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Der Triegolchlopfer (Sage)

Aktualisiert: vor 6 Tagen

Triegja, Triegol mit Seil (Quelle: Lötschentaler Museum)

Beim Aufräumen sind mit noch ein paar alte Unterlagen meines Vaters Felix Schmid in die Hände gefallen, darunter auch Sagen, die er zwar schon aufgeschrieben, aber damals nicht mehr aufgenommen hat (vgl. Sagen), Ich veröffentliche hier die Sage in "seinem" Walliserdeutsch, zur besseren Verständigung kann auch eine Simultanübersetzung in Standartdeutsch heruntergeladen werden.


Ds Wätter het hiitu eifach kei Aanig mee: D Fabrike, d Auto, d Heizige und was no mee, stoossend iro Dräck üs und verpestend d Luft, so das ds Wätter äbu kei Ahnig mee het.

So keert mu hitu jaamru und chlagu: “Friejer is und friejer hets und friejer hei wer no…!” So teents de wiiter. Aber wier vergässe so liecht und wisse nimme, dass öü friejer ds Wätter asie verruckt gspillt het: im Jener waarum, dass d Matte grienni gsii und d eerschtu Meijini firche cho sind, und darfer hets im Aberellu gschniit und getiiflot und gigugsot; im Meiju, waas alli Tägg sellti rägnu, is trochu und chaalt und darfer im Wiimaanot, wa mu sellti Sunna und Feeno ha, Rägo und nomal Rägo; im Winter trochu, aaber und darfer im Hewwot Schnee bis in du Wald ambriche, ja, das alls und no mee hets friejer öü scho gigä, numm abu - mu vergisst halt liecht. So hets öü ammal ammum im Hewwot bis ambriche bis in du Wald gschniit. Z Peterjosi-Albinusch Florinus het schiini Chie im Dischtil, der Alpu z hindroscht im Saastelli gcha, und schiini Froww, d Angelina, ischt bit de chleindre Junginu obuna gsii und lotzet dum Vee.

Bi hibschum Wätter heintsch sus flott, aber jetz im Schnee! Was dene hungrige Tieru in di Baarma tüe? Der Florinus am Amiggäl ladot an Tregi Heww, a richtigi Burdi, bind scha mit anum Strick uf di Tschifru, nimmt scha üüf und, öü wenn di Tregi ambitz glanggot, güet Schritsch geit er zwäg, de der Florinus ischt as staarchs Mannji.

Watschnasse va Schweiss chunt er im Dischtil a und mit an am "Si Gott Lob" bigriesst nu d Angelina und d Chleinu wellti, dass er schi sofort an Aaru neemmi. Aber zeerscht geits in du Stall und – Harrschaft, wie schreejend dii hungrigu Gläfi in das Heww. Ds Vee ischt bald ghirtots und giträüchs und jetz chännentsch ändli in d Hitta. Der Florinus setzt schi an du Tisch und d Chleinschtu beedi, ds Jungsta chüüm as Löüferli und ds andra as Jaar elter, nimmt er eis uf ds ling und ds andra uf ds rächt Chneww und triibt bit ine du Göüggol unner der Ziit, wa d Angelina ds Erezhäfi uf du Trifüess stellt und ds Ässu grächot. Zfridu und glickli ässentsch binandre das eifach Meeli, und scho müess der Vatter üffbrächu, de baald faats a Nachte.

As parr va dene chleine Alpucheesiltinu in d Tschifru, ass ''Bhiet e Gott" und güet Schrittsch macht är schi uf du Wägg. Wie äär uf d Chriizegga chunt, faats stattli a tüüchle und är bessri du Schritt, de der Florinus, das starch Mannji ischt an Angschthaso und in der Nacht firchtot mu grüüsilli. Aber chüüm ischt är as parr Schritta reezer gigangu, keert und gspirrt är: “Togg, togg , togg” chlopfots mu hinnerna an di Tschifra. Wie ischt der aarum Schnäggo archlipft! Ds Häärz polot mu firchterli und Liichhaar stellend mu schi üüf. Aer bliibt staa und ds Chlopfu heert üüf. Langsam geit er ammum zwägg! Ar bessrot du Schritt und – “Togg, togg, togg”, chlopfots mu ammum an di Tschifra. Immer hässiger geit er und immer stercher chlopfots am Rigg. D Angst triibt nu und är löüft sovill as er mag, ja no mee, wa dass er mag und immer stercher ischt das “Togg, togg, togg” an der Tschifru.

So chunt er i hällum Galonp bis zer Meiggerru, ischt van Aatu und stitzt na Lengi du Bodu dir, d Cheesiltini uber du Chopf üüs und troolundo du Wägg wiiter. Är het dii beed niit gsee, wamu anggäg u cho sind, mit volle Ruckseck; dii wellend hina no mit Schmugglerwaar uber du Monte Moro. Vor ine liit der aarum Florinus, piischtot und chütot und hüöschtot, dass d andru keerig Angscht berchornent. ''Florinus was hescht? Was ischt? Ischt as Ungfell pasiert? So red doch!" A fiine bitz bringt är keis Wort üüse, so müess är schnüüfu.

Ändli chunts stosswiis:" As wells ischt hinder mier! D Armu Seele, di beeschu Geitschter, old, old der Tiifol sälber!" " Wieso ischt as wells hinner dier? Wier hei emmal niemmu gsee! Säg doch!'' "Allerwägo hets mer hinnerna an di Tschifra gchlopfot, und wie mee dass i gliffu bi, umso mee hets gipolot." "De zeich ammal diini Tschifra!" meint eine, wa sofort gmerkt het, was da hinderna chänti gchlopfot ha. "Lotz da, der Tiifol, wa di so frichterli gipliiggot het. Das Triegolti, wa da innawännig an der Tschifru hanget, das het gchlopfot, und wie hässiger du gliffu bischt, um so mee het giböümmot und gipolot!" Und beed feend uberlüüt a lache.

"Oo, wele Nool bin i do gsii!” “Wie müess i mi jetz schämu! Der Gotts willu säget niemmu appas derva," bättlot der Florinus. Aber chänt deichu, dass dii beed hetti mägu gschwiige! In der gliichu Wuchu weissus ds ganz Almiggäl, wie der Florinus vor um Tiifol gliffu ischt

und bald heisset er nimme ds Peter-Josi-Albinusch Florinus, schi sägent mu nummu no der Triegolchlopfer.


Simultanübersetzung und Audio


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