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M

Ma, N. m.; vgl. auch Manngi, Mannji; Mann [Gr. 131; Id. 4/239]

machu, V. tr.; machen, tun, arbeiten [Id.4/20] eines der vielseitigsten Verben der deutschen Sprache, man kann von Kinder, über Ferien bis zur Mahlzeit fast alles "machen".

Määgga, N. f. Puppe, tollpatschige, trottelhafte Frau [Gr. 131; Id. 4/120]; 1. Frau (Schimpfname), jammernde, keifende Frau, an aarmi Määgga, ein Jammereisen; 2. Puppe, Brotpuppe [Id. vgl. meggeren, 4/122]

Mago, N. m.; Magen. D Liebi geit der du Mago. Die Liebe geht durch den Magen (SV. Sprichwort, 105). [Id. 4/99]

määggu, V. intr. 1. meckern der Ziegen; 2. keifen, jammern, heulen [Id. vgl. meggeren, 4/122]

Magusii, N. n.; 1. Kauf-, Dorfladen, von Magazin, gang mer schnäll ins Magusii ga zwei Heering holu, geh schnell in den Dorfladen und hole zwei Heringe; 2. Patronenmagazin eines Gewehrs [Id. 6/1235]

mal, Adv.; 1. Zeichen x für Vervielfältigung: zwei mal zwei; 2. kurz für einmal, chumm ammaal hie, komm mal her [Wahrig 973]

Maal, N. n.; 1. Zeichen, Merkmal, z.B. Müetermaal; 2. Mahl in der hochdeutschen Verwendung z.B. in Abundmaal [Id. 4/I.443 und II. 454]

Mala, N. f.; 1. lederner Mehlsack, auch Tasche, in der man Lebensmittel aufbewahrt. An ar hungrigu Suww tröümt van ar määrwigu Mala. Einer hungrigen Sau träumt von einem (mehligen, halb mit Inhalt verrotteten) Mehlsack (SV. Sprichwort, 101); 2. Bauch, Tierbauch [Id. 4/168]

Mälchi, N. f.; Melkzeit, einmaliges Melken [Id. 4/197]

mälchu, V. tr.; melken [Id. 4/195]

Mälchziit, N. f.; 1. Zeit zum Melken morgens und abends; 2. Zeitintervall von der Geburt bis zur nächsten Geburt,  in der die Kuh gemolken wird.

määldu, V. tr.; melden, sich melden [Gr. 131; Id. 4/211]

Maali, N. n.; Malwerk, Bild, kindliche Zeichnung [Gr. 131]

maalu, V. tr.; malen, zeichnen [Gr. 131; Id. 4/168]

malu, V. tr.; 1. mahlen; 2. gleichmässiges, sichtbares Kauen [Id. 4/168]

Määlti, N. n.; Mahl, Essen, Menue [Gr. 131; Id. 4/143]

maartru, V. tr.; martern, [Gr. 132; Id. 4/426]

määr/määrwig, Adj.; mehlig, weich [Gr. 132; Id. 4/429]

Määrwi, N. f.; 1. Weichheit; 2. entzündete Hautstelle [Gr. 132; Id. 4/429]

Mälchtra, N. f; Melchter, Bottich

Mala, N. f; Mehlsack

Mali, N. f; Mahlproduktion, Mahlportion

Mäll, N. n;Mehl

Mällchaschto, N. m; Mehlkasten

Mällkanaal, N. m; Mehlkanal

Mallrilla, N. f; Mahlrinne (Mühle)

Mallrinna, N. f; Mehlrinne (Mühle)

Mältra, N. f; Melchter, Handtraggefäss aus Holz; är bring dum Chalbji in der Mältra ds Laffu, er bring dem Kalb in der Melchter zu Trinken [Id. 4/213; IA, I/1976, 39]

maalu, V. tr.; 1. malen; 2. Milchabdrosselung [Id. 4/151]

malu, V. tr.; mahlen; [Id. 4/167]

maalz, Adj.; schal, geschmacklos [Gr. 131; Id. 4/223]

Mämmi, N. n.; Kleinkind, Wickel-, Wiegenkind; ich tüe ds Mämmi göümmu, ich wiege das Kleinkind [Id. 4/225]

Mannji  N. m.; Mann; Ma und Mannji wird meist synonym verwendet; An rächte Man mit Froww und Chint het d Haar uff der Bruscht und nit uff dum Grint. Ein rechter Mann mit Frau und Kind hat die Haare auf der Brust und nicht auf dem Kopf (SV, Sprichwort, V). Ds Amt müess du Ma süechu und nit der Ma ds Amt. Das Amt (Posten, Stelle, Amt) muss den Mann suchen und nicht der Mann das Amt (SV, Sprichwort, 34). [Id. 4/239]

Maano, N. m.; Mond [Gr. 131; Id. 4/236]

Maanot, N. m.; Monat [Gr. 131: Id. 4/236]

Mänsch, N. m.; Mensch; Mu pchännt du Vogol am Gsang und du Mänsch am Gwand; man erkennt den Vogel an seinem Federkleid und den Menschen an seiner Kleidung (den Charakter des Menschen an seinen Taten, Handlungen, SV, Sprichwort, 39) [Id. 4/336]

Mänsrind, N. n.; Zeitrind, junges Rind [Id. 6/1031]

Mäntscha, N. f.; Mense, Kuh, Erstmelke [Id. 4/334]

maanu, Vr. tr.; mahnen, vgr. er-, ab- [Gr. 131; Id. 4/293]

Maar, N m; Marc, Walliser Tresterschnaps [Id. 1/249; Gr 15]

Maarch, N. f.; Grenzlinie, Grenzstein; är het bis uff d Maarch gibuwwu, er hat bis auf die Grenze gebaut [Gr. 131; Id. 4/368]

maarchu, V. intr.; Marken, Grenzsteine, Grenzmale setzen; zwei Grundstücke gegeneinander abgrenzen [Gr. 131; Id. 4/392]

määrda, Adv. das ist blöd, scheisse vom fr. merde

Maarder, N. m.; Marder  [Gr. 131; Id. 4/395]

Maarfla, N. f; Murmel [Id. 4/399]

Maarflu, N. n; Murmelspiel [Id. 4/399]

Maarfilschloss, N. n.; Vorhängeschloss [Gr. 132; Id. 9/736]

Maarg, N. n.; Mark, Knochenmark [Id. 4/400]

maargillu, V. tr.; abzeichnen, nachformen, häufig üssmaargillu, abzeichne der Konturen z.B. bei engen Kleider; di änggu Hose tient der ds Fittlo richtig üssmaargillu, die engen Hosen zeichnen deinen Arsch so richtig ab, da bleibt nichts verborgen. Wir sprachen spassehalber von "Taubstummenhosen", da kann man bei den Frauen von den Lippen lesen.

markieru, V. tr.; markieren, kennzeichnen, zeichnen

Määrli, N. n.; Märchen [Gr. 132; Id. 4/360]

Marmitta, N. f.; Kochtopf, von franz. marmite [Id. 4/418]

määrwig, Adj.;  morsch, locker, mürbe [Id. 4/429]

Matta, N. f; 1. 1. Wiese [Id. 4/548]; 2. Klauenkrankheit beim Vieh [Id. 4/551]

Mascht, N. f.; die Mast, ein Tier zum Schlachten auffüttern [Id. 4/509]

Maschtchalp, N. n.; Mastkalb [vgl. Masti, Id. 4/509]

Maschtdaaro, N. m.; Mastdarm [Id. 13/1604]

Maschtstall, N, m; Maststall [Id. 11/25]

Maschtvee, N. n; Mastvieh [Id. 1/651]

Maschtschwii, N. n; Mastschwein [Id. 9/1903]

mäschtu, V. tr. vgl. meschtu; mästen [Id. 4/510]

Maasrig, N. f.; Maserung [Id. 4/467]

Mäss, N. f.; 1. Hohlmass; 2. abgewogen, abgemessen Menge; Redensart; as güets Mäss ha, ein gutes Mass haben, d.h. wohlwollen z.B. Einschenken [Id. 4/437]; 3. hl. Messe  [Id. 4/428]

Mässbüech, N. n.; Messbuch, Gebetsbuch, Kirchengesangsbuch [Id. vgl. Buech, 4/986]

Massetta, N. f; Fäustel, Steinhammer, ev. von ital. massetta, Gewicht, schwer

Maat, N. f.; Mahd, eine gemähte Graszeile [Gr. 132; Id. 4/71]

Mada, N. f.; Made, ...wie d Made im Späck, wie die Maden im Speck, fusslose Insektenlarve  [Gr. 132; Id. 4/76]

madocht, Adj. vgl. auch: madig, madig, von Maden durchsetzt: madochts Fleisch, madiges Fleisch (wenn das Fleisch bei Lufttrocknen einmal madig wurder (vor allem Schweinehamme), wurde es gesotten und die Maden oben abgeschöft und dann natürlich verzehrt) [Gr. 132]

mager, Adj. 1. mager, sehr schlank; 2. spärlich: mageri Choscht, einfache, spärliche Kost [Gr. 132; Id. 4/102]

Maggeroona, N. f.; fast nur im Pl. Maggeroone, dicke Teigwaren, Hörnli, Makkarone (Canneroni, Chifferi) [Gr. 132]

Mago, N. m.; Magen [Gr. 132; Id. 4/99]

Mala, N. f.; Mehlsack, Hirten-, Vorratstasche [Gr. 132; Id. 4/168] Am a hungrigu Schwii tröumt immer van ar määrwigu Mala, einer hungrigen Sau träumt immer von einem mehligen Mehlsack.

Meder, N. m.; 1. Mäher, derjenige, der mit der Sense die Wiese mäht; 2. Mähtaglöhner [Id. 4/75]

maassleidig, Adj. wehleidig, verdrossen [Gr. 132; Id. 3/1048]

Meematta, N. f; Mähwiese (Alpe)

Meisschi, N. n.; junges Rind, vgl. auch Meisschilti [Id. vgl. Mänsrind1/1019]

Meissil, m; Meissel, Schneideeisen; aber auch Trennwerkzeug, z.B. Steinmeissel

Meitja, N. f; Mädchen, Jungfrau [4/77; IA I/1976, 38]; Redensart: uff d Meitja gsee; ein Mädchen, eine Frau begehren

Meitjuchammra, N. f; Mädchenzimmer

Meentag, N. m.; Montag

Metallplatta, N. f; Metallplatte

Meeter, N. m; Meter, Metermass

meschtu, V. tr.; mästen [Id. 4/510; IA I/1976,38]

mielich, Adj.; wählerisch, verwöhnt [Gr. 135]

miiggu, V. tr.; ein kleines Kind scherzend mit dem Finger auf den Leib stechen [Id. II. 4/123]

Milchaadra, N. f.; Milchalder, Venen am Kuheuter [Id. 1/87]

Milchchäller, N. m; Milchkeller

milggu, V. tr. etwas weich machen, einweichen

Mili, N. f; Mühle

Milibaarg, N. m; Abgabe des Müllers

Milibach, N. m; Mühlbach

Milifaart, N. f; Mühlenfahrt

Miligrabo, N. m; Mühlbach

Miligüet, N. n;Mahlgut

Mililugi, N. f; Mühlenlüge, Gerücht

Miliiisu, N. n; Mühleisen

Milirad; N. n. Mühlenrad

Milistei, N. m; Mühlstein

Militrichter, N. m;Mahltrichter, Mahlspeicher

Miischplatta, N. f; Mäuseplatte bei Stadel und Speicher

Miischuplatta, N. f; Mäuseplatte bei Stadel und Speicher

minjocht, Adj. Farbzeichnung am Kopf des Schwarznasenschafs,der Kopf ist zwischen den Augen und dem Mund weiss [IA, I/1983, 36]

Mirpsa, N. f.; grosse Murmel, oft die Beute beim Murmelspiel [Gr. 131]

Mischt, N. m; Mist

Mischtgrüeba, N. f; Mistgrube, Kotgrube

Mischtgrabo, N. m; Kotgraben

Mischthof, N. m; Misthof, Misthaufen

Miischuchnewweta, N. f.; Schneehöhenmass, die Schneehöhe reicht der Maus bis an das Knie = sehr wenig Schnee; das kleinste Mass ist an Gräwwtschgeta, eine Grauheit; das nächste Mass für die Schneehöhe ist dann an Müüsuchnewweta = Maus kniehoch; gibt es recht viel Schnee spricht man von ar Chneewweta = Knie hoch

Miiseer, N. n.; 1. Misere (frz.), Unglück, welis Miiseer, welch ein Unglück; 2. Kartenspiel bei dem es gilt möglichst keine Punkte zu stechen

mitzu, V. intr.; zuwinken, zuzwinkern [F.I.]

Mittagsliwwi, N. f; Mittagspause, Mittagsruhe, Siesta [IA, I/1976, 39]

Mittilpack, N. m; Mittelpack, Balkenwand in der Scheune

Modil, N. m; Model, Form, Muster bei Butter oder Brot

modlu, V. tr.; formen, Brotformen

Molggo, N. m.; dicker Mann, dickes Kind [F.I.]

Mooji, N. n.; Fratze, Gesicht; nur in dem Pl. «Mojini», Grimassen, dumme Gebärden [Id. 4/137]

Mono, N. m; grosse Murmel vgl. Botscha

morts, Part.; in Zusammensetzungen gross, stark, sehr gewaltig: Mortshunger, Mordshunger; geschter han i an Mortschnälli gkcha, gestern hatte ich einen Riesenrausch [Id. führt dieses Wort nur als Zusammensetzung auf, vgl. Nomen: Mordsbrand 5/676 oder Adjektive: mordsvil 1/776]

Müelta, N. f; Mulde, Back-, Schlacht-, Futtermulde [Id. 4/216]

Müeltuschabi, N. n-; Muldenresten, das was in der Teigmulde am Schluss noch zusammengeschabt wird; 1. kleines, minderwertiges Brot; 2. kleines, minderwertiges Kind, meist das Jüngste der Grossfamilie; äss isch nummu soo as Müeltuschabi, es (er/sie) ist nur ein schwaches, kleines Kind [Id. 8/21]

Müemma, N. f.; Muhme, Tante [IA, I/1976, 39]

Müeter, N. f.; Mutter [Id. 5/589]

Müülerra, N. f.; Lippen, Lefze

Müll, N. n.; Maul, Mund; nicht nur in der derben, sondern auch in der alltäglichen Sprache; ... ds Müll bscheibu..., den Mund stopfen (am Reden hindern, Reklamationen unterbinden; SV. Sprichwort, XIII) [Id. 4/174]

Müller, N. m; Müller

Müllerloo, N. m; Müllerlohn

Mülti, N. n;Maultier

mum, Pa, Adv.; wieder [Id. 1/227]

Mummiljer, N. m.; 1. ein Mann der undeutlich spricht; 2. ein unbeholfener, linkischer Mann [Gr. 131]

Munibrant, N. m.; Entzündung nach der Begattung der Kuh [Rübel, S. 27]

Müüra, N. f; Mauer; Sumi gseent d Vorteila durch niin Müüre; manch einer sieht seine Vorteile durch neun Mauern (vor allem seinen Vorteil in jedem Dinge sehen; Volmar Schmid: Sprichwort im Walliserdeutschen, S. 124) [Id. 4/381]

Müürer, N. m; Maurer, Handwerk [Id. 4/384]

Müürbett, N. n; Fundament

Müürerchella, N. f; Maurerkelle

Murggs, N. m.; Murks, schlechte Arbeit, schlechtes Resultat, Pfuscherei, dass ischt wirkli an Murggs wa ner daa abgliifrot heit; das ist wirklich eine Pfuscharbeit, die ihr da abgeliefert habt  [Id. 4/405]

Müürhammer, m; Maurerhammer

Müürwäärch, N. n; Mauerwerk

Müüs, N. f. Pl. Miisch; Maus [Id. 4/473]; an diesem Wort zeigt sich wunderschön die Entrundung im Walliserdeutsch: aus dem Hochdeutschen Maus wird im Schweizerdeutschen Muus und im Walliserdeutschen Müüs, diese "ü" wir dann im Plural noch zusätzlich zu Miisch entrundet.

Muschgil, N. m.; Muskel

Musil, N. m.; vgl. auch Musol, Maulkorb [Id. 4/483]

Müüsugagol, N. m.; Mäusekot [Id. 2/139; IA II/1976, 33]

müüsu, V. int.; 1. mausen (Katze), Mäuse fangen; 2. durchsuchen, in fremden Sachen wühlen, fremde Dinge durchsuchen, in fremden Dingen herumstöbern; 3. stibitzen [Id. 4/495]

Mutta, N. f; Schaf ode Kuh ohne Horn, es wird dabei nicht zwischen Aue und Widder oder Kuh und Stier unterschieden [Id. 4/571]

Muttler, N. m.; hornloses Tier [Id. 4/572]

Mutz, N. m.; 1. hornloses Tier; 2. kurz geschnittene Haare [Id. 4/616]

Mutzbroot, N. n; Weissbrot, Zopfbrot, Gebäck aus Butterteig von feinem weissem Mehl und mit Eigelb übertüncht, gew. in der Form von Rieja auch als Brootring, Stäckli, oder Tretscha gebildet; Rezept aus Törbel: 320 g Mehl, 15 g Hefe, 5g  Salz, 30g Zucker,20g Butter, ½ Zitronensaft, 1 dl Milch, n.B. 30g Rosinen, inWasser einlegen über Nacht; mit Eigelb bestreichen und Salz und Wasser. Bei 220 Grad 20 Min. backen.