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  • volmar.schmid

Was soll das?

Bild und Geschichte



Vorgestern, Ostersonntag, auf einem meiner Quarantäneausflüge in Bürchen, sind mir an der Brandeggstrasse, bei einem scheinbar eifrigen Sammler, drei Dinge aufgefallen, die so etwas von nicht zusammenpassen. Ich musste sie fotografieren: an Triel, an Wanna und an Spaaltsaaga: einerseits haben die drei Geräte nichts miteinander zu tun, andererseits stehen sie gemeinsam für einen Zeit, in der man von A – Z als Selbstversorger alles selbständig erledigt hat. Darüber muss ich unbedingt auch eine Geschichte erzählen. Was, eine Geschichte? Das gibt gleich drei Geschichten.

Nehme ich zuerst die Chooruwanna. Eigentlich hätte ich noch ein anderes Bild einer Chooruwanna in meinen spärlichen Unterlagen; es ist die, der Kurbel ich noch selber gedreht habe; sie wurde ebenfalls von einem Sammler ausgestellt und befindet sich in Ausserberg nach der Kirche Richtung Schmidobodo auf der linken Seite.

Ist das Korn gedroschen, die Körner in Säcke abgefüllt, kommen sie auf einen Schlitten (Boguschlitto) und werden ins Dorf gefahren oder meistens gezogen. Dort hat man schon den Termin für den Gebrauch der Chooruwanna abgemacht und es geht ans Choru wannu, d.h. wir «trennen die Spreu vom Weizen», in unserem Fall war es die Chleeja vam Chooru; die Kleie vom Korn: der Deutsche nennet das «worfeln». Ursprünglich hat man die Korn – Kleie – Mischung in den Worfelkorb gegeben und dann, Wind hatte man ja bei uns genug, in die Luft geschleudert; die Kleie wurde vom Wind weggeblasen und die Körner fielen zurück in den Korb. Aber wir hatten ja schon eine Maschine, die Chooruwanna, neben Mühle und Säge praktisch die einzige Maschine im Dorf. Wir Kinder durften die Kurbel drehen, und waren mächtig fasziniert: oben in den Trichter füllte man das Korn ein, dann floss es durch schüttelnde Siebe und ein Propeller verursachte einen mächtigen Luftzug, so dass die Kleie weggepustet wurde. Unten in zwei Behältern, sauber getrennt, konnte man die Kleie und das saubere Korn entnehmen. Die Spreu kam in einen grossen Jutesack, er war leicht; stolz konnten wir Kinder, diesen mächtigen Sack auf die Schulter nehmen und praktisch wie der Wägerbaschi durchs Dorf hüpfen. Die Kornsäcke waren deutlich kleiner, aber viel schwerer, sie kamen wieder auf den Schlitten oder aufs Wägi (einachsiger Handkarren) und mit ihnen gings nun Richtung Mühle. Da wir schon einen Dorfbäcker hatten, haben wir das gereinigte Korn direkt dem Bäcker übergeben. Was dann mit ihm passierte, ist wieder eine andere Geschichte.

Bürchen, 14. 4. 20

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