. f; Stube, Wohnstube

Stubälli, N. n; Schemel, Hocker [Id. 10/1]

Stubji, N.  n; Stübchen, Stube, Kammer

Stububett, N. n; Stubenbett

Stububinna, N. f; Deckenbalken

Stububodo, N. m; Stubenboden

Stubugrüpper, N. m; Stubenhocker

Stubuhocker, N. m; Stubenhocker

Stubuofo, N. m; Stubenofen, Giltsteinofen

Stubupoort, N. f; Stubentüre

Stubuschaft, N. m; Stubenschrank

Stubusell,  N. n; Stubenschwelle

Stubuspiegil, N. m; Stubenspiegel

Stubutiri, N. f; Stubentüre

Stubutisch, N. m; Stubentisch

strüönzlu, V. intr. stossweises rinnen des Wassers, wenn die Tiere beim Wasserlassen stossweise mit kleinen Schlückchen sich entleeren [F. I.]

stüüchu, V. tr.; stauchen, zusammenstauchen, kürzen beim Schmieden [Id. 10/1321]

Stüel, N. m; Stuhl

Stumpo, N. m.; Stumpen; 1. durch Abbrechen oder Abschneiden verbleibenden kurze Teil z.B. abgebrochenes Kuhhorn; 2. Zigarre [Id. 11/439]

Sturz, N. m; Sturz, Abschluss bei Fenstern und Türen

Sturzlatta, N. f; Verbindungslatte, Sturz

Stutt, N. f; Pfosten

Stutz, N. m; 1. senkrechter Balken; 2. steiler Hag; Flurname: Stitz (PI.) = Steilhang; stark ansteigende Stelle im Gelände, stark ansteigender Weg: Stutz, Stütz, Stiz. [(643/129) Id. 11/1885ff.; Zinsli, NG S. 585, Zi111]      

Stutzer, N. m; 1. Gewehr, Präzisionsgewehr; 2. Schaf oder Kuh mit steil oben gebogenen Hörnern [Id. 11/1895]

Stutzerbatilla, N. f; Trinkgefäss aus Holz mit Trinkloch auf der Deckelseite; vgl. Batilla,  Dim. Batilli; [Id. 4/1908; IA I/1976, 38]

Stutzmüüra, N. f.; Stützmauer

Stutzwant, N. f; Bretterwand, Ständerbau

Süüberra, N. f.; Nachgeburt [Rübel, s. 32]

Sudler, N. m.; vgl. sudlu; unsauberer, pfuschender Arbeiter

sudlu, V. intr.; 1. beim Kochen oder Essen unsäuberlich sein; 2. unordentlich arbeiten, pfuschen; 3. mit Wasser spielen [Id. 7/327; IA II/1976, 37]

Süe(n), N, f; Pl. Sie, Suon, Bewässerungsleitung [Id. 7/1109; IA I/1975,38] vgl. auch Suon, N. f.; Wasserleitung, Bisse [Id. 7/1109]

Suff, N. m.; Suff [Id. 7/346]

süüffu, V. tr.; saufen, betrinken [Id. 7/346] ../?id=509 vgl. triichu, laffu, leetu, ileeschu, süüffu, gurglu

sum, sums, sumi, Pron.; einiges, einige[Id. 7/969]

Summeralpa, N. f; Sommeralpe

Summerchieli, N. n;Milchkuh, die im Sommer zurück bleibt

Summernutzo, N. m.; Sommernutz, der Ertrag eines Sommers (Käse, Butter) [Id. vgl. nutz 4/889] Aufzuchtsüügu, V. tr; I. saugen; II. säugen, Milch-Laktation [Id. 7/513]

süpärt, Adj.; hübsch, schön von frz. "superbe" [Id. 7/1254]

Supf, N. m.; kleiner Schluck, kleine Menge (Flüssigkeit) [Id. 7/1256]

supfjolu, V. intr.; stossweise weinen; schluchzen [S. F.]

Süürteigg, N. m; Sauerteig

Suww, N. f; Sau, Schwein; 2. unsaubere, schmutzige Frau, vgl. Trooja, Schwiitrooja, Ggoschscha, Moora, Schlättra, Choorberi [Id. 7/1486]

bis d Suww chreet, etwas, das ewig dauert; stehende Formel für: das wird ewig dauern, daa waarti also nicht, bis d Suww chreet, darauf will ich nicht ewig warten

der Suww ins Fittlo; stehende Formel: sehr abgelegen; der Suww ins Fittlo und drii Stunde veri ischt Leetsche; sehr abgelegen und dann noch drei Stunden weiter ist Lötschen, sehr, sehr abgelegen

suwwu, V. intr.; 1. sauen, versauen, verdrecken, verschmieren; 2. Kuh, die eine schmutzigen Saft ausstösst, Gefahr einer Fehlgeburt [Id. 7/1510]

der Suww ins Fittlo, der Sau in den Arsch; Redensart, sehr abgelegen, irgendwo im Nirgendwo; spöttisch wurden von den Lötschern (Löschental) oder den Saasern gesagt: Der Suww ins Fittlo und drii Stunde veri ischt Leetschu/Saas; der Sau am Arsch (sehr abgelegen) und dann noch drei Stunden weiter ist Lötschen, Saas.

Suwwstija, N. f; Schweinestall

volmar.schmid@bluewin.ch +4127 923 93 35 / +4179 753 49 84

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