F

faa, V. 1. tr. fangen; 2. intr. gerinnen [Id. 1/716]

fädrig, Adj.; federig, unruhig

fäädrig, Adj.; letzjährig [Gr. 75]

Fageta, N. f. nur im Pl. Fagete,; Abfall beim säubern des Getreides (Wannen) Kleie, auch die Überreste des Heustocks, das was man zusammenfegen kannt, Fegeten = zusammengefegte Resten [Id. 1/688]

Fääggi, N. n.; Schwein, Ferkel hauptsächlich als Schimpfname

Falg, N. m.; hohe Bodenfeuchtigkeit, nach einem tüchtigen Landregen oder nach gründlichem Wässern, deer bitz Rägo heit kchei güete Falg ggä, das Bisschen Regen gibt zu wenig Feuchtigkeit [Id. 1/808]

falgu, V. tr.; bewässern [vgl. Id. 1/808]

falsch, Adj.; 1. falsch; 2. unehrlich, hinterlistig [Id. 1/815]

Falschi, N. f.; Hinterlist, Unehrlichkeit, Untreue [Gr. 76]

Fädi, N. n.; dünner, kurzer Faden [Gr. 76]

Fado, N. m.; Faden  [Id. 1/672] vgl. Fädi

Fäderläsu, N. n.; Ferdelesen, Umstände ... kcheis Fäderläsu machu [Gr. 75]

fäderliech, Adj.; federleich

Fädra, N. f.; Feder; . Bestandteil der Hautbekleidung und der Flugorgane der Vögel;  2. Bettfeder, PI. = Federbett; 3. Schreibfeder4. Samenhaare an Pflanzen; 5. «Fëderli»: gemeine Siegwurz, gladiolus communis; 6. Rippen- od. Schwanzstück des Fleisches von vierfüssigen Tieren; 7. Spannholz auf der Mauer, über welches die Balken gelegt werden; 8. der mit dem Hobel erstellte Grat an der Längsseite von Brettern, welcher je in die Nut eines angefügten andern Brettes passt [Id. 1/677]

fäädrig, Adv.; letztjährig; ds fäädrig Chalp, das letzjährige Kalb, das Fardel [Id. 1/1019] vgl. auch fääru

Fädrig, N. f.; Federung [vgl. Id. 1/679]

fädrig, Adj.; gefedert, vgl. gfädrot

fädru, V. intr.; federn [Id. 1/679]

fadugrat, Adj.; fadengerade, direkt: fadugrat eine uf d Schnura, direkt eins auf die Schnauze

faduschiinig, Adj.; 1. dünnes, durchgeriebenes Tuch; 2. durchschaubar wörtl. Tuch, übertragen z.B. an faduschiinige Üssret, eine fadenscheinige Ausrede [Id. 8/832]

Fäger, N. m.; Feger, Windfang: an luschtige Fäger, eingenartiger Kerl [Id. 1/687]

​Faggsa; N. f.; vgl. auch Faxxa ; 1. Grimasse [Id. 1/1142]; 2. Wildgras [Id. 16/1784]

Fäck, N. m; 1. Flügel, meist Plur. Fäcke; Redensart: d Fäcke stutzu, die Flügel stutzen; 2. Türflügel, Fettich[Id. 1/728]

Fädra, N. f; Feder

Fäger, N. m.; Feger, Kerl, Mann [Id. 1/647]

Fagete, N. f. Pl.; Abfall, der beim Wannen des Getreides anfällt, auch die Überreste, die im Winter beim Heutransport in der Scheune zurückbleiben; ich ha an Tschifreta Fagete fer z strewwinu gibrüücht; ich habe einen Tragkorb voll "Fagete" zum Streuen gebraucht [Id. vgl. Fegeten, was sich zusammenwischen lässt 1/688; IA II/1979, 42]

Fäägg, Fääggi, N. n.; 1. Schwein, Ferkel, 2. schmutziges Kind [Id. 1/712]

Fägnäscht, N. n.; Zappelphilipp, Fegnest; Kind, das nicht ruchig sitzen kann [Id. 4/838]

Faggsa, N. f.; Büschel des Borstengrases [Id. 1/655]

fäin, Adj.; 1. fein, flott; 2. zart, zierlich [Id. 1/835]

Fäcko, N. m.; Flügel, Fittig [Id. 1/728]

Fääldschmitta, N. f.; Feldschmiede [Id. 9/1032]

Falg, N. m.; Erdfeuchtigkeit nach einem Nachhaltigen Regen, äs het an scheene Falg gigä, es hat einen anhaltenden Niederschlag gegeben [Id. 1/808]

falgu, V. tr.; bewässern, befeuchten [Id. 1/808]

Fälgurat, N. n; Felgenrad, Mühlrad

Fäll, N. n.; Fell [Id. 1/770]

Fall, N. m.; Fall, Flurname: Abhang; Übergang von flachem zu steilem Gelände, Abbruch, z.B. Widerfald, nödlich Ried-Brig, wo das Gelände wieder steiler wird, also «wieder fällt». [(643/129) Id. 1/734]

Falla, N. f.; 1. Falle, z.B. Müüsufalla, Mäusefalle: 2. Türklinke, Tirrfalla, Türfalle; 3. Falltüre; 4. Aussehen, Eindruck, an trüürige Falla machu, einen schlechten Eindruck machen [Id. 1/747]

Faalta, N. f.; Falte [Id. 1/817]

Fallchappa, N. f.; Fallkappe, dickwattierte Fallmütze, wurde Kinder und Epileptiker (ds Fallu) zum Schutz angezogen [Id. 3/389]

Falltiri,  N. f; Falltüre [Id. 13/1389]

Fältscha, N. f.; Gertel vgl. Pfältscha [Gr 75]

faaltu, V. tr.; falten [Id. 1/819]

fallu, V. intr.; fallen, sagen wir gar nicht, vlg. kchiiju, umkchiiju

Fallu, N. n.; Epilepsie [Id. 1/751]

fälu, V. tr.; 1. fellen, enthäuten, schälen; 2. vor allem als Partizip 2, zerstören, kaputt machen, vor allem bei Spielzeugen oder mechanischen Geräten,; jetz hescht mer das Puppi gfälot, jetzt hast du mir das Spielzeug kapput gemacht [Id. vgl. fallen 9, 1/759]

falu, falw, Adj.; Farbe, falb  [Id. 1/823]

Fälwa, N. f.; Spelze, wird praktisch nur im Pl.  Fälwe gebraucht; ausgedroschene Ähren [IA II/1976, 36]

faam, Adj.; schwach, weich, eine Lehre im Bauch; mier ischt faam, ich fühle mich schwach, (vermutlich vom lat. fames = Hunger), faam, liis und weich haben alle dieselbe Bedeutung [IA II/1979, 42]

Faamolli, N. n.; eine hagere, schmächtige Frauenperson [IA II/1979, 42], ist sie zusätzlich noch gross, nennt man sie eine Hangilla [IA II/1979, 42]

fämmjolu, V. intr.; herumfuchteln; tüe nit mit diim Fingerli mier vor der Nasa umanandre fämmjolu, fuchtle nicht mit deinem Finger vor meiner Nase herum [IA II/1979, 42]

Faamolli, N. n.; hagere, schmächtige Weibsperson [IA II/1979, 42]

Fänchil, N. m.; Fenchel [Id. 1/845]

Fändli, N. n.; Fähnchen, Wimpel [Gr. 75]

Fangilla, N. f.; vgl. Pfangilla, geronnene, "gefangene" Milch (Käsen) [Id. 1/859]

Fänner, N. m.; Venner, Fahnenträger [Id. 1/831]

Fano, N. m.; Fahne [Id. 1/828]

Fantascht, N. m.; Phantast [Id. 1/875]

Fantaschtigi, N. f.; Unart [Gr. 76]

fantaschtisch, Adj.; 1. fantastig, schön: 2. irr, krank [Id. 1/875]

Fantasii, N. f.; Phantasie

fantasierru, V. intr.; phantasieren

Faara, N. f.; liederliche, unseriöse Frau, (hier von "fahren" = unsteter Lebenswandel, herumfahren) vgl.: Fara, Gschwäder, Schgüzza, Sola, Trooja [Id. vgl. faren 1/888]

fäärbu, V. tr.; färben [Id. 1/990]

faarig, Adj.; unstet, unausgegliechen [Id. 1/902]

Fäärli, N. n.; Schwein [Id. 1/921]

fäärlinu, V. tr.; ferkeln, Schweine gebären

Fäärschi, V. n.; Ferse [Id. 1/1022]

Faart, N. f.; Fahrt [Id. 1/1026]

fääru, Adv.; letztes Jahr [Id. 1/1019]

Färrich, N. m; Gehege, Verschlag, Flurname: Pferch; eingefriedeter Platz

für das Vieh, besonders zum Besammeln der Schafe undzur Schafseheide: Fäärchu, Färichwald. [(638/129) ld. 5/1174.; Zinsli, NG S. 564) 

Fäärli, N. n; Schwein; We mu welle sitzu mit de güetu Bitzu, miesse mu nit mässu, was as Fäärli mäge gfrässu. Wenn man will sitzen bei den guten Bissen, muss man nicht messen, was ein Schwein fressen mag. ...gaa wie dum Fäärli an Triichja; passen wie der Sau eine Treichel (SV, Sprichwort, 138, VIII); [Id. 1/249]

Fäärlimälchtra, N. f; Futtergefäss für Ferkel

Fäärlimüelta, N. f; Schweinemulde, Schlachtmulde

Fäärlistiija, N. f; Schweinestall

Fäärlitrogg, N. m; Futtertrog, Schweinetrog

Fäärlitrogji, N. n; Futtertrog für Ferkel

Fäärschi, N. n.; Ferse [Id. 1/1022]

Fäärlimüelta, N. f; Schweinemulde, Schlachtmulde, vgl. Schwiimüelta [Id. 4/216]

Fartel, N. n.; Kalb, einjähriges Rind [Id. 1/995]

fääru, Adv.; letztes Jahr [Id. 1/1019]

Fäärschina, N. f.: Ferse [Id. 1/1022]

Fäschscha, N. f.; Reisigbündel [Id. 1/1098]

Fäschscha, N. f.; Reisigbündel (Eschenreisig), die gedörrt wurden und zusammen mit Heu dem Vieh verfüttert wurde [Id. 1/1038]

fäschschu, V. tr.; (Eschen)reisige schneiden; die Reisige werden im Laub geschnitten, zu Bündel gebunden und gedörrt an das Schmalvee, Kleinvieh verfüttert [vgl. Id. 1/1098]

Fassji, N. n; Fass,Weinfass

Fasslaager, N. n; Fasslager

Fasstirli, N. n; Fasstüre

Fassung, N. f.; Form, Aussehen, das het doch kchei Fassung, das geht so nicht, sieht schlecht aus aus franz. facon

fatt, Adj.; fade [Id. 1/672]

Fätterra, N. f.; Käseform aus einem gedrechselten Holzstück  [Id. 1/1132] vgl. Vätterra

Fätterruchees, N. m.; Vetternkäse, Käse der mit einer Fättera hergestellt wurde [Id. 3/506]

Fatscha, N. f.; grimmiges Gesicht, Grimasse [Gr. 76], aus dem Ital. faccia = Gesicht

fätzlu, V. intr.; fuchteln, vgl. auch umanandrefätzlu, herumfuchteln [Gr 79]

​Faxxa; N. f.; vgl. auch Faggsa ; 1. Grimasse [Id. 1/1142]; 2. Wildgras [Id. 16/1784]

feimmu, V. tr.; abrahmen, Milch abrahmen [Id. 1/825]

feeldru, V. tr. Holzstämme ziehen [Gr. 75]

feellu, V. intr.; fehlen

fellu, V. tr.; fällen[Id. 1/758]

fellig, Adj.; ziemlich (von völlig), meist als Verstärkung eines Adjektivs: fellig richtig, fellig falsch; aber auch als reines Adjektiv: a(n) felligi Chüüscht, eine ziemliche Kunst [Id. 1/785; IA, II/1976, 36]

Fenster > Pfeischter

Feenno, N. m.; Föhn, warmer Südwind [Id. 1/843] an diesem Wort, zeigt sich gut, wie sich das Walliserdeutsche entwickelt hat, den Wind gibt es schon seit urzeiten, darum wir das "öö" in "ee" umgelautet; den Hartrockner haben wir erst in neuester Zeit übernommen, darum sagen wir dem heute Föön

feisst, Adj. feisst, fett [Id. 1/1071]

Feissti, N. f.; Fett, Fettigkeit, Fett am Boden; Fettleibigkeit [Id. 1/1073]

Fecki, N. f.; Eichmass, Eichmarke an Flaschen [Id. 1/728]

fecku, V. tr.; eichen

fellu, V. tr.; fällen [Id. 1/748]

feennu, V. intr.; Föhnwind blasen, vgl. föönnu, Haare trocknen [Id. 1/845]

Feisste Froontag, N. m.; Fetter Donnerstag, Fasnachts Donnerstag

ferrächtsch, Adj.; für immer, für richtig, des Rechtes wegen [Gr. 77]

ferbotsch, Adj.; scheinbar, zum Schein [Gr. 77]

ferggu V, tr.; 1. schleppen, tragen; 2. die Kuh zum Stier führen, vgl. züelaa [Id. 1/1001]

ferì, Adv.; Betonung auf dem "i"; hinein, herein [Gr.77]

Fert, N. f.  Fuhre, Ladung, [Id. 1/1038]; ein stehender Ausdruck ist: nit der Fert, das lohnt sich nicht, das ist keine Fuhre wert.

fertig, Adv.; fertig, zu Ende sein

fertigu, V. tr. 1. etwas herstellen, fertigen; 2. jmd. fertig machen, niedermachen, verspotten [Id. 1/1002]

fertwellu, V. intr. spielen [Id. 14/1812] vgl. vertwellu

Feeschscha, N. f.; 1. Wickelband, Verband, Stabilisierung einse gebrochenen Glieds; 2. Wickelband beim Neugeborenen, Nabelband, Nabilbant [Id. 1/1097]

fescht, Adv.; fest, stark, sehr [Id. 1/1118]

Feschtigsgrabo, N. m; Festungsgraben

feeschschu, V. tr.; einbinden, Wundberband anlegen [Id. 1/1097]

Fetsu, Fetsucht, Tseicha, Fetseicha, N. f.;  Scheide bei der Kuh [Rübel, 22]

fii, 1. Adj.; fein, zart [Id. 1/835]; 2. ziemlich, dass ischt fii an nätte Kärli, (ironisch) dass ist mir ein feiner Kerl = ein Lumpenhund

Fiaschgga, N. f.; Strohflaschem, Korbflasche, Ciantiflasche; ital. fiasco

fiecht, Adj.; feucht [Id. 1/669]

Fiechti, N. f.; 1. Feuchtigkeit; 2. kleine Menge Flüssigkeit: ich ha numm an Fiechtig gitrüüchu, ich habe nur ganz wenig getrunken [Id. 1/670]

Fiela, N. f.; Feile [Id. 1/779]

fielu, V. tr.; feilen [Id. 1/779]

fientschgu,  V, intr. kratzend etwas hin und her bewegen, z.B. Geige spielen oder mit einer stumpfen Säge Holz sägen.

Fiergeiss, N. f.; die führende Geisse, Anführer, Anstifter [Id. 2/462]

Fieri, N. f.; im Gange sein = uff der Fieri, auf der Fuhre, dem Fuder sein [Id. 1/986]

Fientschger, N. m.; 1. schlechter Geiger; 2. Bastler, schlechter Arbeiter

fientschgu, V. tr.; 1. Geige spielen; 2. schlecht Arbeiten, z.B. sägen, hobeln... [Id. vgl. 1/876]

Fieraabu, N. m.; Feierabend

Fiertag, N. m; 1. Feiertag, Marienfeste oder das Fest eines Heiligen, z.B. Kirchenpatron, an denen die Arbeit ruhte; früher gab es jede Menge dieser Feiertage, z.B. Dreikönigsfest (6. 1.), Peter und Paul (29.6), heute sind nur noch ein paar wenige übrig geblieben. 2012 sind im Wallis christliche Feiertage: St. Josef (19.3 fix), Auffahrt (17. 5. fliessend), Fronleichnam, Herrgottschtag (17. 6. fliessend), Maria Himmelfahrt (15. 8. fix), Allerheiligen (1.11. fix), Maria Empfängnis (8.11. fix)  2. Fiertaga, die Tage mit der Alpabfahrt mit Waschen, Prämierung und Scheren der Schafe (um den 22. September, Fest des Hl. Mauritius = Landespatron des Wallis) [Id. 12/830]

ze Fiertagu, Stehende Formel für die Tage um den 22. September (St. Mauritius); an diesen Tagen wurden die Schafe von der Alpe geholt

Fieri, V. f.; 1. Fuhre; 2. Plan, Absicht: eppis uf der Fieri ha, etwas planen [Id. 1/986]

fierrig, Adj.; sättigend, nahrhaft [Id. 1/976]

fierru, V. tr.; 1. führen; 2. nahrhaft sein, sättigen [Id. 1/974]

fiesslu, V. intr.; füsseln, zappeln, mit den Füssen strampeln [Id. 1/1096]

Fietri; N. f.; 1. Futter; 2. Kleiderfutter; 3. unterlegen sein, du bischt dem nit Fietri, du bist dem weit unterlegen, bei weitem nicht gewachsen [Id. 1/1139]

fiertäglich; Adj.; feiertäglich, festlich

fietru, V. tr.; 1. fütter, zu Fressen geben; 2. essen, fressen; 3. füttern (Kleider), bei Kleidern das Futter anbringen [Id. 1/1139]

Fiidi, Fiide, N. n.; Fadennudeln [Id. 1/681]

Fiiga, N. f.; Feige [Id. 1/688]

Figifägi, N. n.; 1. Hin- und Her, i; 2. unruhige Person; 3. freier Zug zwischen zwei Mühlen beim Mühlespie; vgl. Rigifäg. [Id. 1/688]

figgu, V. tr.; 1, reiben; 2. derb vögeln, den Beischlaf ausüben [Id. 1/713]

fiin, Adj.; 1. fein; 2. lieb, brav [Id. 1/835]

Fiili, N. f.; 1. Faulheit: 2. Fäulnis; 2. Schlafbedürfnis, Müdikeit [Id. 1/792]

fiine, Adj.; brav, ruhig

fiinu, V. intr.; ruhig werden, beruhigen [Id. 1/837]

Filter, N. n.; Filter

filtrierru, V. tr.; filtrieren, seien

Finanze, N. Pl.; Finanzen

finzanzierru, V. tr.; bezahlen, finanzieren

Fint, N. m.; Feind [Id. 1/846]

Finger, N. m.; Finger, We mu de Liit der chlei Finger git, welluntsch di ganzi Hant. Gibt man den Leuten den kleinen Finger, wollen sie die ganze Hand. Miessigi Fingra macht as seers Hindra. Müssige Finger (keine Arbeit, Faulheit) macht einen versehrten Arsch. ... der falsch Finger verbinnu, den falschen Finger verbinden (etwas falsch machen, sich verschätzen); ... eppis nit us de Fingra bringu, mit einer Arbeit nicht vorwärts kommen (SV, Sprichwort, 65, 110, VIII).  [Id. 1/861]

Fingerhüet, N. m.; Fingerhut

fingerlu, fingerlinu, V. intr.; betatschen, herumfingern, übergriffig werden [Id. 1/865]

finnu, V. tr.; finden [Id. 1/847]

Fiir, N. n.; Feuer [Id. 1/940]

Fiirbodo, N. m; Feuerboden, Feuerstelle

firche, Adv.; heraus, hervor

Firchefaaru, N. n; Zügeln (Vieh)

Fiirchessil, N. m; Feuerkessel

fiirheiss, Adj.; brandheiss, sehr heiss [Id. 2/1687]

Fiirholz, N. n.; 1. Streichholz, Zündholz; 2. leicht brennbares, mit Harz getränktes Anzündholz [Id. vgl. 2/1264]

Fiirhüss, N. n; Feuerhaus, Küche

Fiirloch, N. n; Feuerloch, Ofenöffnung

Fiirmüüra, N. f; Feuermauer

Fiirrüm, N. m; Feuerraum, Feuerstelle

fiiru, V. intr.; feuern, einfeuern [Id. 1/948]

fiis, Adj.; 1. dünn; 2. fromm, sittsam, brav, an fiini Froww, eine brave Frau [Id. 1/835]

Firscht, N. f; First, Giebelbalken

Firschtlegg, N. n; Firstlage, oberste Dachplattenlage

Firschtstuba, N. f; Firststube, Dachstuhl

Fiirtiifil, N. m.; Feuerteufel, Pyromane

fiirwäärchu, V. intr.; feuerwerken, mit dem Feuer spielen [Id. 16/1196]

fiiwoll, Pa.; ja, klar, wahrlich, Bestätigung, Zustimmung, dass ischt fiiwoll an fleete Göüch, der ist wahrlich ein ein immenser Trottel [Id. 15/1361]

Fiirzig, N. n.; Feuerzeug

Fili, N. n.; Fohlen

filinu, V. tr.; ein Fohlen gebären [Gr. 78]

fillu, V. tr.; füllen [Id. 1/793]

Finta, N. f.; Finte

fichterli, Adj.; fürchterlich

firchtu, V. intr.; fürchten

Firlifanz, N. m.; Firlefanz, Unsinn [Id. 1/1014]

Firmig, N. f.; Sakrament der Firmung vgl. Chrismu

firmu, V. intr. das Sakrament der Firmung bekommen; tr. das Sakrament spenden [Id. 1/1015]

Firscht, N. f.; First, Tragbaum der Dachkonstruktion [Id. 1/1023]

firunaa, Adv.; Zusammenzug aus vorher und nachher; sonst; firunaa hescht settige Sache öü nix naagfreegt, sonst (vorher und nacher) hast du dich um solche Sachen auch nicht gekümmert [IA II/1979, 42]

Fischji, N. n; Fischel, Getreidemass [Id. 1/1109; IA II/1976, 36] vgl. Napf = 1/10 Fischji

Fiissil, N. m.; dünne Schnur, Fiissilschnüer, Fieselschnur [Id. vgl. Fisel II, am ehesten noch pt. 6. klein, schmächtig; passt aber auch zu Fisel Pt. 1, Spitze von Ruten, wurde doch am Geisselende eine solche Schnur befestigt, vgl. Fiselruete = Zuchtrute; 1/1075; IA II/1979, 42]

Fischilla, N. f.; Zigerstockform aus Holz, in der Fischilla heintsch du Ziger gitrickt, in der Fischchenform haben sie den Zieger ausgepresst; vgl. Fischji [Id. 1/1108]

fisierlich, Adj.; heikel, verwöhnt [Id. 1/1078] vgl. visierlich

Fisierlichi, N. f.; Geziertheit, Empfindlichkeit

fiischter, Adj.; finster; Fluname: finster, dunkel; bezeich­net einen Ort zusätzlich alsdunkel,  düster: Fiischterwald, Fiischterschlüecht [(644/124) ld. 1/873]

Fiischtri, N. f.; Finsternis [Id. 1/873]

Fiissel, N. m.; Bindfaden vom franz. ficel; meist in der Verdoppelung Fiisselschnüer, bedeutet eine dünne Schnur [Id. vgl. Fisel II, am ehesten noch pt. 6. klein, schmächtig; passt aber auch zu Fisel Pt. 1, Spitze von Ruten, wurde doch am Geisselende eine solche Schnur befestigt, vgl. Fiselruete = Zuchtrute; 1/1075; IA II/1979, 42]

fittig, Adj.; überdrüssig [Id. 1/1135]

Fittlo, N. n.; 1. Arsch, Hintern; 2. Geschlechtstrieb, Sexualität: Ds Fittlo und ds Gäält regiert d Wäält. Der Arsch (Sex, Geschlechtstrieb) und das Geld regieren die Welt [Id. vgl. Füdli 1/683]

Fittlo am Züü, stehende Formel für, am Ende sein, in die Enge getrieben

fittlochu, V. intr.; umanandrefittlochu, herumtiegern, für den Zuschauer verständnisloses Herumlaufen z. B. vor dem zu Bett gehen, noch das und jenes, noch hier hin und dort hin...; hin und her laufen, Derivation von Fittlo [Gr. 79]

mit bluttum Fittlo; stehende Formerl, mit leeren Händen, mit Nichts dastehen

Fittlo ha; stehende Formel für Mut haben; är het kcheis Fittlo, er hat keinen Mut [Gr. 79]

Fitza, N. f.; Zuchtrute [Id. 1/1151], vgl. auch Gretza

fitzu, V. tr.; züchtigen, mit einer Gerte, einer Zuchtrute schlagen, vgl. auch jättu [Id. 1/1152]

Flaach, N. m.; auch Flaacht; leichter Wind, Windhauch, geschter het mu nit as Flaachji gspirrt; gestern hat man auch nicht den leisesten Windhauch verspürt [Id. 1/1165; IA II/1979, 42]

Flachdach, N. n; Flachdach

Fläcker; N. m.; Kartoffelsorte aus Ausserberg, pro Specia rara; dazu meint die Redaktion des Idiotikons; «Fläcker» fehlt im Idiotikon, vgl. aber Flëck, Flëckeⁿ I(Band I, Spalte 1189), Bedeutung 8: «eine gute Sorte Kartoffeln» (belegt für Appenzell) – das Wort, das auf das Aussehen der Kartoffel anspielt, kann natürlich für ganz verschiedene Kartoffelsorten stehen

Fläcko, N. m.; Fleck [Id. 1/1188]

Flädermüüss, N. f.; Fledermaus [Id. 4/477]

flädru, V. intr.; 1. flatter, mit den Flügeln schlagen, umsichschlagen; 2. den Mist fallen lassen beim Rindvieh [Id. 1/1169]

Fläissa, N. f.; Ohrfeige, vgl. Flängga; [Id. vgl. Flausen 1/1210, Bedeutungs 1]

flaamu, V. intr.; schwellen des Rindereuters bei Trächtigkeit [Rübel, 27]

Flangga, N. f.; 1. Flanke, meistens im Pl. Flangge, Lende(n); 2. Ohrfeige vgl. auch Fläissa [Id. 1/1201]

Flängga, N. f.; Backpfeife, Ohrfeige, Klatsche [Id. 1/1201]

Flangga, N. f.; Flanke, Seite

flänggu, V. intr.; herabhangen, im Winde schauckeln [Gr. 79]

flännu, V. intr. weinen, flennen [Id. 1/1199] ds Flänne

flapp, Adj.; welk, schlapp [Gr. 79]

Flärra, N. f.;  1. abgerissenes od. abgestossenes Stück Haut vom menschlichen Leib, offene Wunde od. Narbe, Wundmal, auch Striemen, Flecken von einem Schlag; Schurf in der Rinde eines Baumes; 2. Ohrfeige, Handschelle [Id. 1/1205]

flattierru, V. tr.; schmeicheln, liebkosen [Id. 1/1226]

Flättra, N. f.; eine Menge, ein Teil; äär het kchei Flättra Haar mee, er hat keine Haare mehr; an Flättra Gääld, eine Menge Geld, von einem flatterndern Fetzen [Gr. 79]

flatsch, Pa, als Verstärkung im Sinne von sehr

flatschnass, Adj.; pudelnass, sehr nass vgl. auch pflatschnass [Id. 4/792]

Flätzga, N. f.; flatterhafte Frau, Dirne [Id. 1/1241]

flätzgu, V. intr.; flattern [Id. 1/1241]

Flegiljaar, N. n. Pl.; Flegeljahre,  Pubertät

Fleiga, N. f.; Fliege

fleigu, V. intr.; fliegen [Id. 1/1177]

Fleiguhüss, N. n; Fliegenschutzkiste, Fliegenschutzschrank

Fleigutätscher, N. m; Fliegenklatsche [Id. 13/2158]

Fleisch, N. n.; Fleisch

Fleischhaaggo, N. m; Haken, Fleischhaken

Fleischhüffo, N. m.; dickes, muskulöses Wesen

Fleischplatta, N. f; Fleischplatte

Fleischsuppa, N. f.; Gericht, z. B. Ried-Brig Minestrone mit gesottenem Fleisch (getrockneten Rippchen von Schwein und vom Schaf, getrocknetem Rindfleisch und Hamme) [Id. 7/1236]

fleet/fläät, Adj.; 1. sauber, legg hiitu fleeti Hose a, ziehe heute saubere Hosen an; 2. ganz und gar, gänzlich, vollständig, Bestätigung, Verstärkung, den Reinheitsgrad bestärken: är ischt an fleete Göüch, er ist ein reiner, grosser, imenser Trottel; das ischt fleets Gäld, das ist reiner Gewinn [Id. 1/1227]

fleetigu, V. tr.; 1. säubern, rüsten; di Boone fleetigu, Bohnen spitzen; 2. sich säubern, z.b. Nachgeburt [Id. 1/1228]

flichtu, V. intr.; flüchten [Id. 1/1167]

Flick, N. m.; Flick, Reperatur, Aussbesserung, an Hosuflick, Lappenflick auf der Hose [Id. 1/1192]

Flicketa, N. f.; Flickwerk [Gr. 80], vgl. auch Giblätz

flicku, V. tr.; flicken [Id. 1/1192]

flie, V. intr.; fliehen [Id. 1/1182]

Fligil, N. m; 1. Flügel, Vogel-,  2. Fenster-, Türflügel  [Id. 1/1181]

Fliiss, N. m.; 1. Fleiss; 2. mit Absicht, bewusst: dass hets mit Fliis z fätzu gmacht, das hat er mit Absicht zerstört [Id. 1/1210]

flissig, Adj.; fleissig

flingg, Adj.; flink [Id. 1/1202]

Floo, N. m.; Floh

Floomeinig, N. f.; irrige, dumme Meinung [Gr. 80]

Floojer, N. m.; vgl. Flooner; 1. Flöhe suchender; 2. gemüdlicher, langsamer, penibler Arbeiter

flooju, V. intr.; 1. Flöhe suchen, etwas kleinlich, gründlich  suchen; 2. gemütliches, langsames Arbeiten [Id. 1/1184]

flott, Adj.; schön, hübsch, stattlich, an flotte Burtsch, ein stattlicher Kerl [Id. 1/1230]

Flöücha, N. f.; 1. Funken (glühend); 2. Schneeflocke [Id. 1/1159]

Flöüse, N. f.; verwendung nur im Plural; Flausen, Spässe, Possen, lustige Streiche, was nicht ernstlich gemeint ist, kleine Neckerei, ironische Reden, [Id. 1/1210]

flucher, Adv. lose sein, locker [Id. 1/1162]

Flüe, N. f., Pl. Flie; Fluh; Flurname: Fluh, Felswand; markanter Felsvorsprung, Findling [Id. 1/1184]

Wiissi Flüe. [(638/125) ld. 1/1184.; Zinsli, NG S. 564)

Flüech, N. m.; 1. Fluch, Ausdruck; 2. Verwünschung, schlechtes Los/Schicksal [Id. 1/1163]

flüechu, V. tr.; fluchen [Id. 1/1163]

Flugg, N. m.; Flug

fluggsch, Adv.; schnell, eiligst [Id. 1/1181]

Flümm, N. m.; Flaum [Id. 1/1197]

Flümmer, N. m.; Staubwedel, Staubwischer [Id. vgl. Flum 1/1197]

flümmu, V. tr.; Staub wischen, abstauben

Föön, N. m.; Haartrockner vgl. Feenno

föönnu, V. tr.; die Haare trocknen, vgl. feennu, der Föhnwind bläst [Id. 1/845]

folge, V. intr.; gehorchen, folgen [Id. 1/811]

Folla, N. f.; vgl. auch Volla, trichterförmiges (hölzernes) Gefäss, durch welches die frische Milch geseiht wird [Id. 1/786; IA, I/1983, 37]

Folluschöüb, N. n.; Trichterdichtung, Dichtungsmaterial für die Folla, Milchsieb [Id. 8/28 vgl. Schaub; IA, I/1983, 37]

foltru, V. tr.; 1. foltern, quälen; 2. überzählige Stosse ausbrechen (Reben) [Id. vgl. affolteren 1/106]

foorna, Adv.; draussen [Id. 1/1027; IA II/1976, 36]

fordru, V. tr.; fordern

formu, V. tr.; formen

Forscher, auch Vorscher, N. f.; 1. Vorschoss, Schürze, legg ds Forscher a, suscht machoscht d Hose dräckigi, zieh die Schürze an, sonst machst du die Hose schmutzig [Id. 8/1144]; 2. wie nhd. Forscher

fort, Adv.; weg, fort; Zss. fortgaa, fortgehen; fortnä, wegnehmen; fortbringu, fortbringen; fortrierru, wegwerfen; fortschrecku, wegziehen; fortträägu, wegtragen; forttüe, weglegen; fortzie, wegziehen [Id. 1/1042]

forthi, Adv.; fürderhin, forthin [Gr 77]

fräch, Adj.; frech

Fräfil, N. m.; 1. Frevel, Unrecht; 2. das Gefrevelte (Jagdbeute, gefreveltes Holz) [Id. 1/1287]

Fräfler, N. m.; Frevler

fräflu, N. intr.; freveln

främd, Adj.; fremd

Främde, N. m.; Fremder

Främdi, N. f.; Fremde

Fremmi, N. f.; Frömmigkeit [Id. 1/1297]

franggierru, V. tr.; frankieren, mit Briefmarke versehen

Franggo, N. m.; Franken [Id. 1/1309]

Fransa, N. f.; Franse [Id. 1/1310]

fransu, V. intr.; 1. mit Fransen versehen; 2. ausfransen, fasern [Id. 1/1310]

franzeslu, V. tr.; Kastration durch Herausschneiden der Hoden

Fraass, N. m.; Frass, schlechtes Essen, hiitu hets wider an maal an furchtbare Fraass ggä, heute hat es wieder mal einen furchtbaren Frass gegeben [Id. 1/1317]

Frässa, N. f.; Fresse, grob für Maul oder Mund; hap d Frässa züe, halt dein Maul [Id. 1/1324]

Frässbidil, N. m.; Pansen, Fressbudel (bei der Kuh) [Id. 4/1035 vgl. Budel]

Frässtola, N. f.; Fressloch, rechte Hungergrube (von hinten gesehen) der Kuh [Rübel, 19]

frässu, V. tr.; 1. fressen bei Tieren; 2. ordinär auch bei Menschen bei gierigem, unzivilisiertem Essen; Vogol friss old verdirp. Vogel friss oder stirb. Van der Hipschi het mu nit gfrässus. Von der Schönheit hat man nicht gegessen. In der Noot friss der Tiifil Fleige. In der Not frisst der Teufel Fliegen. (SV, Sprichwort, 38, 54, 72)[Id. 1/1321] vgl. ässu, biissu, chnoschlu, fuudu, ischiebu, habru

fratt, Adj.; wundgerieben vgl. auch seers [Id. 1/1338; IA II/1979, 42]

Fratt, N. n.; 1. Unreinigkeiten, 2. wunde Warzen nach der Geburt [Id. 1/1338; IA II/1979, 42]

Fratz, N. m.; Fratz, Spitzbube [Id. 1/1343]

Fratzza, N. f.; Fratze, Maske, verzerrte Miene [Id. 1/1343]

fratzzu, V, intr.; Spässe treiben, Unerlaubtes tun, sich ungezogen betragen [Id. 1/1343] vgl. auch verhergu, V. intr. verderben, beschädigen [Id. 2/1606]

freege, V. tr.; fragen vgl. frääge [Id. 1/1290]

Freit, N. f.; Freude

freww, Adj. nocht nicht reif, frewws Chooru, unreifes Korn [AI, 1976, 36]

Frichtubroot, N. n; Früchtebrot

frigju, V. intr.; basteln, herumwerken [I.F.]

Frido, N. m.; Frieden [Id. 1/1276]

friejer, Adv.; früher [Gr. 81]

frierru, V. intr.; frieren [Id. 1/1313]

Friess, N. n; Fries, waagrechte ornamentale oder figürliche Zierstreifen zur Gliederung oder zum Schmuck einer Wand [Wahrig, 554; VS, 96f.]; Arten: Chamm-, Rinnu-, Trichter- Rillu-, Konsolu-, Wirfil-, Wolfzant-, Röütu-, Rundstab-, Ranku-, Wällufriess

friggju, V. intr.; hantieren [Gr. 80]

Frigoor, N. m.; Frigor, Kühlschrank, franz. Lehrnwort: frigidaire [T. Lagger]

friili, Pa.; freilich [Id. 1/1268]

Frint, N. m.; Freund [Id. 1/1303]

frintli, Adj.; freundlich [Id. 1/1307]

frisch, Adj. 1. frisch, die Ware ist frisch; 2. frisch = kalt, kühl vgl. frischillocht ;  3. neu [Id. 1/1331]

Frischt, N. f.; Frist, Zeitraum [Id. 1/1335]

Frisüür, N. f.; Frisur, dieses Fremdwort wurde im Dialekt zu Friisa verändert

Friitagg, N. m.; Freitag, Wochentag [Id. 12/849]

Friithof, N. m.; Friedhof

Froontag, N. m; Donnerstag,  [ Id. 12/860; IA I/1976, 38], vgl. Feiste Froontag, Fetter Donnerstag, Fasnachts Donnerstag, vgl. Wochentage

Frosch, N. f; 1. Frosche; 2. Tennbrett

Froww, N. f.; Frau, Froww und Frowwi werden synonym verwendet; As Ross und an Froww selle mu nie antleennu; ein Pferd und eine Frau sollte man nie ausleihen (SV. Sprichwort, 42). D Froww het drii Siite va Hüss üff, der Ma nummu eini; die Frau hat drei Seiten von Haus auf (die Frau hat vom Charakter her mehr Verständnis für Familienangelegenheiten), der Mann nur eine (SV. Sprichwort, 124)  [Id. 1/1241]

Frowwi, N. n.; Frau [ Id. 1/1241]

Frowwumantil, N. m.; Frauenmantel, Heilkraut [Id. 4/342]

Frowwutagg, N. m.; "Frauentag", Marienfest, 8. Sept. Fest Marä Geburt [IA II/1976, 35]

früe, Adv.; früh [Id. 1/1292]

Füer, N. f.; Fuhre [Id. 1/970]

Früestuck, N. n.; Frühstück [Id. 10/1818]

früestucku, V. tr.; das Frühstück einnehmen

Früüma, N. f; Pflaume [Id. vgl. Pflume 5/1247]

Früümuschnaps, N. m; Pflaumenschnaps

fuchtu, V. intr.; schimpfen, d Müeter het mer schüüderli gfuchtot, die Mutter hat mich schauderhaft ausgeschimpft [Id. 1/668]

Füüdi, N. n.; Maske, Fasnachtsgeck, Maskierter an der Fasnacht [Id. 1/683]

füüdinu, V. intr.; Maskenlaufen

fuudu, V. tr.; essen von engl. food = Speise, Nahrung; dieses Wort ist erst in den letzten Jahren im Walliserdeutschen aufgetaucht und zeigt, dass nun auch das "Denglisch" Eingang ins Walliserdeutsche findet. vgl. ässu, biissu, chnoschlu, frässu, ischiebu, habru

füerwäärchu, V. intr.; 1. fuhrwerken, 2. hantieren, pfuschen; 3. fuchteln [Id. 16/1198]

Füess, N. m.; Fuss, ... unner de Fiessu sii, im Wege stehen, jemanden behindern (SV. Sprichwort, VIII) [Id. 1/1085]

Füessballa, N. f.; 1. Muskeln an der Fussunterseite, Balla, Ferse [Id. 4/1148] vgl. auch Handballa; 2. Fussball

Füessmili, N. f; Fussmühle,Hausmühle

Füeter, N. n; 1. Futter; 2. innerer Kleiderstoff; 3. Posterung [Id. 1/1136]

Füetermüüra, N. f; Futtermauer, Krippenmauer

Füeterschooss, N. m; Futterschürze

Füetertüech, N. n; 1. Futtertuch, Kleiderfutter; 2. viereckiges Tuch zum Tragen von Futter (Heu) vgl. Hirterforscher  [Id. 12/280]

Füeterstäga, N. f; Scheunentreppe

füetru, V. tr.; füttern [Id. 1/1138]

Fuggs, N. m.; Fuchs

fuggsroot, Adj.; 1. fuchsrot, 2. Wassermangel, von der Sonne verbrannte Wiese [Id. 6/1765]

Fuggsschwanz, N. m.; 1. Fuchsschwanz; 2. Säge; 3. Pflanze u.a. Eisenhut, Amarant [Id. 9/2025]

fuggschtiifilschwilt, Adj.; fuchteufelswild

füül, Adj.; 1. faul, untätig, weli füüli Ggoschscha, welch faule Frau; 2. faul von verdorben, an füüle Epfil, ein fauler Apfel [Id. 1/786]

Fülänzer, N. m.; Faulenzer [Id. 1/791]

fülänzu, V. intr.; faulenzen [Id. 1/791]

Fulaar, N. n.; Halstuch, franz. foulard

Fundamänt, N. s; Fundament, Basis

Funggi, N. f.; 1. unordentliche Falte; 2. kleine, korpulente Person [Id. 1/866; IA II/1979, 42]

funggu, V. tr.; stopfen, auch drifunggu = hineinstopfen; du daarfscht d Chleider nit a soo drifunggu, du darfst die Kleider nich so reinstopfen [Id. 1/866; IA II/1979, 42]

Fura, N. f.; 1. Ackerfurche; 2. Ackerumrandung, Ackerböschung [Id. 1/935], Fluname: Furu, Furche; uraltes Ackerbau­wort, kann Rinne, Abhang,

Erdkamm bedeuten.[ld. 1/935; Zinsli, NG S. 564] vgl. Furi bei Zermatt

Fureezi, N. f; unteres Ackerbord, frieejer heintsch d Fureezi no kchrüttot, früher wurden die Akerborde noch gekrautet, d.h. mit der Sichel geschnitten [Id. 1/939; IA I/1976, 38]

furrnu, V. tr.; Ackerfuchen erstellen [Gr. 82]

Furgo, N. m.; geschlossener Güterwagen der Eisenbahn frz. fourgon

Furz, N. m.; Furz, Wind aus dem Unterleib [Id. 1/1046]

furzu, V. intr.; furzen, Wind von sich geben [Id. 1/1047], umanandrefurzu, herumschwirren, -eilen

Füüscht, N. f.; Faust [Id. 1/1123]

Füüschthäntsche, N. f.; Handschuhe, Fäustlinge

Füüschtil, N. m.; Fäustel, Fausthammer vgl. Masetta

füüschtu, V. intr.; fausten, mit der Faust drohen oder auf den Tisch schlagen [Id. 1/1124]

futtierru, V. intr.; nicht kümmern um, nicht beachten, egal sein [Id. 1/1136] frz. foutre

futsch, Adj.; 1. kaputt, defekt, futsch; 2. derb bei Tieren für tot, ass futschigs Chalp, ein totes Kalb; spasshalber haben wir "tot" wie folgt gesteigert: toot, müüsstoot, futsch [Id. 1/1142]

futschig, Adj. vgl. futsch

futschu, V. tr.; etwas zerstören, ein Tier töten [Gr. 82]

futtru, V. intr.; schimpfen, reklamieren [Id. 1/1135] vgl. auch pfutterru

futtü, Adj. futsch, kapputt von franz. foutu

Futz, N. f.; Fotze, Scham, Vagina; Fotze f. ‘weibliche Geschlechtsteile’, derbes, in der Hochsprache gemiedenes Wort. Spätmhd. fotze, futze ist affektisch geminierte Intensivbildung zu gleichbed. mhd. vut, das mit anord. isl. fuð und (aus dem Skandinav. entlehntem?) engl. (mundartlich) fud wohl zur Wurzel von faul (s. d.) gehört und eigentl. ‘das Stinkende’ bedeutet. Mhd. mnd. vut ist erhalten im Kompositum Hundsfott m. ‘Schuft, feiger, schlechter Kerl’ (16. Jh.), eigentl. Bezeichnung der Geschlechtsteile der Hündin. hundsföttisch Adj. ‘schuftig, gemein, niederträchtig’ (16. Jh.) aus Etymologisches Wörterbuch nach Pfeifer . vgl. auch Pfuuz = wirrer Haarbusch [Id. 5/1209]