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Iischi Miisch

Aktualisiert: Feb 8

Walliserspezialitäten

Wer Walliserspezialitäten hört, denkt sofort an Raclette, Gsottus, Cholera oder Sii; aber man sollte nicht immer nur ans Essen denken, besonders wenn man eine Wampe vor sich her trägt, wie ich das tue! Es gibt Walliserspezialitäten in den alten Arbeiten in der Landwirtschaft wie Wässerru, oder Howwu, in der Bautechnik wie z.B. ds Gwättu oder die Stadolplaane; es gibt Walliserspezialitäten in Fauna: Schwaarznasuschaaf, Schwarzhalsziege oder d Ringchüe und Flora, wie die Törbjer- oder Grängjer Tulpa, die Eischoller Lichtblumer oder die Walliser Lefkoje; ultimative Walliserspezialitäten finden wir aber in der Sprache, im Wallisertiitsch; wer kennt nicht das Gedicht «Iischi Miisch» von Hannes Taugwalder:

Wier hei Miisch in iischum Hiischi.

Was geit das andri a: schii sind iischi. Schlafu tiensch im Chällerli,

frässu us um Tällerli,

triichu was vam Fassji tropft.

Schii verlangunt, dass mu chlopft.

Wier hei Miisch in iischum Hiischi.

Was geit das andri a: schii sind iischi. Oügu heinsch wie Gufuchnepf,

Ohrini wie Wolluchnepf.

S grawi Fäll us Siiduglanz

und derzüe in langa Schwanz.

Wier hei Miisch in iischum Hiischi.

Was geit das andri a: schii sind iischi.

Dieses Gedicht lebt vor allem von seinem Klang: „…Miisch in iischum Hiischi“, hier treffen wir auf die Walliser Spezialität par excellence, es ist dieses „sch“ dass einem beim Walliser (und Walser) sofort auffällt und das es nur eben in diesem Dialekt gibt. Irgendwann zwischen dem 9ten und dem 12ten Jahrhundert haben die Leute im Oberwallis das alte, urdeutsche „s“ im Umfeld mit einem verschwundenen oder noch heute erhaltenen „i“ zu einem „sch“ verschoben, so dass wir „Visp“ im Dialekt nun „Vischp“ sagen; zusätzlich wurde das schweizerdeutsche „ü“ zu einem „i“ entrundet, so dass wir heute eben „Miisch in iischum Hiischi hei“: wirklich und wahrlich einzigartig!

Hören wir jemandem beim Erzählen zu und er sagt „iisch, insch, ünsch“ = uns, wissen wir sofort – aha! der/die kommt aus dem Wallis oder ist von dort ausgewandert (Walser). Wir erkennen daran auch sofort as Grüezi, das versucht das Walliserdeutsche nachzuahmen, es verschiebt gleich alle „s“ zu "sch": schii schägunt schusch halt falsch!

Volmar Schmid 5. 2. 2020

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