I,J

i, Pa; in, Zss. ibrächu, iliggu, iladu, ibringu, ibrocku, itriibu, iladu, ibrächu, ischlaa, ichlämpu... [Id. 1/286]

i'iebu, V. tr. einüben

ibettu, v. tr.; einbetten, betten, Bett mit frischer Bettwäsche versehen [Id. 4/822]

ibeizu, V. tr.; Fleisch beizen, einsalzen zur Herstellung von Trockenfleich [Id. 4/1984]

Ibil, N. n.; Übel [Id. 1/55]

ibil, Adj.; übel

Ibildig, N. f.; Einbildung [Id. 4/1201]

ibildu, V. refl. sich einbilden [Id. 4/1199]

ibissu, V. tr.; vollstopfen, gedrängt füllen [Id. 4/1699]

Ibli, N. f.; Übelkeit [Gr. 112]

ibrächu, V. intr.; einbrechen [Id. 5/329]

ibrocku, V. tr. einbrocken [Id. 5/562]

ich, Pron. ich [Id. 1/73]

iche, Adv.; herein, chomet iche, kommt herein [Id. 2/1335] Zss.: ichegaa, ichecho, ichebringu, ichelöüffu...

ichällru, V. tr.; einkellern, das Traubengut in den Keller bringen, zur Aufbewahrung in den Keller bringen [Id. 3/205]

icheeru, V. intr.; einkehren [Id. 3/438]

ichochu, V. tr.; einkochen [Id. 3/127]

Ichöüff, N. m.; 1. Einkauf auch: Kommissione; 2. Bürgerrechteinkauf [Id. 3/165]

ichöüffu, V. tr.; einkaufen [Id. 3/172]

ichromu, V. tr.; einzäunen, einpferchen [Id. 3/819]

iebu, V. tr.; üben [Id. 1/61]

ier, Pr.; 1. 2. Pers. Pl.; 2. Höflichkeitsanrede (Siezen) [Id. 1/406]

idreeju, dreeju i, igidreet, V. tr. eindrehen, einschrauben [Id. 14/703]

ifädlu, fädlu i, igfädlot, V. tr.; 1. einfädeln, Faden; 2. eine Sache in Gang bringen; 3. mit dem Ski an der Torstange einhänken [Id. 1/676]

Ifall, Ifäll, N. m.; Einfall [Id. 1/738]

ifierru, fierru i, igfiert, V. tr.; einführen [Gr. 113]

ifillu, fillu i, igfillt, V. tr.; einfüllen

ifrässu, frässu i, igfrässu, V. tr.; 1. einfressen, der Roscht hetschi in d Schrüüba igfrässu, der host hat sich in die Schraube gefressen; refl.: das han i in mich igrfrässu, das habe ich in mich eingefressen, in der Erinnerung festgesetzt [Id. 1/1323]

Iifer, N. m.; Eifer, Eifersucht ist einen Leidenschaft, di mit Iifer süecht, was Liidu schafft [Id. 1/109]

iifrig, Adj.; eifrig

igfrierru, gfrierru i, igfrooru, V. tr.; einfrieren, ha Fleisch igfrooru, habe Fleisch eingefroren

igsee, gsee i, igsee, V. tr.; einsehen [Id. 7/562]

ihannu, hannu i, ighannot,  V. tr.; füttern, dem Vieh Futter geben; hiitu hani iischer Liisa rächt ighannot, heute habe ich unserer Kuh Lisa, viel Futter in die Krippe gegeben [Id. vgl, (ge)handen,  2/1400; IA, II/1980, 36] 1. dem Vieh das Heu oder Gras in die Krippe legen; viele und schwierige Aufgaben stellen, z.B. in der Schule; mu müess de Schieler nummu rächt ihannu, de sintsch fiini, man muss die Schüler nur richtig, stark beschäftigen, dann sind sie brav [Id. vgl. inhanden 2/1400]

Ihanni, N. f.; Viehfutter, Heu, d Ihanni in der Baarma verteilu, das Heu, Futter in der Futterkrippe verteilen [Id. 2/1400; IA, II/1980, 36]

ihälwe, unpers. äs hälwet i, ighälwelt; V. unpers.; bewölken, diesig werden

iheizu, heizu i, igheizt, V. tr.; einheizen, heizen

Ija, N. f.; Eibe [Id. 1/612; IA I/1983, 36]

Iliechtu, N. n.; Sonnenaufgang, erstes Tageslicht, wier gee mim Iliechtu, wir starten beim ersten Tageslicht [Gr. 114]

illaa, laa i; iglaa,: V. tr.; einlassen, ich laa di nit zer Poort i; ich lasse dich nicht zur Türe rein [Id. 3/1405]

Illegg, N. n; Einwurf, Heueinwurfloch

ileggu, V. tr.; einlegen, ds Heww ileggu, Heu einlegen [Id. 3/1182.3]

iliggu, V. intr.; einliegen, nachhaltig wirken; dass Ässu liggot gaar nit i, das Essen sättigt nicht  lange; Wulligi Spiis liggot am beschtu i. Wollige (urige) Speise liegt am besten ein (SV. Sprichwort, 141). [Id. 3/1211]

iillu, V. tr.; Äcker bearbeiten und anpflanzen, das Acherli tientsch nimmer iillu, der Acker wird nicht mehr bearbeitet [IA I/1976, 38]

ilüege, lüege i, iglüegt, V. tr.; 1. hineinschauen, ds Pfeischter ischt dräckigs, ich ha nit ilüegu, das Fenster ist schmutzig, ich kann nicht hineinschauen; 2. verlieren, den Kürzeren ziehne, daa hani rächt miessu ilüege, da zog ich kräftig den Kürzeren [Id. 3/1227]

imachu, machu i, igmacht, V. tr.; 1. Früchte sterilisieren, "einmachen"; hiir han i zää Gleser Zwätschge igmacht, dieses Jahr habe ich zehn Gläser Zwetschgen eingemacht; 2. einbinden, einpacken; Biecher imachu, Bücher einbinden; as Päckli imachu, ein Paket einpacken [Id. 4/43]

imezzgu, mezzgu i, igmezzgot, V. tr.; einmetzgen, für den eigenen Bedarf schlachten, as Fäärli imezzgu, ein Sau (zu Hause) schlachten [Id. 4/626] meistens auch nur mezzgu,

Immi, N. n; Gefäss, Hohlmass, as Immi Chooru, ein Hohlmass voll Korn (als Trockenmass, der 4. Teil des «Mässes», des Viertels Konstanzermass, der 10. Teil des «Viertels» oder «Sesters», der 9. Teil, der 6. Teil einer «Quartane» oder = 4 «Batzendingli», 10 «Zehntel», 1 ³/₅ «Becher, Mässli», 2 «Köfli») [Id. 1/223]

impertinänt, Adj. anmassend von franz. impertinent, schoo an impertinänte Göüch, schon ein anmassender Trottel

imponierru, V. intr.; imponieren, beeindrucken von frz. imposer

inachtu, V. intr.; einnachten, Nacht werden [Id. 4/662]

inasant, inisant; Adv.; ineinander, untereinander; dii Fädu sind inasant verbunntni, die Fäden sind untereinander verbunden [Gr. 114]

ingeesch, Adv. eingehends, anfangs, ingeesch Winter, anfangsWinter [F.S.]

ingschlagus, Adj. eingeschlagen, tiefsitzende Schwanzwurzel beim Rindvieh [Rübel, 19]

i(n)gschnätzot; Adj.; von schnätzu = schnitzen, einschnitzen; igschnätzoti Suppa, Suppe mit eingeschnetztem Käse, der Käse wird in kleinen Schnitzen in die heisse Suppe gschnetzt, dort schmilzt er und zieht wunderschön Fäden [Id. vgl. schnëtzen 9/1994]

i(n)leeschu, V. tr.; 1. einfüllen, hineinleeren (!), eigentlich ein Parodoxon, denn leeschu heisst leeren; 2. unmässig trinken, äss tüet du Wii nummu grat soo ileeschu, er leert, schüttet den Wein so richtig in sich rein [Id. 3/1442]

i(n)lochu, V. tr.; 1. eingraben, begraben, in ein Loch legen; 2. einstecken, verhaften, ins Gefängnis werfen [Id. 3/1041]

i(n)nätzu, V, tr, sw; benetzen, Teig herstellen [Id. 4/887]

ineedlu, needlu i, igneedlot; V. tr.; einfädeln, der Fado in d Naadla ineedlu, den Faden in die Nadel einfädeln [Id. 4/668]

inner, Adv.; innen, das Innere; Flurname: bezeichnet einen Ort zurätzlich als den inneren (im Tale): Inners Sänntum [(633/135), Id. 1/294]

i(n)nicku, V. intr.; einnicken, schlafen; vgl. auch: schlaafu, liggu, liwwe, hörnlinu, neitu, tosu, inicku

initschu, nitschu i, ignitschot, V. tr.; Früchte einschlagen, zerschlagen, vom Verb: nitschu, zerstossen, zerschlagen, quetschen [Id. 4/878] vgl. vernitschu, zernitschu

Innutiri, N. f; Innentüre, Zimmertüre

i(n)treellu, V. intr.; einrollen, überraschendes Geschenk, das vom "Christkind" während dem Advent den betenden Kintern in die Stube geworfen wird

inu, Pron, Dat. ihn

Irdi, N. f.; Weile,  Dauer, längere Zeit, ich ha an Irdi miessu waarte, ich habe lange Zeit warten müssen

irriibu, V. tr. 1. einreiben, 2. zerkleiner, der Buww irribu, den Mist auf der Wiese zerkleinern [Id. 6/60]

Iisch, N. n.; Eis [Id. 1/534]

Iischerna, -e, N. f.; Eisblase, Eisfläche, ich bi uff der Iischerna üssgrutscht, ich bin auf der Eisblase ausgerutscht

iisch, Pron.; uns (vgl. Wechsel von "s" zu "sch" im Walliserdeutschen) [Id. 1/536]

ischiebu, V. tr.; 1. einschieben, einstossen; 2. gierig essen [Id. 8/70] vgl. ässu, biissu, chnoschlu, frässu, fuudu, habru

ischiessu, V. tr.; einschiessen, z.B. die Brote in den Backofen

iischuchaalt, Adj.; eiskalt [Id. 3/241]

Iischzapfo, N. m.; Eiszapfen [Id. 3/241]

iischig, Adj.; eisig

iischers, Pron.; unseres, iischers Hiischi ischt... unser Haus ist

iisig, Adj., eisern

Isoliermüüra, N. f; Isoliermauer

Iisu, N. n.; 1. Eisen, Metall, Stoff; 2. Pars pro toto für ein Werkzeug aus Eisen, z.B. Brächiisu, Brecheisen; Spitziisu, Spitzeisen; Hebiisu, Reischtiisu, Hebeleisen; Hüefiisu, Hufeisen, Piggiliisu, Pickeleisen [Id. 1/536]

Iisuba, N. f.; Eisenbahn [Id. 4/1269]

Iisusaaga, -e, N. f.; Eisensäge

Iisuschmitta, N. f.; Eisenschmiede, Schmiede zur Herstellung von Werkzeuge aus Eisen oder deren Eisenteile [Id. 9/1032]

Iisustägg, N. m; Eisensteg, Mühlradachse [Id. 1/249; Gr 15]

Iisutiri, N. f; Eisentüre

Itricki, N. f.; das Widerkauen der Rindviehs [Id. 1/603]

itricku, V, tr.; wiederkäuen [Id. 1/603]

Iwenni, N. f.; Einbuchtung von "Wanne"; das Holzji het an Iwenni, das ischt gaar nit grats, der Balken, der Holzstab hat eine Einbuchtung, es ist nicht gerade [Id. 14/59; IA I/1983, 36]

Iwurf, N m; Einwurf, Heueinwurfloch [Id. 16/1438.3]

J

Jagg, N. m.; Distanz bei einem Holzbalken (Tragbalken, First) von einem Auflager zum andern; das Holji het zlänge Jagg, dieser Balken hat einen zu langen freien Zwischenraum, d. h. es biegt sich durch; der Tragbalken muss also zusätzlich unterstützt werden oder man muss einen mächtigeren Balken nehmen [IA I/1982, S. 36]

jaaggig, Adj. auch: jagig; brünstig, wird sowohl für Mensch und Tier verwendet; ds minjocht Owwji ischt jagigs, das minjochte (zwischen den Augen weiss) Schaf ist brünstig [IA, I/1983, 36]

jagu, V. tr.; jagen [Id. 3/15] vgl. abjagu, verjagu

jääku, V. tr.; vgl. auch jänzu, necken, plagen [IA I/1982, S. 36]

"jaa nu", Ausruf; also dann, in Gottes Namen, so solls halt sein

Jänno, N. m; Träber, Traubentrester [Id. 3/45]

Jännuschnaps, N. m; Tresterschnaps [Id. 3/45]

Jännzina, N. f.; Einzian, hier der Gelbe Einzian [Id. 3/52]

Jännzinuschnaps, N. m.; Einzianschnaps hergestellt aus Einzianwurzeln des gelben Einzians [Id. 16/200]

Jännzinuwurza, N. f.; Wurzeln des gelben Einzians, aus ihnen wird der Schnaps hergestellt [Id. 16/1737]

jänzu, V. tr.; vgl. auch jääku, necken, plagen; Müeter der X jänzot mi, Mutter X (meistens der grössere Bruder oder die Schwester) plagen, necken mich [IA I/1982, S. 36; Id. 3/52]

Jänzer, N. m.; Sticheler, Plaggeist [IA I/1982, S. 36]

jäissu, V. intr.; nörgeln, jammern, ständig meckern; tüe nit züe umenandrejäissu, nörgele nicht immer ständig herum [Id. 3/43, vgl. jamlen; IA I/1982, S. 36]

Jäissa, N. f.; Jammeri, Jammerer, Nörgeler [IA I/1982, S. 36]

Jäärb, N. m.; vgl. auch Gäärb, Käseform aus Holz, in du Jäärb chunt der frisch Chees zum tricku, in die Käseform legt man den frischen Käse zu pressen [Id. 3/68; IA, I/1983, 36]

Jäscht, N. m.; breiarmiger Dreck, Kot; früher waren die Flurwege oft nur mit Erde bedeckt; besonderst dort, wo diese Erde humus- oder lehmartig war, wurde sie bei anhaltenden Regenfällen weich, klebrig, eben Jäscht [IA I/1982, S. 36; Id. 3/79]

jäschtu, V. intr.; im weichen Dreck wühlen [IA I/1982, S. 36]

jättu, V. tr.; 1. jäten; 2. züchtigen, mit der Rute schlagen, vgl. fitzu, 3. reflesiv, werfen, schleuder, äs het mi zrugggjättot, es hat mich zurückgeworfen [Id. 3/83

Jeger, N. m.; 1. Jäger; 2. Name für eine Kuh, deren Hörner gerade nach vorne laufen [Id. 3/20]

jekos, Interj.; Ausruf: Jesus, jesses [Id. 3/71]

jesinu, V. intr.; fluchen, schimpfen, aber auch entsetzen mit den heiligen Namen, kommt von "Jesus"; die häufigste Formel war: jessu Maria und Joosef oder kurz jessus [IA I/1982, S. 36]

jetz, Adv. jetzt [Id. 1/629]

Jicht, N. n; Rauhreif, vgl. Riiffo,  kommt vor allem im Goms vor, sonst gibt es auch den Ausdruck Tniff [IA, I/1983, 36]

jichtu, V. intr.; 1. körperlich: jucken; dass tüet mi da am Bei grüüsig jichtu, darum müess immer chrawwu, das juckt mich am Bein schauerlich, darum muss ich dauernd kratzen 2. seelisch; schmerzen; das tüet mi grad a soo jichtu, wen i das gsee; das schmerzt mich zu tiefst, wenn ich das sehe (Leid, Unglück, Katastroph) [Id. 3/9; IA I/1982, S. 36]

Jippi, N. n.; Alpenrosenstaude (nur im östlichen Oberwallis, von Naters westwärts gibt es dafür die Ausdrücke: Alpuroose, Hienerleiber, Leiber, Droosle, Ruscheling  [Id. 3/83; IA, I/1983, 36]

Joggleta, N. f.; Vielzahl, eine Menge; schii heint an Jogleta Jungini, sie haben einen Haufen Kinder [IA I/1982, S. 36]

jogglu, V. tr.; Herde (Schafe, Kühe) schnell treiben, hetzen, jagen; tüe di Geiss nit a soo jogglu, hetze die Ziegen nicht so stark [Id, vgl. jogglen, 3/28; IA, I/1983, 36]

Jöüchi, N. f. längerer Zeitrahmen [Id. 3/36]

Jufler, N. m.; einer der schnell und unsorgfältig arbeitet

juflu, V. intr.; hasten, hetzen; schii juflunt aber wider anmaal, sie hetzen wieder einmal [Id. 3/15; IA, I/1983, 36]

Jugga, f; Käsebord, Käseresten, vgl. auch Cheesboort, Es handelt sich um den Rand, der beim Pressen des frischen Käses über die Käseform (Gäärb oder Jäärb) hinausragt; dieser wird nach dem Entfernen der Form weggeschnitten und Augenblicklich unter die wartenden Kinder verteilt [IA, I/1983, 36]

Jungi, N. n.; 1. Kind; 2. Mensch mit kindliche Getue; welis Jungi, welch naiver, blöder, dumer, primitiver Kerl [Id. 3/48]

juschtomänt, Adv.; richtig, genau (von franz. justement) als Zustimmung [IA, I/1983, 37]

juschtu, V. int.; durch herumtollen das Bett zerwühlen; tr. verjuschtutiet nit uff dum Bett umanandrejuschtu, tollt nich auf dem Bett herum [Id. 3/80; IA, I/1983, 36]

Juschteta, N. f.; zerwühltes Bett, vgl. juschtu [Id. 3/80; IA, I/1983, 36]

jüützu, V. intr.; jauchzen, jodeln [Id. 3/10]

Jüüz, N. m.; Jauchzer, Freudenschrei, Jubelruf [Id. 3/10]

Jüüzer, N. m; Tonnenofen, Kesselofen