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I,J

ihannu, V. tr.; füttern, dem Vieh Futter geben; hiitu hani iischer Liisa rächt ighannot, heute habe ich unserer Kuh Lisa, viel Futter in die Krippe gegeben [Id. vgl, (ge)handen,  2/1400; IA, II/1980, 36]

Ihanni, N. f.; Viehfutter, Heu, d Ihanni in der Baarma verteilu, das Heu, Futter in der Futterkrippe verteilen [Id. 2/1400; IA, II/1980, 36]

ihannu, V. tr.; 1. dem Vieh das Heu oder Gras in die Krippe legen; viele und schwierige Aufgaben stellen, z.B. in der Schule; mu müess de Schieler nummu rächt ihannu, de sintsch fiini, man muss die Schüler nur richtig, stark beschäftigen, dann sind sie brav [Id. vgl. inhanden 2/1400]

Ija, N. f.; Eibe [Id. 1/612; IA I/1983, 36]

iillu, V. tr.; Äcker bearbeiten und anpflanzen, das Acherli tientsch nimmer iillu, der Acker wird nicht mehr bearbeitet [IA I/1976, 38]

Illegg, N. n; Einwurf,Heueinwurfloch

iliggu, V. intr.; einliegen, nachhaltig wirken; dass Ässu liggot gaar nit i, das Essen sättigt nicht  lange; Wulligi Spiis liggot am beschtu i. Wollige (urige) Speise liegt am besten ein (SV. Sprichwort, 141). [Id. 3/1211]

Imi, N. n; Gefäss,Hohlmass

ingschlagus, Adj. eingeschlagen, tiefsitzende Schwanzwurzel beim Rindvieh [Rübel, 19]

i(n)leeschu, V. tr.; 1. einfüllen, hineinleeren (!), eigentlich ein Parodoxon, denn leeschu heisst leeren; 2. unmässig trinken, äss tüet du Wii nummu grat soo ileeschu, er leert, schüttet den Wein so richtig in sich rein [Id. 3/1442]

i(n)nätzu, V, tr, sw; benetzen, Teig herstellen

i(n)nicku, V. intr.; einnicken, schlafen; vgl. auch: schlaafu, liggu, liwwe, hörnlinu, neitu, tosu, inicku

Innutiri, N. f; Innentüre, Zimmertüre

i(n)treellu, V. intr.; einrollen, überraschendes Geschenk, das vom "Christkind" während dem Advent den betenden Kintern in die Stube geworfen wird

Irdi, N. f.; Weile,  Dauer, längere Zeit, ich ha an Irdi miessu waarte, ich habe lange Zeit warten müssen

ischiebu, V. tr.; 1. einschieben, einstossen; 2. gierig essen [Id. 8/70] vgl. ässu,biissu, chnoschlu, frässu, fuudu, habru

ischiessu, V. tr.; einschiessen, z.B. die Brote in den Backofen

Isoliermüüra, N. f; Isoliermauer

Iisu, N. n.; 1. Eisen, Metall, Stoff; 2. Pars pro toto für ein Werkzeug aus Eisen, z.B. Brächiisu, Brecheisen; Spitziisu, Spitzeisen; Hebiisu, Reischtiisu, Hebeleisen; Hüefiisu, Hufeisen, Piggiliisu, Pickeleisen [Id. 1/536]

Iisuschmitta, N. f.; Eisenschmiede, Schmiede zur Herstellung von Werkzeuge aus Eisen oder deren Eisenteile [Id. 9/1032]

Iisustägg, N. m; Eisensteg, Mühlradachse [Id. 1/249; Gr 15]

Iisutiri, N. f; Eisentüre

Itricki, N. f.; das Widerkauen der Rindviehs [Id. 1/603]

itricku, V, tr.; wiederkäuen [Id. 1/603]

Iwenni, N. f.; Einbuchtung von "Wanne"; das Holzji het an Iwenni, das ischt gaar nit grats, der Balken, der Holzstab hat eine Einbuchtung, es ist nicht gerade [Id. 14/59; IA I/1983, 36]

Iwurf, N m; Einwurf, Heueinwurfloch [Id. 16/1438.3]

J

Jagg, N. m.; Distanz bei einem Holzbalken (Tragbalken, First) von einem Auflager zum andern; das Holji het zlänge Jagg, dieser Balken hat einen zu langen freien Zwischenraum, d. h. es biegt sich durch; der Tragbalken muss also zusätzlich unterstützt werden oder man muss einen mächtigeren Balken nehmen [IA I/1982, S. 36]

jaaggig, Adj. auch: jagig; brünstig, wird sowohl für Mensch und Tier verwendet; ds minjocht Owwji ischt jagigs, das minjochte (zwischen den Augen weiss) Schaf ist brünstig [IA, I/1983, 36]

jääku, V. tr.; vgl. auch jänzu, necken, plagen [IA I/1982, S. 36]

Jänno, N. m; Träber, Traubentrester [Id. 3/45]

Jännuschnaps, N. m; Tresterschnaps [Id. 3/45]

Jännzina, N. f.; Einzian, hier der Gelbe Einzian [Id. 3/52]

Jännzinuschnaps, N. m.; Einzianschnaps hergestellt aus Einzianwurzeln des gelben Einzians [Id. 16/200]

Jännzinuwurza, N. f.; Wurzeln des gelben Einzians, aus ihnen wird der Schnaps hergestellt [Id. 16/1737]

jänzu, V. tr.; vgl. auch jääku, necken, plagen; Müeter der X jänzot mi, Mutter X (meistens der grössere Bruder oder die Schwester) plagen, necken mich [IA I/1982, S. 36; Id. 3/52]

Jänzer, N. m.; Sticheler, Plaggeist [IA I/1982, S. 36]

jäissu, V. intr.; nörgeln, jammern, ständig meckern; tüe nit züe umenandrejäissu, nörgele nicht immer ständig herum [Id. 3/43, vgl. jamlen; IA I/1982, S. 36]

Jäissa, N. f.; Jammeri, Jammerer, Nörgeler [IA I/1982, S. 36]

Jäärb, N. m.; vgl. auch Gäärb, Käseform aus Holz, in du Jäärb chunt der frisch Chees zum tricku, in die Käseform legt man den frischen Käse zu pressen [Id. 3/68; IA, I/1983, 36]

Jäscht, N. m.; breiarmiger Dreck, Kot; früher waren die Flurwege oft nur mit Erde bedeckt; besonderst dort, wo diese Erde humus- oder lehmartig war, wurde sie bei anhaltenden Regenfällen weich, klebrig, eben Jäscht [IA I/1982, S. 36; Id. 3/79]

jäschtu, V. intr.; im weichen Dreck wühlen [IA I/1982, S. 36]

Jeger, N. m.; 1. Jäger; 2. Name für eine Kuh, deren Hörner gerade nach vorne laufen [Id. 3/20]

jesinu, V. intr.; fluchen, schimpfen, aber auch entsetzen mit den heiligen Namen, kommt von "Jesus"; die häufigste Formel war: jessu Maria und Joosef oder kurz jessus [IA I/1982, S. 36]

Jicht, N. n; Rauhreif, vgl. Riiffo,  kommt vor allem im Goms vor, sonst gibt es auch den Ausdruck Tniff [IA, I/1983, 36]

jichtu, V. intr.; 1. körperlich: jucken; dass tüet mi da am Bei grüüsig jichtu, darum müess immer chrawwu, das juckt mich am Bein schauerlich, darum muss ich dauernd kratzen 2. seelisch; schmerzen; das tüet mi grad a soo jichtu, wen i das gsee; das schmerzt mich zu tiefst, wenn ich das sehe (Leid, Unglück, Katastroph) [IA I/1982, S. 36]

Jippi, N. n.; Alpenrosenstaude (nur im östlichen Oberwallis, von Naters westwärts gibt es dafür die Ausdrücke: Alpuroose, Hienerleiber, Leiber, Droosle, Ruscheling  [Id. 3/83; IA, I/1983, 36]

Joggleta, N. f.; Vielzahl, eine Menge; schii heint an Jogleta Jungini, sie haben einen Haufen Kinder [IA I/1982, S. 36]

jogglu, V. tr.; Herde (Schafe, Kühe) schnell treiben, hetzen, jagen; tüe di Geiss nit a soo jogglu, hetze die Ziegen nicht so stark [Id, vgl. jogglen, 3/28; IA, I/1983, 36]

juflu, V. intr.; hasten, hetzen; schii juflunt aber wider anmaal, sie hetzen wieder einmal [Id. 3/15; IA, I/1983, 36]

Jugga, f; Käsebord, Käseresten, vgl. auch Cheesboort, Es handelt sich um den Rand, der beim Pressen des frischen Käses über die Käseform (Gäärb oder Jäärb) hinausragt; dieser wird nach dem Entfernen der Form weggeschnitten und Augenblicklich unter die wartenden Kinder verteilt [IA, I/1983, 36]

juschtomänt, Adv.; richtig, genau (von franz. justement) als Zustimmung [IA, I/1983, 37]

juschtu, V. int.; durch herumtollen das Bett zerwühlen; tr. verjuschtutiet nit uff dum Bett umanandrejuschtu, tollt nich auf dem Bett herum [Id. 3/80; IA, I/1983, 36]

Juschteta, N. f.; zerwühltes Bett, vgl. juschtu [Id. 3/80; IA, I/1983, 36]

Jüüzer, N. m; Tonnenofen, Kesselofen