C

Im Schweizerdeutschen wird mit Ausnahme von Basel und Chur "k" zu "ch", also Wörter wie Kirche/Chilcha, Choorb/Korb finden Sie hier!us

Chabos, N. m.; 1. Kabis, Kohl; 2. Unsinn; wele hüero Chabos laat das wider üssa, welchen Unsinn erzählt der wieder mal; das ischt Chabos, das ist Unsinn; Chabos ischt Chabos, aus Nichts wird Nichts (vgl. Volmar Schmid: Sprichwort, S. XI)  [Id. 3/98]

Chaboschopf, N. m.; Kabiskopf [Id. 3/412]

Chabosblatt; N. n.; 1. Kohlblatt; 2. im Pl. abstehende Ohrenlüeg amma dii Chabosbletter wa das het, schau mal, Kabisblätter (abstehenden Ohren) die der hat [Id. 5/184]

chäch, Adj. 1. lebenstüchtig, fest, kräftig; 2. keck [Id. 3/120]

Chachil, N. m.; Kachel, Plättli

Chachilofo, N. m.; Kachelofen [Id. 1/111]

Chachla, N. f.; runde Ton- oder Polzellantasse [Id. 3/117] vgl. Gschirrchachla, Milchchachla

chachlu, V. intr.; schepper, klirren; umanandrechachlu, tosten, herumklirren, herumstöbern [Id. II 3/120]

Chäfer, N. m.; Käfer [Id. 3/160]

Chäfig, N. m.; Käfig [Id. 3/162]

Chäfigtiri, N. f; Käfigtüre [Id. 13/1396]

Chäla, N. f.; Kehle, Rinne, schmaler Graben; Flurname: Rinne, schmaler Graben, muldenförmiges Waldgebiet, [Id. 3/138, Zi 560]

Chalp, N. n.; Kalb; Jedi Chüe ischt a maal as Chalp gsii; jede Kuh war mal ein Kalb (Jeder hat seine Jugendsünden; Schmid Volmar, Sprichwort S. 62) oder Hundert Jaar as Chalp git nie an Chüe; hundert Jahr ein Kalb gibt nie eine Kuh (Was man in der Jugend nicht lernt, lern man nimmer; Schmid Volmar, Sprichwort S. 57) [Id. 3/215

ds Chalbersch gaa; Red., die Kuh macht sich ans Kalben

Chalberbaarma, f; Futterkrippe für Kälber

Chalberchromo, N. m; Kälberverschlag

Chalberstall, N. m; Kälberstall

Chalberfass, n; Kälberfass, Tränkgefäss [Id. 1/1051]

Chalberii, N. f.; Dummheit [Id. 3/224]

Chalbertilo, N. m.; Kalberzitzen, aber auch kleine Nebenzitzen bei der ausgewachsenen Kuh [Id. 12/1648]

Chalbertrogg, N. m.; Kälbertrog, Tränkgefäss [Id. 14/642]

Chalberwasser, N. n.; Fasdenwurm [Id. 16/1816]

Chalberzant, N. m.; Kälberzahn, Chalberzänt, solange es diese Zähne hat, gilt es als Kalb und wird für die Alpsömmerung nur als 1/4 oder 1/2 Kuh gerechnet [Rübel, S.23]

chalbru, V. intr.; 1. kalbern; 2. Unsinn treiben [Id. 3/222]

Chalch, N. m; Kalk, Mörtel  [Id. 3/229]

Chalch brännu, N. n; Kalk brennen

Chalchchammra, N. f; Kalkkammer, -grube

Chalcher, N. m; Kalker, Kalkbrenner

Chalchgrüeba, N. f; Kalkgrube, Kalkofen

Chalchhüss, N. n; Kalkhaus, -ofen, Kalkbrennerei

Chalchmilch, N. f; Kalkmilch

Chalchofo, N. f; Kalkofen, Kalbrenner

Chalchpfanna, N. f; Kalkpfanne, Kalkmulde

Chalchschlamm, N. m; Kalkschlamm

Chalchstei, N. f; Kalkstein

Chalchteigg, N. m; Kalkteig, -masse

Chäller, N. m; Keller [Id. 3/203]

Chällergrüeba, N. f; Kellergrube

Chällerpoort, N. f; Kellertüre, Pforte [Id. 4/1632]

Chällertiri, N. f; Kellertüre [Id. vgl. Poort 4/1632]

Chällertola, N, f; Kellergrube

Chällneri, N. f.; Kellnerin

Challo; N. m.; Klöppel; Glockenschwengel, auch von Kuhglocken; bildl.: Zunge redseliger Weiber [Id. 3/194]

chällreta, Adj.; ein Keller voll

chalt, Adj.; kalt [Id. 3/239]; sehr kalt = iischuchalt; Flurname: kalt; bezeichnet einen Ort zusätzlich nach seinem Mikroklima: Chaate Bodo, [ld . 3/206]

Chalte Brunno, Chaltwasserpass, [(629/123) Id. 3/239]              

Chämi, N. n. Kamin [Id. 3/257], Flurname: kaminartige Waldrinne, Felszug [Id. 3/257, Zi 31]

Chämitiri, N. f; Kamintüre

Chämitirli, N. n; Kamintürchen

Chamm, N. m; 1, Kamm zum kämmen; 2. Kamm als Geländepunkt, Grad [Id. 3/236]

Chamma, N. f.; Kämme, hölzerne Bindevorrischtung für Kälber [Id. 3/299]

Chämma, N. f.; Schaf mit weitem Hörner-Bogen

Chammerbodo, N. m; Zimmerfussboden

Chammerböüm, N. m; Kammerbaum, Trennbaum

Chammerlado, N. m; Kastenbrett

Chammerlatta, N. f; Kammerlatte, Trennlatte

Chammfries, N. n; Kammfries

Chammmili, f; Kammmühle

Chammra, N. f; Kammer [Id. 3/248]

Chammrad, N. n; Kammrad, Kraftübertragungsrad

Chammrutiri, N. f; Kammertüre, Zimmertüre

Channa, N. f.; Kanne [Id. 3/309]

Chanape, N. n; Kanapee, Sofa

Chännil, N, m.;  wird immer mehr weich als Chänil ausgesprochen 1. künstliche Rinne, Kanal zur Fortleitung von Flüssigkeiten (Wasser, Jauche) aus Holz oder Blech vgl. z.B. Dachchänil  2. Kännel der Wässerwasserleitung, ds Niwwwäärch het hiitu no zwei Chännla, das NeueWerk (Bewässerungsleitung in Ausserberg) hat heute noch zwei Kennel [Id. 3/310]

Chännilzug, N. m.; Kännelzug, Auszug und Reparatur eines zerstörten Kennels einer Bewässerungsleitung; diese mussten manchmal unter Todesgefahr repariert werden [Id. vgl. Chännel, 3/309]

chännu, mod. HV,; können; du chascht, wier chänne [Id. 3/321]

Chanzla, N. f.; Kanzel; Flurname:  Chanzelti = Kanzel; hervorragende Berg- oder Hügelspitze; hervorragender, aussichtsreicher Vorsprung, Grad oder Platte. [(635/126) ld. 3/377; Zinsli, NG S. 560]

Chappa, N. f.; Kappe, Mütze [Id. 3/384]

Chapälla, f; Kappelle, Gotteshaus

Chappholz, N. n; Pfette, Fusspfette [3/384]

Chäpsil, N. n.; Zündhütchen [Id. 3/420]

Chapsla, N. f.; Kapsel [Id. 3/420]

Chäärderna, N. f.; von "cherderen" = ködern; also Köder,  Regenwurm, daa bin i aber gspannte wie an Chäärderna zwischunt zwei Hänne, (lustiger Vergleich) da bin ich gespannt wie ein Regenwurm zwischen zwei Hühnern [Id, 2/1597] vgl. auch Chirderna [Id. 3/459]

Charo, N. m.; Karren [Id. II 3/422]

Chääro, N. m.; Kern [Id. 3/465]

Chaarta, N. f.; Karte [Id. 3/488]

chartu, V. tr.; Wolle hecheln  [Id. 3/489]

Chääs, N. m; Käse, siehe Chees [Id. 1/249; Gr 15]; die Zweiteilung des Walliserdeutschen zeigt sich am besten an diesem Wort: östlich der Linie "Gamsermauer" (zwischen Gamsen und Eyholz) produziert Braunvieh "Chääs" und westlich Fleckvieh "Chees"; vgl. Zweiteilung des Wsdt.

chäschu, V. tr.; kauen [Id. 3/578] vgl. auch chätschu

Chaaslop, N. n.; Lab, Ferment des Kälbermagens, das bewirkt, dass die Milch zum Käsen dick wird [Id. 3/997]

Chaschtbrätt, N. n; Kastenbrett

Chaschtlaa, N. m.; Kastlan, höherer Beamter [Id. 2/535]

Chaschtlado, N. m; Kastenbrett

Chaschtladuböüm, N. m; Kammerbaum

Chaschto,  N. m; Kasten, Truhe

Chaschtol, N. m.; Kastell; Flurname: Chastol = Kastell; meist auf einer bestehende oder ehemalige Burganlage bezogen, steht aber auch für Felsköpfe, Berggipfel, Hügel etc.: Chaschtelbiel (eigentlich eine Tautologie) [(643/128), Id.  3/534; Zi 561]

Chaschtubodo, N. m; Kastenboden

Chaschtuten, N. n; Tenn, Dreschplatz

chätschu, V. tr.; kauen, nagen [Id. 3/578]

Chätschgummi, N. m.; Kaugummi

Chatza, N. f.; Katze [Id. 3/582]

chatzhaft, Adj.; diebisch

chatzu, V. tr.; stehlen, kleinere Diebereien begehen [Id. 3/594]

Chätzerhüeschti, N, n. schlechter, durchtriebener, hinterlistiger Mensch (in diesem Wort steckt der Wortteil: Chätzer = Ketzer; zum Wortteil hüestji habe ich nur die Vermutung es könnte (w)üest sein; das ji ist die im Wallis übliche Verkleinerungsform. [vgl. Id. 16/2164]

chäsu, V. intr. nagen, abnagen, ich chäsu am a Tuggol Roggubroot, ich nage an einem Stück Roggenbrot [Id. 3/514]

Chätzerhüescht, N. f.; ein perfieder, hinterlistig hintertriebener Mensch (das Wort "Chätzerhüeschtji" war vermutlich nur in unserer Familie geläufig, aber noch heute sagen wir manchmal von einen hinterlistig, perfied hintertriebenem Menschen: welis Chätzerhüeschtji [S.F.]

chatzu, V. tr. stehlen, stibitzen, kleinere Diebereien begehen [Id. 3/594]

Chatzuglotz, N. m; Katzenloch, Luftöffnung

Chatzuloch, N. n; Katzenloch, Luftöffnung

Chatzupfeischter, N. n; Katzenfenster, kleine Öffnung für die Durchlüftung am Dachgiebel

Chatzutiri, N. f; Katzentüre; Spalt zwischen Wandbalken und Dachverschalung

Chatzutotz, N. m; Katzenloch, Luftöffnung

Chebja, N. f.; Käfig [Gr. 47]

Chegil, N. m.; Kegel [Id. 3/179]

chegju, V. intr.; kegeln, Kegel schieben [Id. 3/181]

cheibo, Adj. sehr, bemerkenswert; Verstärkung, Graduierung; chiebo güet, cheibo schlächt, sehr gut, sehr schlecht [vgl. Id. 3/104, in dieser Bedeutung nicht vorhanden]

cheischtu, V. intr.; keisten, spriessen; bei Kartoffeln oder Rüben: ausschlagen [Id. 3/543]

Chella, N. f; 1. Kelle, Rahm-, Suppenkelle [Id. 3/199]; 2. wilder Thymian ; Flurname: Geländemulde [Zi 561]

Chelti, N. f.; Kälte [Id. 3/242]

Cheemmer, N. m.; chemischer Dünger [IA II/1976, 36]

Cheip, N. m.; Keip, Gegenstand der Verachtung [Id. 3/100]

cheischte, V. intr.; keisten, keimen, namentlich von Kartoffeln [Id. 3/543]

chepfisch, Adj.; köpfisch, launisch, eigensinnig, störrisch [Id. 3/418]

Chepfjig, N. m.; Dickkopf

Cheer, N. m.; 1. Kurve, Kehre; 2. Wendung, Änderung: är het der Cheer gmacht, er hat die Wendung (Genesung, Bekehrung) geschafft; 3. Umgang, Zeitrahmen z.B. der Wassercheer; Flurnamen: Kehre, Strassenbiegung; im Gebrauch als Flurname meist Weg, Strassenbiegung oder Wendung eines Wasserlaufes: Cheebäch, Cheerstraas, Napoleonscheer. [ld. 3/198.; Zinsli, NG S. 560]

der Howwercheer [Id. 3/430]

cheerlinu, V. intr.; Kurven machen 1. einen steilen Hand im Zickzack durchqueren; 2. Schlangenlinie laufen (betrunken) [IA, I/1976, 39; vgl. cheren 3/434]

cheerru, V. intr.; kehren, etwas umdrechen, eine andere Richtung einschlagen; tr. etwas eine andere Richtung geben; refl.; schich cheerru, sich (um)drehen [Id. 3/434]

Cherza, N. f.; Kerze [Id. 3/493]

Chees, N. m; Käse vgl. Chääs [Id. 3/502]

Cheesboort, N. n; Käsebort, Käseresten vgl. auch Jugga,  [Id. 4/1629; IA, I/1983, 36]

Cheesborer, N. m.; Käseborer, Gerät um Käseproben zu entnehmen [Id. 4/1507], vgl. auch Cheesnäpper

Cheeschäller, N. m; Käsekeller [Id. 10/42]

Cheeschessi, N. n; Käsekessel [Id. 3/519]

Cheschtina, N. f.; Katanie [Id. 3/541]

Cheschtu, N. f.; Kosten [Id. 3/548]

Cheeser, N. m.; Cheeseri, N. f.; Käser, Käserin; dieser Ausdruck wurde selten verwendet, meist brauchte man: Sänner, Sänneri  [Id. 3/513]

Cheesgäärb, N. m; Käseform, Holzring, vgl. Gäärb

Chessil, N. m.; Kessel, Flurname: zur Bezeichnung einer kesselförmigen Bodenvertiefung, im Erdboden, von Wald oder Felsen umschlossene Örtlichkeit, Chessilloch [Id. 3/516; Zi 561]

Cheesja, N. f.; Gartenmalve

Cheesjäärb, N. m.; Käseform, Holzring, vgl. Jäärb

Cheeslado, N. m.; Käsebretter, Käseladen zwischen denen der Käse gepresst wird  [Id. 5/902]

Cheesleitra, N. f; Käseleiter, Käsegatter

Cheeslop, N. n.;  Lab, Labpulver, Ferment des Kälbermagens (Zicken-) das die Milch beim Käsen zur Gerinnung bringt; vgl. Lappulfer, Ladpulfer [Id. 3/952]

Cheesloptriiterli, N. n.: Labpulverbehälter aus Holz [Id. 14/1550]

Cheesmilch, N. f.; Käsemilch [Id. 4/201]

Cheesnäpper, N. m.; Käsebohrer, Bohrer zum Entnehmen von Käseproben [Id. 4/771]

Cheesräff, N. n; Käsetrage

Cheesrieta, N. f; Käseleiter, Käsegatter

Cheesreiti,  N. m; Käseleiter, Käsegatter

Cheesteileta, N. f; Käseteilet

Cheesleitra, N. f; Käseleiter, Käsegestell, Traggestell

Cheesplatta, N. f; Käseplatte

Cheestüech, N. n.; Käsetuch, Zwilchtuch in das die frische Käsemasse eingepackt und gepresst wird [Id. 12/299] vgl. Blächa

Cheesturo, N. m; Käseturm, Käsegestell

cheesu, V. tr.; käsen [Id. 3/513]

Chessi, N. n; Kessel, Käsekessi [Id. 3/518], kleiner Häfen wurden aus Eisen (Bronze) gegossen, grössere aus Kupfer geschmiedet, vgl. aufsteigende Grösse (Ausserberg): Prunzji, Erezhafo, Chessi

Chessiner, N. m; Alpgenossenschafter (Lötschen)

Chessil, N. m; Kessel

Chessituro, N. m; Kesselturm, drehbare Kesselhalterung [Id. 13/1672]

chesslu, V. intr.; kesseln, Lärm machen [Id. 3/520]

Chetti, N. f.; Kette [Id. 3/563]

Chettinägwer, N. m.; ziemlich langer und dicker Bohrer, zum bohren des Baarmulochs [Id. vgl. Näpper, 4/771]

chettu, V. tr.; locken: dum Vee chettu, das Vieh durch liebevolles Zurufen locken  [IA I/1978, 40]

chewwu, V. tr.; kauen [Id. 3/581]

Chi, N. n.; 1. Kinn; 2. Tobel, Schlucht, Schrund [Id. 3/320]

Chiib, N. m.; Zorn, etwas im Chiib tüe, etwas im Zorn tun [Id. 3/105]

Chibji, N. n.; Kübel, Gefäss aus Holz [Id. 3/110]

Chiechli, N. n; Küchlein, Fasnachtsgebäck, kleine Kuchen  [vgl. Id. 3/131]

chiechlu, V. tr.; herumtosten, stöbern

chiechlinu, V. tr.; Küchlein backen [Id. 3/143]

chieffru, V. tr.; Küferarbeiten erledigen [Id. 3/179]

Chiejer, N. m.; Kuhhirte, Senn [Id. 3/97]

Chieli, N. n.; 1. Kuh, vgl. Chüe 2. f.; Kühle [Id. 3/214]

chiellu, V. tr.; kühlen, abkühlen [Id. 3/214]

chiewarm, Adj, kuhwarm, frisch gemolkene Milch, ca. 25 - 28 Grad warm [Id. 16/1494]

chiidig, Adj.; finster, stockdunkel, an chiidigi Nacht, eine stockdunkle Nacht

Chifil, N. m.; Kiefer, Kinn [Id. 3/175]

chiftig, Adj.; heftig, ernstlich; an chiftige Hängert, eine heiftige Diskussion [Id. 3/179]

Chilber, N. m; Chilberli, n; junges, weibliches Schaf; 1/2 bis 2 Jahre [Id. 3/225]

Chilberlamm, N. n; junges, weibliches Schaf

Chilcha, N. f; Kirche, Pfarrkirche [Id. 3/229]

Chilchumüüra, N. f; Friedhofsmauer; Kirchenmauer

Chilchutiri, N. f; Kirchentür

Chilchuturo, N. m.; Kilchturm

Chiller, N. n.; Abgrund, steiler Abhang; Flurname: Abhang; grundsätzlich Bezeichnung für ein steiles Tobel, den Abhang einer Schlucht: Kchillerhof (Restaurand am Abhang, südl.Stalden). [Id. 3/206]

Chimbei, N. n.; Kinn, Kinnbein [Id. 4/1301]

Chiime, N. f.; Kiemen

Chimi, N. n.; 1. Kümmel; 2. Wiesenkerbel vgl. auch Sturuchimi [Id. 3/294]

Chi(n), N. n.; 1. Kinn; 2. Schlucht; Flurname: Schlucht, Felsspalte, Graben; steiler Abhang, Schlucht; der Ausdruck wurde schon früh nicht mehr verstanden und dann volksethymologisch zu "Chind" umgewandelt, Maachi [(630/12); Id. 3/320, Zi, 561]

Chindomeitja, N. f.; Kindermädchen [Id. 4/80]

Chi(n)betti, N. f.; Kindbett [Id. 4/1816]

Chinig, N. m.; König [Id. 3/326]; f; Chinigi, Königin

Chingilhasi, N. n.; Tautologie: Chüngel und Hase, zerstreute, vergessliche Person [Id. vg. Chünnel, 3/326], vgl. auch Vogilhiischi oder Vogilhirni

Chinigrossji, N. n.; Steckenpferd (Lötschen) davon komm Chinigrossjinu, Dreikönigsauftritt im Lötschental

Chinschtler, N. m.; Künstler

chintschlu, V. intr.; künsteln, etwas speziell tun, anfertigen [Id. 3/369]

ChintN. n.; Kind, Kinder [Id. 3/335]

chintu, V. tr.; 1. künddigen, 2. künden, verkünden [Id. 3/355]

Chinderstuba, N. f; 1. Kinderstube; 2. Erziehung,

chindisch, Adj.; kindisch [Id. 3/350]

chintu, V. intr.; künden, verkünden, kunt tun, bekannt machen; 1. die Hochzeit ansagen, vgl. achintu, üsschintu, verchintu; 2. beim Rindvieh die Brunst zeigen [Id. 3/355]

chipbüüchu, V. intr.; schwer, athmatisch atmen [F.I.]

chirchju, V. intr.; keuchen, keuchend lachen [Gr. 49]

Chiri, N. n.; Korn, einzelnes Getreidekorn [IA I/1977,4; Id. 3/469], vgl. auch Chirrli

Chirsi, N. n.; zerstreute Person

Chirzeta, N. f.; Abkürzung [Gr. 49]

chirzli, Adv.; kürzlich [Id. 3/499]

chirzu, V. tr.; kürzen [Id. 3/498

chitzlu, V. tr.; 1. kitzeln, jucken; 2. locken, jucken [Id. 3/605]

Chischi, N. n.; Kissen [Id. 3/529]

Chischta, N. f.; Kiste [Id. 3/543]

Chiisi, N. n.; Bläschen, Fieberbläschen

Chitt, N. m.; Kitt, Fensterkitt [Id. vgl. 3/567]

Chitzil, N. m.; Kitzel

chitzlig, Adj.; kitzelig

chitzlu, V. tr.; kitzeln [Id. 3/605]

Chläbi, N. n.; Klebband, Heftpflaster [Id. vgl. 3/613]

chläbu, V. tr.; kleben [Id. 3/611]

Chlack, N. m.; Spalte, Riss, Ritze, in Holz, Gestein, Gemäuer, Erdreich, Eis und Firn, in der menschlichen Haut, bes. an Händen und Füssen, auch an den Lippen [Id. 3/639]

Chlaafter, N. n.; Klafter, Raummass für Heu und Holz, ca. 1.8x1.8 Meter (ausgespannte Armlängen eines erwachsenen Mannes [Id. 3/633]

Chlaffja, N. f.; Klappertopf (Pflanze): Rhinanthus serotinus [IA I/1978, 40]

chlaffju, V. tr.; Rundholz an den Sägeränder abrunden, damit man es leichter schleifen kann [Id. 3/628.5]

Chlag, N. f.; Klage [Id. 3/634]

chlagu, V. intr.; klagen [Id. 3/636]

chlachgu, V. tr.; klagen, verklagen, vgl. achlagu, verchlagu [Id. 3/636]

Chläich, N. m.; Klang, Ton; är kcheert kchei Chläich, er ist taub

chläichil, Adj.; auch chliichil, chlingil wird als Verstärkung von dürr, trocken verwenden: ds Holz ischt chläichil dirrs, das Holz ist sehr trocken [Id. 13/1358; IA I/1978, 40]

Chläich, N. m.; Klang: ich keerru kchei Chläich, ich höre keinen Klang - ich bin taub [IA I/1978, 40]

Chläischa, N. f.; 1. Lücke, Mund, Schlitz; 2. "giftigen" Mund haben [E. S.]

Chlack, N. m.; Ritze, Spalt, Riss [Id. 3/639]

Chlamm, N. f.; Klamm, Schlucht, Spalt Id. 3/643

Chlammra, N. f.; Klammer [Id. 3/644]

Chlämpa, N. f.; Lücke, enger Durchgang zwischen zwei Häusern [F.I.]

Chlämpi, N. n; Wäscheklammer[Id. 3/648]

chlämpu, V. intr.; 1. klemmen, einklemmen; ich ha mi geschter in der Poort gchlämpt, ich habe mir gestern in der Türe die Finger eingeklemmt; 2. klemmen, eine Arbeit nicht verrichten oder geizig sein; äss ischt de öü no an chlämmpige Siech, er ist schon noch ein geiziger Kerl; bi deer Arbeit het äss klämmt, von der Arbeit hat er sich gedrückt [Id. 3/648]

Chläntra, N. f.; ein gleichgültiges Weib

Chlapf, N. m.; 1. Knall; 2. Klaps; 3. Rausch, [Id. 3/669] vgl. Butzi, Stiiberli, Stiiber, Liechte, ,Zinti, Stei im Grint, Gess, Schmiri, Schmutz, Braati, Siedi, Sutti, Fleiger, Tägger, Penalti, Palaari…

Chlappbett, N. n; Klappbett

Chlätta, N. f.; Klette, 1. Pflanzename; 2. sehr anhängliche Person [Id. 3/701]

chlättru, V. intr.; klettern [Id. 3/701]

Chlaawo, N. m; 1. Klaue, Zehe der Huftiere; 2. technische Bezeichnung für ein Alprecht (= 1/4 Kuhrecht) [Id. 3/705]

chlei, Adj.; klein; Flurname: klein; bezeichnet einen Ort zusätzlich nach seiner Grösse, [Id. 3/650]

Chleidig, N. f.; Kleidung [Id. 3/624]

Chleiderschaft, N. m; Kleiderschrank

Chleija, N. f; Kleie

Chleijutrogg, m; Kleiebehälter, Kleientrog

Chleippa/Chleippi, N. f.; Ohrfeige, Klatsche [Id. 3/614]

chleippu, V. tr.; ohrfeigen, schlagen, eine kleben [Id. 3/614]

Chlepfa, N. f.; Klatschbase [Gr. 50]

Chlepfi, N. f.; Knall, Schlag, Knall mit der Peitsche [Id. 3/677]

chlepfu, V. intr.; knallen, schlagen [Id. 3/671]

chliichil, Präp, Verstärkung = sehr; Schallwort, klingeln, rauschen, chliichil dirrs, klingeltrocken [Id, 13/1358]

chliichildirr, Adj.; sehr trocken, klingeldürr, ds Heww ischt chliichildirrs, das Heu ist klingeldürr trocken [Id, 13/1358]

chliichju, V, intr.; klingen: di Glogga chliichjot, die Glocke klingt [IA I/1978, 40]

Chlifi, N. n.; etwas beschränktes Mannsbild [S.F.]

Chlimsjer, N. m.; einer, der eine Arbeit langsam und ineffizient erledigt, Trödler[IA, 1/1979, 34]

chlimsju, V. intr.; eine Arbeit langsam und ziellos verrichten, äs tüet nummun soo umanandrachlimsju, er bringt die Arbeit nicht aus der Hand, kommt nicht vorwärts [IA, 1/1979, 34]

chlipfu, V. tr.; jemanden Angst machen; erchlipfu, V. tr. ich ha miine Brüder erchlipft, ich habe meinen Bruder erschreckt; verchlipfu, V. tr. miine Brüeder ischt verchlipft, mein Bruder ist erschrocken [Id. 3/683; IA, I/1978, 40] vgl. pliiggu

Chlippil, N. m; Klöppel, Vorschlaghammer

chlirru, V. intr.; klirren

Chlittra, N. f.; lästige Frau [Gr. 50]

Chliwwa, N. f.; Grannen oder Grannenteilchen, Ährenfäden bei Getreide und Gräsern, Kleie [Id. 3/707; IA II/1976, 36]

Chlobo, N. m; Kloben, Klotz, Zapfen [Id.3/617]

Chlofo, N. m; Kloben, Klotz, Zapfen [Id.3/617]

chlopfu, V. intr.; klopfen [Id. 3/680]

Chlooschter, N. n.; Kloster

Chlooschterfroww, N. f.; Nonne

Chlotz, N. m.; Klotz [Id. 3/707]

Chlüübetsch, N. m.; Mann, kurzbeinig, unbeholfen [Gr. 50]

Chlüüchji, N. n.; Knäuel, Garnknäuel [Gr. 50]

Chlumpo, N. m.; Klumpen [Gr. 50]

chlumpu, V. intr.; klumpen, zusammenklumpen, verklumpen

chlumsu, V. intr. nagen, kauen, auf einem Stück hartem Roggenbrot herumnagen und mit Speichel durchweichen [F.I.]

Chluntschi, N. n.; Knäuel, Wollknäuel [Id. 3/662]

Chlupf, N. m; plötzlicher Schrecken, grosse Angst: ich ha kchei Chlupf, ich habe keine Angst [Id. 3/682; IA I/1978, 40]

chlupfig, Adj.; schreckbar, leicht zu erschrecken, furchtsam, änglich: das Chieli ischt chlupfigs [Id. 3/684; IA I/1978, 40]

Chluppja, N. f.; Frau, kräftig, dick

Chnächt, N. m.; Knecht [Id. 3/720]

Chnall, N. m.; 1. Knall; 2. Rausch, [Id. 3/738] vgl. Butzi, Stiiberli, Stiiber, Liechte, ,Zinti, Stei im Grint, Chnälli, Chlapf, Gess, Schmiri, Schmutz, Braati, Siedi, Sutti, Fleiger, Tägger, Penalti, Palaari…

Chnälli, N. f.; 1. Knall, 2. Rausch, vgl. Butzi, Stiiberli, Stiiber, Liechte, ,Zinti, Stei im Grint, Chlapf, Gess, Schmiri, Schmutz, Braati, Siedi, Sutti, Fleiger, Tägger, Penalti, Palaari…

chnällu, V. intr.; knallen, schlagen [Id. 3/738]

Chnäpfli, N. n.; Mehlknödel vgl. Chnöpfli

Chnättmüelta, N. f; Knetmulde

chnättu, V. tr.; stampfen, z.B. ds Heww chnättu, Heu stampfen [Id. 3/765]

Chnätscheta, N. f.; das Gekaute, Knatsch

chnätschu, V. tr.; schmatzend, laut kauen [Id. 3/769]

Chnätteta, N. f.; 1. zerstampftes Gras, 2. Mengenangabe, an Chnätteta Schnee, ein Schuh voll Schnee [Id. 3/765]

chnättu, V. tr.; kneten [Id. 3/765]

Chnebil, N. m.; Knebel [Id. 3/713]

chneblu, V. tr.; 1. prügeln; 2. knebeln [Id. 3/716]

Chneww, N. n.; Knie [Id. 3/774]

chnewwu, V. intr.; knieen [Id. 3/776]

Chnewwschiiba, N. f.; Kniescheibe [Id. 8/54]

Chnewweta, N. f.; 1. Knie hoch, an Chnewweta Heww, Knie hoch Heu; 2. Schneehöhenmass, bis zum Knie ist eine stattliche Schneehöhe [Id. 3/776]; das kleinste Mass ist an Gräwwtschgeta, eine Grauheit; das nächste Mass für die Schneehöhe ist dann an Miischuchnewweta = Maus kniehoch; gibt es recht viel Schnee spricht man von ar Chneewweta = Knie hoch [Id. 3/776]

Chnider, N. m.; kleiner Mann, kleines Kind [Id. 3/736]

chnipfu, V. tr. knüpfen [Id. 3/755], vgl. abchnipfu = verbieten, verchnipfu = verknoten; zämuchnitpfu = zusammenknoten

Chnipfböüm, N. m; Bindebalken

chnischtru, V. intr.; 1. knistern; 2. herumtosten, wühlen [Id. 3/764]

Chnissil, N. m.; grosses Stück, z. B. an Chnissil as Stuck Broot; ein grosses Stück Brot [Id. 3/762]

Chnittil, N. m.; Knüppel [Id. 3/767]

Chnocho, N. m.; Knochen [Id. 3/720]

Chnodo, N. m.; Knoden, Knödel, Fussgelenk [Id. 3/734]

Chnofloch, N. n.; Knoblauch [Id. 3/1006]

Chnollo, N. m.; 1. Knollen, Klumpen; 2. dickliche, kleine männliche Person [Id. 3/740]

Chnopf, N. m.; Knopf [Id. 3/746]

Chnopfloch, N. n.; Knopfloch

Chnöpfli, N. n.; Knödel, Mehlknödel [Id. 3/750]

chnorrig, Adj.; knorrig [Id. 3/758]

Chnoorz, N. m.; eine mühsame, aber vergeblich oder unbrauchbare (aus Mangel an Geschick) Arbeit; das ischt an rächte Chnoorz, wa ner daa abglaa heit, das ist eine mangelhafte Arbeit, die ihr da verichtet habt [Id. 3/760] vgl. die Redensart: an Chnoorz ablaa = mit viel Aufwand ein mangelhaftes Resultat liefern.

Chnoorzerwäärch, N. n.; schlechte, unfachmännische, mühselige Arbeit [Gr. 51]

Chnoorzi, N. m.; ein mühsam, ohne Geschick arbeitender Mann

chnoorzu, V. intr.; mühsam, unfachmännisch, ohne Geschick arbeiten; dii chnoorzunt wirklich numma umanand, die mühen sich wirklich vergeblich ab [Id. 3/760]

chnoschlu, V. intr.; schmatzend, lustvoll essen; alli um du Topf und de heintsch afa chnoschlu, alle um den Topf und dann begannen sie schmatzend zu essen; vgl. ässu, frässu, habru

Chnubil, N. m.; Knollen, Klumpen [Id. 3/717]

chnublu, V. tr.; 1. prügeln; 2. essen, Broot chnublu [Gr. 51]

Chnupf, N. m.; Knoten [Id. 3/755]

cho, V. intr.; kommen, acho, ankommen; biicho, bekommen; vercho, verkommen [Id. 3/262]

Choch, N. m.; Koch [Id. 3/124]

Chochofo, N. m; Kochherd

chochu, V. tr.; kochen [Id. 3/126]

Chola, N. f.; Kohle [Id. 3/207]

choluschwaarz, Adj. Farbe, kohlschwarz [Id. 9/2205]

Cholbo, N. m; Kolben

Cholera, N. f; Verkohlung, Backen, Gericht

Cholrächo, N. m; Ofenkrücke, Kohlenscheuer

Choolraafa, N. f.; Rübenkohl, Kohlrabi [Id. 6/634]

Choor, N. n.; 1. Chor, Kirchenraum; 2. m.; Chor, Singgruppe  [Id. 3/444]

Choorb, N. m.; Korb [Id. 3/451]

Choorbi, N. n.; 1. Korbmacher; 2. unsesshafter, unordentlicher Mensch, Hausierer; 3. Zigeuner; vgl. auch Choorber [Id. 3/455]

choorbu, V. tr.; Korb flechten [Id. 3/454]

chöörblu, V. intr.; erbrechen [Id. 3/455]

Chooru, N. n.; Korn [Id. 3/469]

choluschwaarz, Adj.; kohlenschwarz

Chopf, N. m.; Kopf; Syn.: Höüt, Grind, Bira; Was der Chopf vergisst, miessunt d Fiess entgäältu; Was der Kopf vergisst, müssen die Füsse entgelten (VS, Sprichwort, I); ... niit uff du Chopf kchiit, nicht auf den Kopf gefallen; ... no Chopf, no Schwanz, noch Kopf, noch Schwanz (= sinnlos); ... in du Chopf stiigu, in den Kopf steigen; ... chopflos, kopflos (VS. Sprichwörter, XI) [Id. 3/408]

chopflos, Adj.; kopflos, ohne nachzudenken [Id. 3/1430]

Chopf atriibu, Chopf aschlaa,  Redensart; 1. Kopf anschlagen; 2. seine Grenzen finden, nicht weiterkommen; daa het är antli der Chopf agschlagu, da hat er endlich seine Grezen erfahren

chopflos, Adj.; kopflos, unbedacht [Id. 3/1430]

Chopflumpo, N. m.; Kopftuch der Frauen, vgl. auch: Lumpo [Id. 3/1279]

Chopfwee, N. n.; Kopfschmerzen [Id. 15/47]

Choorb, N. m.; Korb [Id. 3/471]

Choorberi, N. f.; 1. Korbflechterin; 2. schmutzige, unsaubere Frau, vgl. Trooja, Ggoschscha, Moora, Schlättra, Suww [Id. 3/455]

Chooru, N. n; Korn [Id. 3/469]

choru, V. tr.; kosten, Speise oder Wein versuchen [Id. 3/446]

Chooruchaschto, N. m; Kornkasten

Chooruchischta, N. f; Kornkiste

Choorumäll, N. n; Roggenmehl, Alltagsmehl

Choorumili, N. f; Korn-, Getreidemühle

Choorusack, N. m.; Kornsack, Sack, Beutel zum Säen des Korns [Id. 7/625]

Choorutricka, N. f; Korntruhe, Getreidetruhe

Choscht, N. f.; Kost, Essen, Beköstigung [Id. 3/546]

Choschtgäber, N. m.; Wirt, Verköstiger [Gr. 52]

Chotzetta, N. f.; Erbrochenes [Id. 3/600]

chotzu, V. tr.; erbrechen, kotzen, vgl. gäärbu, boguhüeschtu [Id. 3/599]

Chöüf, N. m.; Kauf [Id. 3/164]

chöüffu, V. tr.; kaufen [Id. 3/170]

chräblu, V. intr.; 1. kratzen; 2. krabbeln [Id. 3/780]

Chrach, N. m.; Krach, Lärm [Id. 3/783]

Chracho, N. m.; Krachen; Flurname: usprünglich bedeutet der Name eine

Schlucht, ein Tobel, doch wird heute damit auch ein abgelegenes  Gebiet, Dorf, Weiler im Sinne von Hinterwäldlertum bezeichnet: Chracholbodo

[Id 3/783; Zinsli, NG S. 562]

chrachu, V. intr.; lärmen [Id. 3/784]

Chraft, N. f.; Kraft [Id. 3/788]

chräftig, Adj..; kräftig, Kraft besitzend; an chräftige Ma, ein kräftiger Mann, vgl. auch chreftig [Id. 3/789]

Chralla, N. f.; 1. Klaue, Kralle; 2. Kette, Perlenkette [Id. 3/807]

Chraam, N. m.; Kram, Zeugs [Id. 3/809]

Chrampf, N. m.; Krampf, Mühsal [Id. 3/825]

Chrampfaadra, N. f.; Krampfader

Chrampfer, N. m.; fleissiger Arbeiter

chrampfu, V. intr.; schwer arbeiten [Id. 3/825]

chrank, Adj.; krank

Chrankustuba, N. f; Krankenstube

Chranz, N. m; Kranz, Bindebalkenkranz [Id. 3/837]

Chranztriichja, N. f; Kranztreichel, Schafglocke

chränzlinu, V. intr.; für Mädchen: mit Kranz und weissen Kleider an Fronleichnahm an der Prozession teilnehmen [Gr. 53]

Chrapfji, Chräpfli N. n; ravioliartiges Fasnachtsgebäck, Krapfengebäck [vgl. Id. 3/845]

Chraapfo, N. m.; Haken, Holzhaken, krummer Holzteil , z.B. Chraapfustäcko; 1. vgl. Chräpfli, ravioliartiges Fasnachtsgebäck; 2. Holzhaken, in dem die Kännel einer Wasserleitung befestigt werden [Id. 3/842]

Chraapfustäcko, N. m.; Wanderstock mit gebogenem Handgriff

chräschmu, V. intr.; knirschen, kratzen [Id. 3/851]

Chratz, N. m.; Kratz, Verletzung, vgl. auch Chritz [Id. 3/928]

chratzu, V. tr.; kratzen [Id. 3/929] vgl. abchratzu = abkratzen; ver-/zerchratzu = zerkratzen

Chräwwil, N. m.; Kralle, Klaue, Hand [Id. 3/920], vgl. Plampo, Pratzo

chräwwju, V. tr.; jemanden kratzen [Gr. 53]

Chräwwtschgeta, N. f.; Kratz, Kratzverletzung [Gr. 53]

chrawwu, V. reflexiv; kratzen, ich chrawwu mich, wes mi biisst, ich kratze mich wenn es beisst [Id. 3/919; IA I/1982, S. 36]

Chrebs, N. m.; Krebs [Id. 3/781]

chrebsroot, Adj.; krebsrot, Sonnenbrand [Id. 6/1767]

chreftig, Adj..; kräftig, Kraft gebend; an chreftigi Suppa, ein kräftige Suppe, vgl. auch chräftig [Id. 3/789]

Chrago, N. m.; Kragen [Id. 3/789]

Chreischpilla, N. f.; Knorpel

Chreeja, N. f.; Krähe [Id. 3/803] vgl. Chrääja

chreeju, V. intr.; krähen [Id. 3/805]

Chreelingji, N. n.; Tölpel, Narr (aber nicht bösartig gemeint): oo, welis Chreelingji, oh, welch ein Narr, ein Tölpel [IA I/1978, 40]

Chreemmer, N. m.; Krämer vgl. Chräämer [Id. 3/814]

chreemru, V. tr.; einkaufen [Id. 3/816]

chreepf, Adj.; zäh, gesund, kräftig [Id. 3/845]

chreeschu, V. intr.; knirschen vgl. choosu

Chreeta, N. f.; Krete; Flurname:KGrat, oberster Rand eines (schmalen) Grates [(651/140) Id. 3/85]

Chreeza, N. f.; 1. Tragkiste; 2. Hacke mit Zinken zum "Falgen" des Weinberges [Id. 3/932]

Chribil, N. m.; 1. Zeichen, krumme Linie; 2. Unterschrift, tüe der Chribil drunner; unterschreibe! [Id. 3/781]

chriblu, V. intr.; unleserlich Schreiben, bedeutungslose Linien zeichen [Id. 3/781]

Chrieg, N. m.; Krieg [Id. 3/793]

chriegu, V. tr.; kämpfen, Krieg führen [Id. 3/797]

Chriesa, N. f.; Kirsche [Id. 3/483]

Chriesugaago, N. m.; 1. Kirschkäfer; 2. Rabenvogel

Chriida, N. f.; Kreide [Id. 3/787]

chriiduwiiss, Adj.; kreidenweiss, aschenbleich [Id. 16/1989]

Chrimjig, N. m.; gekrümmter Baum, Mensch

chrimpu, V. tr.; krümmen, beugen, biegen, ich chripmu du Ascht bis uf du Bodo, ich biege/krümme den Ast bist zum Boden [Id. 3/823]

Chrippa, N. f.; Krippe  [vgl. Id. 3/342]

Chrippil, N. m.; Krüppel [Id. 3/842]

chripplu, V. intr.; mühsam arbeiten [Id. 3/781]

Chrippupapier, N. n.; Krippenpapier, mit Marmor- oder Felsmuster bemaltes Packpapier

Chrischt, N. m.; Christ

Chrischtböüm, N. m.; Christbaum

Chrischtmaanot, N. m.; Christmonat, Dezember

Chrischtoleer, N. f.; Religionsunterricht [id. 3/1367]

chrismu, V. tr.; firmen, das Sakrament der Firmung geben [Id. 3/856]

Chriss, N. n; Streu aus Nadelbaumblätter, Nadeln [Id. 3/853]

Chrissrächo, N. m.; Streurechen

chrissu, V. intr.; sammeln von Chriss, Einstreumaterial aus Nadeln

Chrisumgetti, N. m.; Firmpate; Chrisumgotta, N. f.; Firmpatin

Chriiter, N. n. Pl. ; Kräuter, Heilkräuter [Id. 3/918]

Chriiterschnaps, N. m.; Kräuterschnaps [Id. 9/1267]

Chriitz, N. n.; 1. Kreuz als religiöses Zeichen der Christenheit; 2. Kreuz, Widerrist bei Mensch und Tier [Id. 3/938]; stehende Formel: no Chriitz, no Haago; noch Kreuz, noch Haken = keinen Sinn ergeben;

Chriitzbei, N. n.; Kreuzbein, Hüftknochen beim Rind [Rübel, 19]

Chriitzgwätt, N. n.; Verzähnung am Dachgiebel [Id. vgl. Gwätt, 2/1264 ]

Chriitzwägg, N. m.; 1. Weggabelung; 2. Kreuzweg, Leidensweg Christi in 14. Staionen anchgestellt [Id. 15/832]

Chriitzwägkapälla, N. f.; Kreuzwegkapelle, -station

Chriitzwägstation, N. f.; Kreuzwegstation [Id. vgl. Chrützweg, 5/833]

Chritz, N. m.; Kratz, Lackschaden: an Chritz im Auto vgl. auch Chratz [Id. 3/934]

Chritzleta, N. f.; Kritzelei [Id. 3/936]

chritzlu, V. tr.; kritzeln [Id. 3/936]

chritzu, V. tr.; einritzen, einkratzen [Id. 3/936]

Chrometa, N. f.; Menge, ein Verschlag, Zwinger voll

Chromo, N. m; Verschlag, Zwinger, Tiergehe innerhalb eines Gebäudes [Id. 3/818] Schaaf-, Hännu-, Schwii- ...

Chroona, N. f.; Krone [Id. 3/828]

Chropf, N. m.; Kropf [Id. 3/847]

Chropfleereta, N. f.; gegenseitige Aussprache, Gespräch

Chrotta, N. f.: Kröte [Id. 3/876]

chrottuvoll, Adj.; sturzhagelvoll, stockbetrunken [Gr. 54]

chroosu, V. intr.; 1. den Laut "r" in französischer Manier ausprechen [Id. 3/857]; 2. knirschen, Bezeichnung eines mehr oder weniger starken, hellen oder dumpfen Geräusches beim Zsdrücken oder Brechen eines harten oder spröden Stoffes, krachen, von einem Baume, der fallen will oder fällt, von einem hölzernen Hause, das von starken Windstössen erschüttert wird oder zsstürzt, auch mit unbest. Subj., mit geringerm Schall von Speisen unter den Zähnen, z. B. von Knorpeln, hartem Gebäck, Nüssen, Zucker, beim Zertreten eines Schneckenhauses, vom brechenden Knochen bei Operationen, beim Verrenken eines Gliedes, beim Biegen eines zinnernen Tellers, auch ohne das Brechen des den Schall verursachenden Gegenstandes; tosen, dröhnen, vom Donner, Kanonen, Lawinen, Gletschern, von gefrornem Boden unter Tritten; rauschen, rascheln, von dürrem Laub, Heu, Reisig; dann formelhaft zur Verstärkung des Ausdruckes für irgend eine leibliche Tätigkeit, i. S. v. 'mit aller Macht'; [Id. 3/856]

Chröücho, N. m.; Kräuselklumpen beim Spinnen, wenn der Faden nicht schön glatt von der Kunkel = Chüüchla auf die Spule = Spüolo läuft [IA I/1978, 40]

Chruchtilla, Chruchtele, N. f; 1. Fasnachtsküchlein; 2. altes, verhunzeltes Weib [Id. 3/786]

Chruchtolla, N. f.; 1. Fasnachtsküchlein; ein Gebäck, in Form von Riemen oder Täfelchen, nach anderer Angabe ähnlich dem Hütchen der Walliserinnen, dünn wie Papier, bestehend aus Teig von Weizenmehl, Eiern, Safran, mit etwas Branntwein, in heisser Butter gebacken und mit Zucker bestreut 2. verhunzeltes Weib [Id. 3/786]

chruchtollu, V. tr.; Fasnachtsküchlein backen

Chrüeg, N. m.; Krug

Chrugil; N. m.; runder Stein, Kiesel [Id. 3/799]

chrumm, Adj.; krumm [Id. 3/820]

Chrüsimüsi, N. n.; Durcheinander [Id. 4/485]

Chrüüsil, N. m.; Kräusel, Locke

Chrüüsilhaar, N. n.; Kraushaar [Id. 2/1508]

chrüüslu, V. intr.; kräuseln [Id. 3/862]

Chrüt, N. n; Kraut, Gras, Blätterkraut, Krautgewächs im Gegensatz zu Holzgewächs; Redensart: Chrüt und Chabos, Kraut und Kabis = unlogisches Durcheinander [Id. 3/838]

chrütu, V. tr.; krauten, 1. frisches Gras (zur Stallfütterung) mähen; 2. mit der Sichel Ränder putzen, das Kraut abschneiden, das man mit der Sense nicht erreicht [Id. 3/915]

Chrüüter, N. m; Kräutergemisch, Kräuterschnaps

Chrüüterschnaps, N. m; Kräuterschnaps

Chüüchla, N. f.; Kunkel, Rocken, stabförmiges Gerät an dem die noch unversponnen Fasern sind [IA I/1978, 40]

Chuchi, N. f; 1. Küche, 2. Raum zum Werken z.B. Wäschchuchi, Waschküche [Id. 3/129]

Chuchiapfall, N. m; Küchenabfall

Chuchibodo, N. m; Küchenfussboden

Chuchilumpo, N. m.; Küchenlappen, Putzlappen, vgl. Hudil, Gschirrhudil, Wäsch-, Gschirr-, Putzlumpo, [Id. 3/1278]

Chuchiofo, m; Küchenherd

Chuchischaft, N. m; Küchenschrank [Id. 8/403]

Chuchitiri, N. f; Küchentüre

Chuchivorscher, N. n.; Küchenschürze vgl. Vorscher [Id. vgl. 8/1461]

Chuchitisch, m; Küchentisch

Chuder, N. m.; Spucke, schleimiger Auswurf aus Hals und Brust [Id. 3/150]

chuderwälsch, Adj.; kauderwelsch, unverständliches Geplapper [Id. 15/1600]

chudru, V. intr.; spucken, kräftiges Räuspern mit anschliessendem Spucken

Chüe, N. f.; Kuh [Id. 3/85], Flurname: Zusatz, für Kühe geeignet, Chüebodo oder sieht wie eine Kuh aus, Rooti Chüe

Chüebeichinig, N. m.; Kuhbeinkönig, wer am meisten Spieltiere aus Rinderknochen besitzt, wird zum König erklärt [Rübel, 20]

Chüebaarma, N. f; Futterkrippe für Kühe

Chüecho, N. m; Kuchen [Id. 3/131]

Chüedräck, N. m.; Kuhdreck, Mist

chüedräckillu, V. intr.; stinken, nach Kuhdreck riechen

Chüeglogga, N. f; Kuhglocke, Kuhtreichel

Chüehirt, N. m.; Kuhhirte vgl. auch Veehirt [Id, 2/1648]

Chüestall,  N. m; Kuhstall 1

Chüetilo, N. m.; Kuhzitzen [Id. 12/1647]

Chüetriichja, N. f; Kuhglocke, Kuhtreichel

Chüetscha, N. f.; Kuetsche, Kuhkalb [Id. 3/579], vgl. Chüetschi, Chüetschilli

Chüfla, N. f.; gekartete Wolle, zu einem Bündel zusammengeroll [Id. 3/364]

Chugla, N. f.; Kugel [Id. 3/187]

chugilrunt, Adj.; kugelrund [Id. 6/1042]

chüm, Adv. kaum [Id. 3/288]

chümmerli, Adv.; kaum [Id. 3/289]

Chumme, N. f.; Kumme; Flurname: Kumme; Bodenmulde; Besitz zur einer Ortschaft angebend z.B. Rarnerchumma oder die Beschaffenheit bezeichnend, z. B: Rooti Chumma [(635/134), Id. 3/291]

Chummer, N. m.; Kummer [Id. 3/300]

Chummet, N. n.; Joch, Kummet [Id. 3/287]

Chunschtofo, N. m; Küchenofen,Kunstofen  

Chunda, N. f; Kundenmilch, Kaufmilch

Chundsami, N. f.; Kenntnis, Kundsamkeit [Gr. 55]

Chunduchieli,  N. n; Sommerkuh

Chupfer, N. n.; Kupfer, Stoffname [Id. 3/419]

Chupferschmitt, N. m.; Kupferschmied [Id. 9/861]

churmaalu, V. intr.; Sorge tragen [S.F.]

churz, Adj.; kurz

churzum, Adv.;  vor churzum, vor kurzer Zeit

Chusi, N. n.; Flusel, Fussel [F.I.]; meist im Pl. Chusini

Chüüscht, N. f.; 1. Kunst, 2. Können, Fertigkeit, dass isch kchei Chüüscht, das ist nicht schwer [Id. 3/367]

Chutt, N. m.; eine gewisse Menge, Windstoss, Böe [Id. vgl. Chütt, III, 3/576]

Chutta, N. f.; Kutte

chüttu, V. intr.; schwer atmen [Id. 3/570,3]

chuttu, V. intr.; heftig winden, böeartig stürmen [Id. 3/570]

Chuttla, N. f.; Kuttel, Eingeweided, Gedärm auch beim Menschen [Id. 3/574]

Chutschi, N. n.; vgl. auch Chutschili, Hutschili, Kälblein [Id. 3/215, vgl. Chuetschichalb; IA I/1982, S. 36]

Chuttle, N. f; Kutteln (Gericht) 178