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Giiz

  • Autorenbild: volmar.schmid
    volmar.schmid
  • 24. Okt. 2024
  • 2 Min. Lesezeit

Bildquus Hohlbein: dance macabre aus https://de.wikipedia.org/wiki/Geiz


Geiz ist geil, hör ich plötzlich aus allen Ecken. Ja, was heisst denn das? In meiner Jugend gab es das Wort „geil“ noch nicht und später bedeutete es ganz etwas anderes, aber heute ist es in der Jugendsprache als „gut, sehr gut, super – eben geil“ gebräuchlich.  Warum den bitte, soll Geiz geil sein? Natürlich, es kommt der modernen Lebensart der Schweizer entgegen: „Das gehört mir, und das werde ich sicher nicht mit anderen teilen!“ Schon unsere alten sagten ja: Sälber frässu macht feist! Ich, ich und nochmals ich, ist die neue Devise. Erinnert ihr euch noch an die Werbeformel: „Weil ich es mir wert bin!“, das genügt doch als Begründung. Va der Riiche leert mu spare! Das haben wir uns von ihnen abgeschaut und das zieht sich heute durch fast alle Schichten. Ja und nein, wer nichts hat, hat bald gespart, für den soll gelten: Sparr in der Noot, de hescht Ziit. Auch fromme Christen treiben ihre Sparsamkeit oft bis zum Geiz, obwohl – da gäbe es doch noch den Grundsatz des Christentums „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“. Na, und? Heisst es nicht auch jede ischt sich sälbscht der Neegscht, also liebe ich ja meinen Nächsten logischerweise am meisten und ich gehe ruhig weiter mit hälf dier sälbst, de hilft der Gott, also, was will ich denn noch mehr! Und in einer bekannten oberwalliser Adelsfamilie galt der Grundsatz: De Aarmu git mu kcheis Gääld, di gäbunt sus sowiso üss!

Stolz sind wir auf unseren Besitz und unseren Reichtum, denn wir haben hart gearbeitet, wir sparen (vor allem am Nächsten): wir sind Schweizer, wir haben geerbt und darauf sind wir stolz und das lassen wir uns auch nicht von irgendeinem Fremden wegnehmen. Natürlich, dass wir Schweizer sind, haben wir schon ein bisschen dem Schicksal (oder Glück) zu verdanken und zum Erben sagt der Walliser: Erpu chan an Göüch mit sibu Chrepf! (Erben kann ein Narr mit sieben Kröpfen). Ja, Geiz ist geil! Ich komme in meinem Ich vorwärts, und ich beglücke mich, ich bin es mir wert!

Unsere Nachtbarn aber in der Nachbarwohnung, am Nachbarort oder -kanton, im Nachbarland halten es aber mit unserem grossen Erzähler Jeremias Gotthelf: An riiche Giizhals und as feisst Schwii, heint eerscht Wäärt na dum Toot.

Volmar Schmid, 24. 10. 2024



 
 
 

1.250 Kommentare


emmajonesbrown91
vor 2 Tagen

Der Text bringt mit viel Ironie auf den Punkt, wie schnell Sparsamkeit in Geiz und übertriebenen Individualismus umschlagen kann. Ich bin auf https://kingmakercasino-ch.net/ gestoßen, als ich nach Gedanken über Konsum, Teilen und den Wandel gesellschaftlicher Werte gesucht habe. Besonders interessant finde ich die alten Sprichwörter, weil sie zeigen, dass diese Diskussion keineswegs neu ist. Die Grenze zwischen vernünftigem Sparen und Geiz bleibt wohl eine sehr persönliche Frage.

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Claudeb Iahhan
vor 4 Tagen

Ein herrlich bissiger Gedankengang – besonders die alten Sprüche bringen den Widerspruch schön auf den Punkt. Sparsamkeit kann vernünftig sein, aber sobald aus „Ich brauche nicht viel“ ein „Ich gebe dir gar nichts“ wird, verliert sie ihren Charme. Gerade der Unterschied zwischen bewusstem Sparen und echtem Geiz ist gesellschaftlich ziemlich spannend. Und ein bisschen Abwechslung vom Thema tut auch gut – etwa bei https://boomerangbet-ita.com/.

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Cox Kristin
12. Aug.

Geiz ist geil" – schön, dass du den Wandel des Wortes "geil" aufzeigst, früher war es ja eher derb, heute ist es halt einfach nur noch ein Ausdruck für Begeisterung. Aber ob der Schweizer Sparwille wirklich so egoistisch ist, wie du andeutest, oder einfach nur pragmatisch, darüber lässt sich streiten. Ich hab dazu kürzlich einen spannenden Artikel https://stl-viewer.org

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Probodhd Kumar
Probodhd Kumar
12. Aug.

Geiz als Tugend zu verkaufen, während es doch eigentlich ums Teilen gehen sollte – schöner Widerspruch, den du da aufzeigst. Da fällt mir ein, wie ich neulich auf https://ai-watermark-remover.net

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Claudeb Iahhan
11. Aug.

Ein spannender Beitrag über ein Thema, das heute aktueller denn je ist. Ich finde, Sparsamkeit ist grundsätzlich etwas Positives, aber wenn daraus Geiz wird, verliert man oft den Blick für andere Menschen. Ein bisschen mehr Großzügigkeit und gegenseitige Hilfe würden unserer Gesellschaft sicher guttun. Erfolg und Besitz sind schön, aber teilen zu können zeigt oft den wahren Wert eines Menschen.

Nebenbei entdecke ich immer wieder interessante Seiten und Möglichkeiten im Internet, zum Beispiel auch solche Angebote wie https://turbowinz.ch/.

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