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  • volmar.schmid

Der Schüemacher va Niderwald[1]

Aktualisiert: März 6



Öü scho friejer sind d Lit wilti auf Niwwikeite gsii, hiitu seiti mu: richtige News Junkis; numma sind di Quelle eifach vill dinner gsii. An parr heint di Bratig kcha, da heintsch chännu naläsu, was z letscht Jaar im Land a soo passiert ischt, wer gstoorbu ischt, wells gheiratot het, waa Ärdbäbu oder Uberschwemmig Tod und Leid gibrungu het – aber suscht. Sälbsverständli hets in jedum Dorf, as Stiini, Sänzi oder as Marjoosi ggä, wa ds Dorfgrätsch schnäll und züeverlässig, in Waarheit, Grücht und Lugi gliichmäässig verteilt het. Aber, dass het niene glängt: darum sind vor allum die Handwärcher uff der Steer biliebti gsii, schii sind an parr Tägg im Dorf giblibu und heint verzellt, wasch a soo in de andru Oortjinu mitbercho heint. Mu het schi zum Aabusitz igladu, zum Verboorgunu und da heintsch de verzellt, und will de Lit so bigirig glosent heint, heintsch de halt immer mee verzellt und us der Poschtkutscha, wa as Rad verlooru het, ischt pletzli as schrecklich Unglick mit fascht zää Toote woordu - gstummu hets nit, aber das het gfätzt.

Der Schüemacher va Fiesch hets Bei gibrochu (nit mit a ma Kutschuunfall) und het jetz schiine Gsell uff Niderwald miessu uff d Steer schicku. Ei Maxiim het är mu mitgä: «Schaff soorfältig, mach jede Tag as Parr Schüe, nit mee, aber öü nit weniger!» Der Gsell, der Maximilian, ischt mit schiinum Wäärchzig loos und het mit dum Präsidänt agfangu. Vier Parr Schüe het är mu üffgitreit: schiine zwei Meitje, jungi, buschperri Gschöpfi, d Esmeralda, grad gwagsni, an stattlichi Persoo, aber mit Zänt, grat üse und d Agnes, bildhibschi, draatig und schlagfertig, der Froww und im sälber.

D Aarbeit ischt flott vora gangu, am Aabu ischt ds halb Deerfji zum Aabusitz cho und der Maximilian het verzellt. An Naatagg bi der Aarbeit het aber ds Agnes immer wider eppis in d Stuba, wa der Maximilian gschaffu het, meissu ga holu oder ga puchju. Immer länger sind die gägusitige Neckerie woordu, so dass är mit de Schüenu vam Präsidänt am viertu Tagg furchtbar in Verzug graatu ischt.

Und de chunt z Mittag no an Iladig va Bellwald zu am gmeinsmu Aabusitz – öü die Bellwalder heint schiini Gschichte wellu kcheerru. Är freegt du Präsidänt, ober är chänne d Agnes mitnä, der seit mu: Ja, aber nummu zämu mit der Esmeralda, mit der a süüru Bira het är zuegstimmt; aber was ischt jetz mit de Schüenu? Mooru fertig machu? Är deicht an schiinu Meischter: chunt nit in Fraag! Also, drauf! Und halt pfuschschu, dass merkt der sowisoo nit, und am Aabund sind d Schüe fertig und äs geit Richtig Belwald. As bitzji schlächts Gwissu het är schoo kcha, aber jung und verliebt, dass het as Parr schlächtgibiezti Schüe probleemlos üffgwogu. Lachundo sind di drii in Bellwald acho, ins Dorf igibogu und schoo heintsch Müüsi kcheer und sind uff di vollbileuchtoti Stuba züe, daa gseet plötzlich der Maximilian vor imm an dunkli Gstaalt im schwaarzu Umhang, an de Fiessu het är präziis di gliichu Schüe wa är hitu ver du Präsidänt gmacht het, d Schüeriemme lurschent na und d Näät feent schi afa üffleesu, d Sole kchiijunt ab und baald löüft di Gstaalt nummo no uff ire blutte Fiess. Är bliibt staa, aber d Meitje gseent nix, schi schreckent nu wiiter. Der Aabu ischt futsch, di Gstaalt geit mu nimme us dum Chopf; schiinu Gschichte sind as Fiasgo und scho baald geentsch zrugg uf Niderwald.

Aber uf dum Wägg leesunt schich jetz öü schiini Schüe langsam üff, är verliert d Sole, d Oberläder leest schich üff und bald geit är mit blutte Fiess – mit blüetige Tschaagge chunt är d Niderwald a, leit schi schlottrundu ins Bett. Am andru Tagg will der Präsidänt mit im abschaffu, aber är werrt schi und seit, är miesse ds letzt Parr Schüe nomaal machu und är geit derhinner. Di beschtu Schüe, was uberhöüpt cha gä, sind am Aabu paraat und va daa wägg reduntsch im Goms üff und ab nummu no va ds Maximilian Schüe – di beschtu, wa d uberhöüp chascht bercho!

D Schüe vam Prisitänt chascht no hitu im Ritzmuseum d Niderwald biwundru! (Ritz Station)

Simultantex und Audio hier

Bild: Niederwald um 1900. Ludwig Imesch: Das Oberwallis im Bild. Bd. 2, Rotten Verlag, Visp, 1980, S. 16 [1] Nacherzählt von Volmar Schmid nach: Illustrierte Walliser Sagen. Wilhelm Ebener. Rotten Verlag, Visp, 1995, 3. Aufl. 2008, S.17

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