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  • volmar.schmid

Da aalt Schmittja[1]

Aktualisiert: März 2



An dii Sag han i an psundri Erinnrig. Friijer heints im Oberwallis uberall und immer wider Theater gspillt und d Lit sind fa uberall und immer öü ga lüege. Ändi fufsger Jaar heintsch in Bellwad «D aalt Schmidja» gspillt. Ich bi als chliine Piffil das Theater mit miinum Vatter ga lüege. Schoo di wiiti Reis va Üsserbäärg uf Bellwald, mit der Baa (BLS), dum Zugji (FO) und dum Bäänli ischt as Ärläbnis gsii. Vam Theater hani nur no zwei Erinnrige: «Schoch, schoch, d aalt Schmittja spinnt noch!», dii het und het nit wellu stäärbu und mier het in der zugigu Holzbaragga uf dene hertu Holzbänk ds Fittlo wee gitaa – fascht vier Stunde ischt das Theater ggangu.

In der Neechi vam Aletschgletscher[2] het as aalt Frowwilti gläbt. Iro Chind hetsch scho ganz früe verlooru und ds Mannji ischt ra vor churzum öü gstoorbu. Gläbt hetsch vam Spinnu, d Lit va der Umgäbig heint ira iro kchaartot Schaafwolla gibrungu und schii het vam Moorgu bis zum Abund fer dii Lit ds Gaaro gmacht. Defirr heint de di Lit ira alles psoorgot, wa schii zum Läbe gibrüücht het, ds Ässu und ds Triichu, und vor allum gspaaltots Holz fer ds Chochu und fer im Chaaltu Winter ds Heizu. Am Aabu bim Idüüchlu hetsch vor allem im Winter no as Cherzji ämpränt und bim Spinnu ver d Aarmu Seele der Rosuchranz gibättot. Vor allum im Aletschgletscher heint ja d Aarmu Seele miessu iro Fägfiir apbiessu. Immer wesch das Liechtji gsee heint sintsch im Graatzug uff di Hitta züe und heint vor dum Hiischi gwaartet, de wenn d Schmittja ischt ga liggu, hetsch immer as Pfeischterli üffgmacht und de Aarmu Seel grieft: «Ier chänt ich echo, aber ooni Leit fer mich!» De het as Trapplu agfangu, an Luftzug ischt der ds Hiischi und vor dum Giltsteiofo het as Gidränge agfangu. Bis am Moorgu zum Bättulitu ischt as Rüüschu und Murmlu durch d Stuba ggangu. A Maal aber het ra jemand an vellig Balla Chuder zum Spinnu gibrungu und dass het ra schii gottlos arwerrt. Äss ischt schoo vellig Nacht gsii und schii ischt immer no am Spinnu gsii. Foorna ischt as immer greessers Rumooru antstannu und de het mu die Aarmu Seele gkcheert: «Schoch, schoch, d Aalt Schmittja spinnt noch!» D Aarmu Seele heint wellu säge, wier hei chaalt, wier welle in d Wermi. D Aalt Schmittja heit wiiter gspunnu, schii het das Chluntschi no wellu fertig machu und der Rüef ischt immer lüüter cho. Fascht im Erger hetsch düe ds Pfeischterli üffgmacht und grieft: «Soo chomet iche, wenn ier nit chännet waarte!» Dasch ira kcheis Leit heint sellu atüe hetsch glatt vergässu. Und de sind d Aarmu Seele in ds Hüss, immer mee sind cho, d aalt Schmittja heintsch ins Egg vam Ofo gitränt und der Platz ischt immer ängger cho; schii het schi nimme chännu mottu: plattgitrickti ischt da di ganz Nacht am Ofu kchläppt und het gmeint schii meisse arsticku. Äntli hets ds Bättu gliito und d Aarmu Seele sind zrugg in du Gletscher. Va daa wägg hetsch nie mee vergässu, rächtziitig ds Pfeischterli ds effnu und d Aarmu Seele ds bättu, ira ja nix z tüe. Aalt Schmittja ischt gufer aalti cho, und immer we jemand ds Nachtsch in der Neechi ischt verbii cho, heintsch gcheert: «Schoch, schoch, d Aalt Schmittja läbt noch!» Aber öü das Läb ischt a maal verbii gangu, zwaar het schi der Dockter no psüecht, aber deer het gmeint, geet ra ga wachu, da ischt nix mee z wellu. Zwei Frowwe heint düe dii Wach ubernu, ins Hiischi heintsch nit tärfu, aber nit wiit derva ischt an Milchunnerstand gsii, daa heintsch schich niderglaa und ver d Schmittja gibättot. Und plötzlich ischt an ganzi Liechterprozessio zum Hiischi cho und het as ganz hells Liechtji abholt. Langsam sintsch zrugg zum Gletscher, gkcheert het mu nummu: «Schoch, schoch, d Aalt Schmittja läbt doch!» und langsam ischt di Prozessioo im Gletscher verschwunnu und eis Liechtja naa dum andru ischt verlescht, numm no das hell Lichtji ischt an Roosuchranz läng uff dum Gletscher giblibu und dernaa is obschi bis ganz chlei als glitzrunde Stääro am Himmil giblibu ischt.

Simunltantext und Audio: hier

Bürchen, 17. 2. 21

Bildquelle: Aletschgletscher um 1900, Ludwig Imesch: Das Oberwallis im Bild. Bd. 1, 1850 – 1919, Rottenverlag, Visp, 1978, S. 26

PS. Die Aletschregion brauche ich euch als Feriendestination nicht extra vorzustellen. Zwei drei Dinge komme ich aber nicht umhin, hier extra zu erwähnen. In der Villa Cassel, ein Haus von Pro Natura, erfahren wir viel über die hochalpine Natur und vor allem über Gletscherschwund und Klimawandel: ein vielseitiges Angebot für Private und für Schulen. Und auf der Moosfluh treffen wir auf eines der schönsten Panoramen, (bleiben wir bescheiden) der Welt! Seit die Luftseilbahnen zur Aletscharena ebenfalls im Schweizerischen Generalabonnement enthalten sind, ist ein beliebter Tagesausflug oder «Sonntagsspaziergang» die Wanderung von der Riederalp zur Bettmeralp oder umgekehrt geworden.

[1] Nacherzählt von Volmar Schmid: Sagen der Schweiz. WALLIS. ZAP zur Alten Post, Limmat Verlag, Zürich, 1998, S. 70ff. «Schoch, d’alt Schmidja spinnt noch» aus Wilhelm Ebener: Illustrierte Wallisersagen. Rotten Verlag, Visp, 3. Aufl. 2008, S. 13. [2] «D aalt Schmittja» ischt eini va de bikannteschte Sage vam Oberwallis, schii spillt in der Neechi vam Alteschgletscher und laat schi nit a eifach laa züeordnu, ei Quella verzellt van ar «Bächialp» und d andra vam «Aletschtal», beides laat schich uf der Chaarta nit la naawiisu: darum spillt miini Sag uf dum Gmeindgibiet va der hitigu Gmeind «Riederalp» (Ried-Mörel, Greich, Goppisberg, Riederalp).

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